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Investoren Dinner

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Ausgabe 18:
Cancom + Schmack Biogas

Freitag, 29. Januar 2010

Vorwort

Liebe Leser,

in der heutigen Ausgabe möchte ich Ihnen u.a. ein Unternehmen vorstellen, das derzeit mit guten Nachrichten von sich überzeugen kann. Die Cancom IT Systeme AG kann trotz allgemeiner Krisenstimmung mit positiver Finanzdaten begeistern.

Des Weiteren möchte ich Ihnen einen Rückblick zum Schicksal der Schmack Biogas AG nicht vorenthalten. Obwohl das Unternehmen aufgrund der Insolvenz nicht mehr kaufenswert ist, können die Ausführungen als lehrreich bezeichnet werden.

Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung beim lesen dieser Ausgabe.

Beste Grüße,

Mario Hose
Geschäftsführer der Apaton Media GmbH

Cancom: Rekorde in Krisenzeiten

Unternehmen

CANCOM IT Systeme AG

ISIN:

DE0005419105

Kurs vom 29.01.2010:

4,70 EURO

Homepage:

www.cancom.de

WKN:

541910

Kurspotenzial:

+40%

Mit seinen über 2000 Mitarbeitern in über 30 Standorten zählt Cancom zu den größten herstellerunabhängigen Systemhäusern Deutschlands. Das Leistungsspektrum umfasst neben dem Verkauf von Hard- und Software aller wesentlichen Hersteller sowie IT-Dienstleistungen auch die Konzeption und Integration von IT-Systemen sowie deren Betrieb.
 
Cancom zeichnet sich neben den günstigen Einkaufskonditionen sowie einem breiten Dienstleistungsangebot auch mit einer hohen Servicequalität gegenüber den Wettbewerbern aus. Trotz des wettbewerbsintensiven und fragmentierten Marktumfeldes wächst das Unternehmen überdurchschnittlich stark. Durch eine aggressive Wachstumspolitik, zu der auch das anorganische Wachstum in Form von Übernahmen zählen, konnte das Unternehmen zuletzt zweistellig im Umsatz zulegen. Die vorläufigen Zahlen wurden gestern veröffentlicht. Im Krisenjahr 2009 konnte Cancom Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis erzielen und die eigene Guidance übertroffen. Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um 16,1% auf 422,6 Mio. Euro. Der Gewinn pro Aktie konnte überproportional um rund 76% auf 0,46 Euro gesteigert werden.
 
Ausblick positiv
Cancom hat sich im Rahmen der 2009er-Zahlen sehr positiv für 2010 und 2011 gezeigt. Die Umsatz- und Gewinnerwartung für das laufende Jahr wurden um 10% angehoben. Im kommenden Jahr erwartet das Unternehmen sogar einen überproportionalen Gewinnanstieg auf über 0,60 Euro je Aktie. Mögliche Übernahmen sind bei der erwarteten Umsatzentwicklung noch nicht berücksichtigt. Die Markterwartungen liegen im unteren Bereich der Gewinnbandbreite. Zudem sind mögliche Gewinnsteigerungen durch wahrscheinliche Übernahmen in den Konsensus-Schätzungen noch nicht reflektiert.

Fazit: Bei einem erwarteten Umsatz für 2010 in Höhe von 500 Mio. Euro, dürfte Cancom ein EBIT in Höhe von 8,5 Mio. Euro bzw. ein Gewinn je Aktie von 0,50 Euro erzielen. Wird die Nettoliquidität hinzuaddiert ergibt sich auf Basis eines cash adjustierten KGV ein fairer Wert von 6,50 Euro je Aktie. Damit bietet die Aktie auf Basis des aktuellen Kursniveaus ein Upside-Potential von fast 40%.


Schmack Biogas: Rückblick auf einen besonderen Fall

Unternehmen

Schmack Biogas

ISIN:

DE000SBGS111

Homepage:

www.schmack-biogas.com

WKN:

SBGS11

Kurspotenzial:

0%

Aus Biomasse Energie zu erzeugen, ist sicherlich nicht nur eine innovative, sondern auch eine äußerst lukrative Geschäftsidee. Zumindest war dies vor 15 Jahren der Fall. Als Ulrich Schmack 1995 die Schmack Biogas GbR nahe Regensburg gründet, verfügt der junge Oberpfälzer bereits über weitreichende praktische Erfahrungen in der Konzeption und Umsetzung von kleineren Biogasanlagen, die sich der Autodidakt zuvor auf dem elterlichen Hof erworben hatte. Mit der Unternehmensgründung besetzt Schmack eine Nische, die sich schnell als El Dorado für hohe Umsatzerlöse erweist. Die staatliche Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Primärenergieträgern sowie sinkende Preise für Landwirtschaftsprodukte auf dem Weltmarkt lassen die Nachfrage nach Biogasanlagen insbesondere bei Landwirten kontinuierlich ansteigen. Schnell avanciert das Unternehmen als erster Komplettanbieter für Biogasanlag en zu einem der bedeutendsten Akteure der Greentech-Branche mit einer Umsatzentwicklung, die sich vor allem der Euphorie um alternative Energiequellen während der rot-grünen Regierungskoalition bedient. Bereits ab dem Jahr 2000 beginnt das Unternehmen über Beteiligungen und Joint Ventures im Ausland zu expandieren.
 
Dem preisgekrönten Unternehmen gelingt es, den Umsatz von 9,5 Mio. Euro im Jahr 2003 über 16,4 Mio. Euro im darauffolgenden Jahr bis auf 34,1 Mio. Euro im Jahr 2005 zu steigern. 2006 wird das Unternehmen schließlich unter scheinbar günstigsten Bedingungen mit einem Emissionskurs von 31 Euro je Aktie und einer Marktkapitalisierung von 248 Mio. Euro an der Börse notiert. Bereits im zweiten Börsenjahr wird der Umsatz nochmals um 50,2% gegenüber dem Vorjahreswert auf rund 135,1 Mio. Euro gesteigert. Mit einem Höchstwert im Frühjahr 2007 von 70  Euro je Aktie wird die Unternehmensführung in dessen Entscheidungen auch durch den Markt bestätigt. Beflügelt von beachtlichen Umsatzerlösen und einem steigenden Aktienkurs ändert der einstige Branchenprimus die Unternehmensstrategie und setzt zunehmend auf den Betrieb eigener Biogasanlagen in Kooperation mit kommunalen und regionalen Energiepartnern. Z uvor lag der Fokus insbesondere auf der Projektierung und Installierung von Anlagen für einen überwiegend aus Landwirten bestehenden Kundenkreis.
 
Ab dem Jahr 2008 wendet sich das Blatt allerdings unwiderruflich. Durch eine anhaltende Ungewissheit über die staatliche Einspeisevergütung sowie erneut ansteigende Rohstoffpreise sinkt die Nachfrage nach dem einstigen Zukunftsobjekt dramatisch. In der Folge bricht der Umsatz im gleichen Jahr um 50,0% auf 67,8 Mio. Euro ein und die Verbindlichkeiten gegenüber den Gläubigern erreichen Mitte vorigen Jahres 58 Mio. Euro. Die nun erfolgte Insolvenz sowie die anschließende Übernahme durch Vissmann grundsätzlich externen Einflussfaktoren zuzuschreiben, wäre allerdings zu kurz gegriffen. Ungeachtet der durchaus positiven Umsatzentwicklung kann das Unternehmen seit 2003 nur in den Jahren 2005 und 2006 schwarze Zahlen vorlegen. Bereits 2007 muss das Unternehmen erneut einen Verlust von 6,5 Mio. Euro hinnehmen, ein Jahr später summiert sich der Verlust auf 33,8 Mio. Euro. Gleichzeitig stellt die Schmack Biogas AG ab 2003 kontinu ierlich neue Mitarbeiter ein und expandiert selbst im verlustreichen Jahr 2009 - in den ersten sechs Monaten beziffert sich der Verlust auf 11,3 Mio. Euro - noch auf den britischen Markt.
 
Wie das Römische Reich seinerzeit, so lässt sich auch für die Schmack Biogas AG konstatieren, den Untergang durch interne Fehlentscheidungen begünstigt zu haben. Die Fokussierung auf die weniger rentablen Großanlagen und ausländische Märkte sowie die Einstellung neuer Mitarbeiter bei einer konstant sinkenden Profitabilität entspricht in keinster Weise einer vernünftigen Unternehmensführung. Beträgt etwa der Umsatz je Mitarbeiter noch in dem ertragsreichen Jahr 2006 bei 297 Beschäftigten umgerechnet 303 Tsd. Euro, rutscht der Wert bereits 2007 auf 259 Tsd. Euro bei insgesamt 522 Mitarbeitern. 2008 summiert sich der Umsatz je Mitarbeiter trotz einer geringeren Beschäftigtenzahl auf nur noch 150 Tsd. Euro. Als das Unternehmen letztlich ein Ergebnis von minus 8,3 Mio. Euro für das erste Halbjahr 2009 bekannt gibt, verliert der Aktienkurs um 80% und sinkt auf 0,86 Euro. Noch viel schlimmer: Das Unte rnehmen verliert endgültig die Kreditwürdigkeit und muss wenige Monate später die Insolvenz anmelden.

Fazit:  Eine innovative und lukrative Geschäftsidee scheitert letztendlich am fehlenden Pragmatismus und dem richtigen Augenmaß der Verantwortlichen.


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