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Grexit (Greece-Exit) - Die Börsen braucht Sicherheit
Montag, 19. Oktober 2009
Liebe Leser,
in unserer heutigen Ausgabe erfahren Sie spannende Hintergrundinformation über die umbenannte Aurubis AG sowie die Deutsche Bank AG. Beide Gesellschaften verfügen über Kurspotenzial, das jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig ist.
In den USA hat die Berichtssaison zum dritten Kalenderquartal 2009 begonnen. Positive Unternehmensdaten haben dafür gesorgt, dass der Dow Jones auf Jahreshoch über der psychologisch wichtigen Marke von über 10.000 Punkte notierte. Ob die Börsen hierzulande und auch Übersee weiter steigen werden, das hängt u.a. von den Entscheidungen der Notenbanken zur Zinspolitik ab. Steigende Zinsen könnten dazu führen, dass die Investoren ihr Geld von den Börsen wieder abziehen und sicher in Festgeld parken.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Lesevergnügen mit dieser Ausgabe.
Beste Grüße,
Hans-Joachim Bischoff
Geschäftsführer der Apaton Media GmbH
UnternehmenAurubis |
ISIN:DE0006766504 |
Kurs vom 19.10.2009:29,63 EURO |
Homepage:www.aurubis.com |
WKN:676650 |
Kurspotenzial:+20% |
Vielen Anlegern dürfte Aurubis noch unter dem Namen Norddeutsche Affinerie
ein Begriff sein. Das Unternehmen ist der größte Kupferproduzent Europas und einer der weltweit führenden Kupferrecycler. An sieben Standorten in Europa beschäftigt das MDAX-Unternehmen rund 4.700 Mitarbeiter.
Das Kerngeschäftsfeld ist die Gewinnung von Kupferkathoden unter anderem aus Kupferkonzentraten sowie die Weiterverarbeitung dieses Metalls zu Gießwalzdraht und Stranggussformaten. Wichtige Abnehmer sind unter anderem die Elektro-, Bau- und Autoindustrie. Insofern dürfte es nicht überraschen, dass Aurubis in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres (endete am 30.09.2009) einen deutlichen Umsatzrückgang ausweisen musste. Im Vergleich zum Vorjahr sank dieser um rund 21% auf 4,7 Mrd. Euro. In der Folge mussten die Hamburger einen Verlust je Aktie in Höhe von -0,23 Euro ausweisen. Allerdings dürfte sich die Lage des Unternehmens im 4. Quartal deutlich verbessert haben. Impulse kommen vor allem aus China, wo die Nachfrage angesichts staatlicher Konjunkturmaßnahmen auf hohem Niveau verharrt, und so die Rückgänge aus den westlichen Industriestaaten kompensiert werden kann.
Trotz Umfeldaufhellung fundamental kein Kauf
Auf Basis einer allmählichen Nachfrageverbesserung nach Kupferprodukten ist mit einer zunehmenden Stabilisierung der Ertragssituation zu rechnen. Trotzdem ist die Aktie nicht billig und auf dem aktuellen Kursniveau nur eine Halteposition. Ein Kurspotenzial ergibt sich aus unserer Sicht vor allem aus einer möglichen Übernahme durch die Salzgitter AG.
Aktionärsstruktur erleichtert Übernahme
Ob eine Übernahme möglich ist, hängt auch immer von der Aktionärsstruktur ab. Salzgitter hält bereits 20% am Kupferproduzenten. Darüber hinaus werden rund 50% von institutionellen Investoren gehalten, welche bei einem attraktiven Angebot sicherlich abgabebereit wären.
Fazit: Auf dem aktuellen Kursniveau ist Aurubis fair bewertet. Das Upside-Potential aus fundamentaler Sicht ist folglich gering. Für Phantasie sorgt eine mögliche Übernahme-Story. Salzgitter hat bereits angekündigt, dass man sich einen Ausbau der Kupfersparte vorstellen kann. Die 20%-Beteiligung ist ganz klar aus strategischem Interesse. Zudem verfügt das DAX30-Unternehmen über die notwendige Liquidität, um eine derartige Übernahme zu stemmen. Wer auf eine Übernahme setzt, kann die Aktie kaufen. Aus fundamentaler Sicht drängt sich ein Kauf allerdings nicht auf.
UnternehmenDeutsche Bank AG |
ISIN:DE0005140008 |
Kurs vom 19.10.2009:56,22 EURO |
Homepage:www.deutsche-bank.de |
WKN:514000 |
Kurspotenzial:+10% |
Die Deutsche Bank kommt nicht aus den Schlagzeilen. Auf der einen Seite führt die Bank Gespräche mit der stark gebeutelten Privatbank Sal. Oppenheim über eine Mehrheitsbeteiligung. Auf der anderen Seite spekuliert der Markt auf weiteren Kapitalhunger der Bank. Dieser soll Gerüchten zur Folge über eine Kapitalerhöhung gestillt werden.
Auf der operativen Seite scheint es der Bank wieder deutlich besser zu gehen. Sie und andere Banken werben derzeit verstärkt um „High Potentials“ und bieten wieder Bonus-Zahlungen in Millionenhöhe an und in Einzelfällen sogar Antrittsprämien. Hier stellt sich die Frage der Finanzierung. Anscheinend laufen die Geschäfte bei den Großbanken besser den je. Das bestätigen auch die bereits veröffentlichten Zahlen einiger US-Banken.
Markt voller Liquidität
Getragen wird die Euphorie von der enormen Liquidität im Markt. Die Banken können sich zu niedrigen Zinsen bei den Zentralbanken Kapital borgen und dieses anlegen. Eigentlich waren die von den Zentralbanken gewährten Krediten zur Stützung der Realwirtschaft gedacht. Jedoch sind sich die Banken über die Konjunkturentwicklung weiterhin unsicher, sodass sie ihr frisch erhaltenes, billiges Geld nur kurzfristig anlegen wollen. Die Börse eignet sich hierfür bekanntlich besonders gut. Die Banken können ihren Eigenhandel ausbauen, das Anleihen-Geschäft forcieren und das alles mit relativ geringem Risiko. Das läuft so lange gut, bis die Zentralbanken das Geld zurück haben wollen, bzw. die Zinsen erhöhen. Dann muss neu gerechnet werden. Doch bis dahin geht es mit den steigenden Kursen an der Börse munter weiter. Irgendwo muss das Geld ja hin.
Investment Banking als tragende Säule
Hier verwundert es nicht, dass besonders Banken mit einem ausgeprägten Investment Banking Bereich wie z.B. die Mitarbeiter von Goldman-Sachs stark profitiert haben. Diese haben im vergangen Quartal über 3 Mrd. US-Dollar verdient. Das Ergebnis war sogar fast 3-mal höher als im Vorjahreszeitraum. Die starken Zahlen konnten vor allem durch ein starkes Anleihen- und Derivate-Geschäft erreicht werden. Genau in diesen Bereichen ist auch die Deutsche Bank stark. Sie gilt in Deutschland als die Investment Bank Nr. 1. Folglich dürfte auch die Deutsche Bank an der starken Entwicklung des Investment Bankings partizipiert haben.
Fazit: Die Erwartungen beim Umsatz liegen bei 6,5 Mrd. Euro und damit rund -18% unter dem Wert des Vorjahresquartals. Das Ergebnis je Aktie wird bei 1,27 Euro erwartet, nach 1,50 Euro in Q3/2008. Wir gehen davon aus, dass die Erwartungen deutlich übertroffen werden. Nun stellt sich die Frage der Nachhaltigkeit. Wie lange können die Banken so gute Zahlen präsentieren? Unserer Ansicht nach dauert die Party solange, bis die Zentralbanken die Geldpolitik straffen und dem Markt Liquidität entziehen. Es ist davon auszugehen, dass die Zentralbanken mit ihren Ankündigungen einer strafferen Geldpolitik noch solange warten, bis der Aufschwung sich in den statistischen Zahlen nachhaltig widerspiegelt. Bis dahin geht die Party an den Börsen weiter.
Hinweis nach § 34 WpHG zur Begründung möglicher Interessenskonflikte: Die Betreiberin oder ihr verbundene Unternehmen und jeweilige Autor kann Short- und/oder Long-Positionen in der/den behandelte(n) Aktie(n) halten. Bitte beachten Sie auch die Nutzungsbedingungen und Haftungsbeschränkungen.