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Investoren Dinner

Investoren Dinner

Ausgabe 17:
Asian Bamboo + Conergy + Andreas Männicke

Donnerstag, 14. Januar 2010

Vorwort

Liebe Leser,

das neue Jahrzehnt hat an den Börsen erfreulicherweise mit Kursanstiegen auf beiden Seiten des Atlantiks begonnen. Wie lange diese Entwicklung anhalten wird, das lässt sich nur vermuten. Der Verlauf von Trends ist und bleibt nun mal ein Gemisch aus Fakten und Erwartungen.

Die Fakten der Unternehmen in den USA werden in der aktuellen Berichtssaison sicherlich auch die Erwartungen an die hiesigen Firmen beeinflussen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit dürfte die Umsätze und Gewinne der Unternehmen nachhaltig beeinträchtigen. Üblicherweise ist Vorsicht besser als Nachsicht. Dennoch gibt es auch immer wieder Nischenanbieter, die ihr Geld verdienen und zur Freude ihrer Investoren beitragen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg im Jahr 2010 sowie Gesundheit und Lesevergnügen mit dieser Ausgabe.

Beste Grüße,

Hans-Joachim Bischoff
Geschäftsführer der Apaton Media GmbH

Asian Bamboo: Der neue Branchenprimus

Unternehmen

Asian Bamboo

ISIN:

DE000A0M6M79

Kurs vom 14.01.2010:

26,00 EURO

Homepage:

www.asian-bamboo.de

WKN:

A0M6M7

Kurspotenzial:

+30%

Die Asian Bamboo AG hat sich seit ihren Anfängen im Jahr 1992 auf die Kultivierung, die Ernte sowie die Verarbeitung und den Vertrieb von Bambussprossen und Bambusstämmen in der chinesischen Region Fujian spezialisiert. Bambus zählt zu den am schnellsten nachwachsenden Rohstoffen und wird in China bereits seit Jahrhunderten für die Herstellung von Papier genutzt. Heute wird das Süßgras, das eine Höhe von bis zu 38 Metern erreichen kann, auch für den Gerüstbau sowie für die Herstellung von Möbel und Textilien gleichermaßen verwendet. Der in drei Monaten bis zu 20 Meter wachsende Bambus zeichnet sich vor allem durch dessen besondere Härte und Flexibilität aus.
 
Um Bambus großflächig anbauen zu können, erwirbt Asian Bamboo Land vom chinesischen Staat im Rahmen von Pachtverträgen für 5.000 Euro pro Hektar und beschäftigt die in der Region Fujian ansässige Bevölkerung auf freiberuflicher Basis als Landwirte. Da Bambus während des Transportes an Wertigkeit einbüßt, vertreibt das Unternehmen den Rohstoff bislang überwiegend auf dem chinesischen Markt.
 
Asian Bamboo, dessen Aktien in Deutschland gelistet sind, konnte im Jahr 2008 einen Umsatz von 44 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 19 Mio. Euro erzielen. Obwohl der Anteil des Auslandsgeschäftes im Jahr 2008 zu rund 14% des Erlöses beitrug, bleibt die Bedeutung des Exportes aufgrund der steigenden Binnennachfrage sowie des Wertigkeitsverlustes beim Transport marginal.
 
Erfolg durch Kontinuität
Asian Bamboo profitiert insbesondere von der kontinuierlich steigenden Nachfrage nach alternativen Rohstoffmaterialien, die den chronischen Mangel an konventionellen Baumaterialien, wie etwa Holz, ohne Qualitätsverlust zu ersetzen imstande sind. Das industrielle Interesse an Bambus ist auch auf den konstant steigenden Rohölpreis zurückzuführen, der sich negativ auf die Herstellung von Kunststoffen auswirkt. Neben den Bambusstämmen werden auch die Bambussprossen durch Asian Bamboo in die Wertschöpfungskette integriert und als Lebensmittelprodukte vertrieben, die auch die in China wachsende Nachfrage nach ökologisch angebauten Nahrungsmitteln bedienen.

Zudem zeichnet sich das Unternehmen durch eine schlanke Unternehmensstruktur aus, deren Fixkosten gering gehalten werden können. Daher auch eine Nettoergebnismarge von über 45%. Asian Bamboo profitiert von hohen Markteintrittsbarrieren. So wird etwa die Kapitalbeschaffung für Investitionen in Bambusplantagen erschwert. Für einen erfolgreichen Markteintritt ist zudem ein gut ausgebautes Netzwerk mit den lokalen Entscheidungsträgern vonnöten. Dieses auszubauen, erforderte für Asian Bamboo rund 18 Jahre. 
 
Fazit:  Auf Basis eines weiterhin positiven Newsflows sowie einer nachhaltig steigenden Nachfrage nach dem Rohstoff Bambus sowie der hohen Profitabilität messen wir dem Unternehmen auf Basis der erwarteten Gewinne für 2010 ein KGV von 12  bei. Auf der Grundlage eines Gewinnes je Aktie in Höhe von 2,50 Euro ergibt sich ein FairValue von 35 Euro und damit ein Upside-Potenzial von ca. 30%.


Conergy: Grund zur Hoffnung?

Unternehmen

Conergy

ISIN:

DE0006040025

Kurs vom 14.01.2010:

0,93 EURO

Homepage:

www.conergy.de

WKN:

604002

Kurspotenzial:

0%

Conergy galt einst als Inbegriff eines erfolgreichen Solarunternehmens. Über Jahre hinweg konnten zweistellige Wachstumsraten erreicht werden. Es galt als gesichert, dass schon bald ein Solarunternehmen den Indexthron „DAX“ erklimmen würde - Conergy zählte zu den aussichtsreichen Kandidaten. Heute  zählt das Hamburger Unternehmen zu den Verlierern des Solarbooms. Insolvenz nicht ausgeschlossen.
 
Conergy vor der Rettung?
Ende letzter Woche schoss der Kurs der Conergy-Aktie um über 30% nach oben. Der Grund war ein positiver Newsflow aus den USA. Offenbar steht das Solarunternehmen vor einer wichtigen Entscheidung im Rechtsstreit über einen Milliardenvertrag mit seinem früheren Partner MEMC. Conergy hatte mit MEMC vor rund 2 Jahren einen Zehnjahresvertrag geschlossen, mit dem sich das Hamburger Unternehmen verpflichtete, Silizium-Wafer für rund 7 bis 8 Mrd. US-Dollar abzunehmen. 2008 wurde das Volumen auf vier Mrd. US-Dollar reduziert. Allerdings noch immer ein Volumen, das vom angeschlagenen Solarunternehmen kaum mehr gestemmt werden kann. Zudem dürften die Preise, die vor 2 Jahren vereinbart wurden, nicht mehr marktgerecht sein.
 
Marktteilnehmer rechnen schon in den nächsten Wochen mit einer Entscheidung bezüglich des MEMC-Liefervertrages. Sollte dieser positiv ausfallen, dürfte sich dies auch positiv auf den Aktienkurs auswirken.

Jetzt also kaufen?
Die klare Antwort: Nein, eine „Conergy“ muss man nicht haben. Das Papier eignet sich ausschließlich für Zocker. Der Grund ist die bilanzielle Situation des Unternehmens. Bei aller Euphorie über eine mögliche Einigung mit MEMC sollte der Anleger dies nicht außer acht lassen. Conergy wies per Ende September 2009 eine Eigenkapitalquote von 17% auf. Wem das nicht Warnung genug ist: Die kurzfristigen Finanzschulden betrugen 236 Mio. Euro. Dem gegenüber standen finanzielle Mittel in Höhe von 4 Mio. Euro. Gerade ein Unternehmen wie Conergy, das im Bereich der Projektfinanzierung stark auf das sogenannte Working Capital angewiesen ist, dürfte die bilanzielle Situation bei der operativen Geschäftstätigkeit deutlich einschränken.
 
Fazit:  Auch wenn der Newsflow in den nächsten Tagen bzw. Wochen positiv sein sollte, ist die Conergy-Aktie ganz klar kein Kauf. Der Grund liegt vor allem in der bilanziellen Situation. Aber auch die immer noch schwierige Marktsituation, welche wahrscheinlich nur die großen und finanzstarken Unternehmen überleben werden, sollte vor einem Kauf der Conergy-Aktie abschrecken.


In der Krise liegt die Chance für Kursverdoppler

Gast-Kommentar von Andreas Männicke

Klirrende Kälte ist man in Moskau gewöhnt. 900 km Stau im Schneechaos auch. In Moskau starben schon 30 Personen wegen der Kälte. Jetzt muss aber mit dem Kältetief „Daisy“ ganz Europa eine fast sibirische Kältewelle durchleiden. Aber nicht nur in Europa, sondern auch in Asien und USA gibt es gleichzeitig eine ungewöhnliche Kältewelle und Schneefälle, die wenig an eine Erd/Lufterwärmung erinnern, die wir angeblich nun alle bekämpfen müssen. Bei den Temperaturen wird eher eine neue Eiszeit als gefühlter Trend wahrscheinlich.
 
Was machen Anleger daraus? Das Streusalz wird knapp, also Kali&Salz kaufen! Es wird mehr geheizt: also russische Öl/Gasfirmen und Öl/Gas nachgefragt kaufen! Der weltweite Kälteschock hat also auch Gewinner. Die Versorgungsunternehmen könnten aber der plötzlichen Nachfrage nicht beherrschen, was zu Stromausfällen in Südfrankreich, Spanien oder auch in den USA führen kann. Auch in Russland könnten ganze Dörfer vom Strom ausgeschlossen werden, was schon oft bei sehr kalten Wintern passiert ist. Ganz Großbritannien verharrt in einer Kältestarre, was ein Spiegelbild der Wirtschaft ist: die Schulen sind landesweit geschlossen!
 
Im letzten Jahr gab es in den Musterdepots meines Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS im spekulativen Portfolio 12 von 16 Aktien, die über 100% erreichten und im konservativen Portfolio mit liquiden Blue Chips immerhin 5 von 8 Aktien, die sich weit mehr als verdoppeln konnten. 11 Aktien des spekulativen Portfolios konnten sich in etwa verdreifachen und zudem 4 Aktien des konservativen Portfolios. Da war die Chance sehr groß, auch einige Volltreffer zu haben. Dabei waren auch die Kursraketen AFK Sistema (+542%) und CTC Media (+402%). Die erste im Oktober 2009 vorgestellte Aktie des Monats, die regionale T-Aktien Volga Telecom, konnte sich seit Oktober im Kurs verdreifachen und seit dem Tief in den letzten 12 Monaten sogar verzehnfachen.
 
Fazit: In der Krise werden also die Ten-Bagger geboren.
 
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