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Mittwoch, 19. August 2009
Liebe Leser,
der deutsche Leitindex DAX konnte seit seinem Tiefststand im März 2009 um mehr als 50% zulegen. Mittlerweile werden die Stimmen von anderen Marktexperten lauter, dass nun wieder eine Korrekturphase bevorstehen könnte. Wir sind der Meinung, dass niemand die genaue Entwicklung vorhersehen kann. Was wir jedoch alle für uns selbst bestimmen können, ist das Risiko, mit dem wir an der Börse spekulieren. Wer sein Verlustrisiko also begrenzen möchte, sollte daher stets einen Stop-Loss-Kurs festlegen und diesen bei steigenden Kursen entsprechend anpassen.
In der heutigen Ausgabe finden Sie u.a. einen Beitrag über den deutschen Bauriesen Hochtief. In der nächsten Ausgabe werden wir den Konkurrenten Bilfinger Berger betrachten und herausarbeiten, ob diese Aktie ein größeres Kurspotential bietet.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Lesevergnügen mit dieser Ausgabe.
Beste Grüße,
Hans-Joachim Bischoff
Geschäftsführer der Apaton Media GmbH
UnternehmenDrillisch AG |
ISIN:DE0005545503 |
Kurs vom 19.08.2009:3,20 EURO |
Homepage:www.drillisch.de |
WKN:554550 |
Kurspotenzial:+40% |
In Krisenzeiten suchen Investoren antizyklische Aktien. Die Telekommunikationsbranche gehört unumstritten zu dieser Kategorie. Dabei kann grob in die Bereiche Netzbetreiber (z.B. Deutsche Telekom) und Händler (z.B. Drillisch) unterschieden werden. Die zweite Kategorie weist eine geringe Investitionsquote auf, was in Zeiten, in denen die Kapitalbeschaffung Schwierigkeiten bereitet, ein großer Vorteil sein kann.
Das Unternehmen : Drillisch wurde 1983 gegründet. Heute arbeiten rund 376 Mitarbeiter für das Unternehmen. Das Kerngeschäft ist die mobile Telefonie. Per Ende Juni verfügte das Unternehmen über rund 2,2 Mio. Mobilfunkkunden. Zu den Marken des Konzerns gehören simply, maXXim (beides Prepaid-Produkte) sowie ALPHATEL, Telco und VICTORVOX (vertreiben Mobilfunkdienstleistungen und -produkte aller vier deutschen Netzbetreiber sowie eigene Tarife und Services). Das Unternehmen verfügt über mehr als 400 aktive Vertriebspartnerschaften.
Die Halbjahreszahlen:
Im ersten Halbjahr 2009 konnte Drillisch einen Umsatz in Höhe von 162,4 Mio. Euro erzielen. Das EBITDA betrug 21,3 Mio. Euro (+5% gegenüber H1/2008). Aufgrund von nicht zahlungswirksamen Zuschreibungen auf die freenet-Beteiligung konnte Drillisch ein Ergebnis von 55,8 Mio. Euro bzw. 1,11 Euro je Aktie erzielen. Der Bewertungseffekt betrug dabei 42 Mio. Euro. Bereinigt um die Hochschreibungen konnte ein Ergebnis je Aktie von 0,27 Euro erzielt werden (+23% gegenüber H1/2008). Für das Gesamtjahr stellt das Telekommunikationsunternehmen ein EBITDA von 41-42 Mio. Euro in Aussicht.
Die Bilanz:
Drillisch weist aktuell eine Bilanzsumme von 238,7 Mio. Euro auf. Das EK liegt bei 89,2 Mio. Euro was einer EK-Quote von rund 37,4% entspricht. Besonderes Augenmerk sollte auf die freenet-Beteiligung gelegt werden. Drillisch hält über die MSP Holding rund 16 Mio. freenet-Aktien, die aktuell einen Marktwert von rund 135 Mio. Euro aufweisen. In der Bilanz sind die freenet-Aktien derzeit mit rund 101,5 Mio. Euro bewertet.
Fazit:
Die Halbjahreszahlen waren gut. Mit einem EV/EBITDA von ca. 3 weist das Unternehmen ein äußerst attraktives Bewertungsniveau auf. Trotz des deutlichen Kursanstiegs in den letzten fünf Monaten ist die Aktie weiterhin kaufenswert. Das Kursziel sehen wir bei 4,50 Euro.
UnternehmenHOCHTIEF |
ISIN:DE0006070006 |
Kurs vom 19.08.2009:47,50 EURO |
Homepage:www.hochtief.de |
WKN:607000 |
Kurspotenzial:+10% |
Hochtief dürfte den meisten Lesern ein Begriff sein. Das Unternehmen wird als eines der größten Bauunternehmen in Deutschland wahrgenommen. Seit gut einem Jahr sieht sich Hochtief jedoch nicht mehr als ein klassisches Bauunternehmen mit deutscher Prägung, sondern als ein internationaler agierender Baudienstleister.
Im Zuge der Internationalisierung wurde auch der Geschäftsbereich Concessions deutlich ausgebaut. Zu diesem Bereich zählen unter anderem die Beteiligungen an den Flughäfen Athen, Budapest, Düsseldorf, Hamburg, Sidney und Tirana. Darüber hinaus betreibt Hochtief gemeinsam mit öffentlichen Trägern weitere Projekte. Dazu zählen u.a. Straßen, 89 Schulen, zwei Rathäuser, ein Bürgerzentrum, eine Kaserne und zwei Geothermie-Projekte. Das Portfolio-Vermögen soll laut Hochtief bei 1,54 Mrd. Euro liegen.
Mögliches IPO sorgt für Phantasie
: Mittlerweile denkt Hochtief über strategische Optionen für seine Tochter Concessions nach. Dazu zählt auch der Gang an die Börse. Über den genauen Zeitpunkt wurde bisher noch nicht entschieden, jedoch dürfte klar sein, dass mit dem nächsten Aufschwung und einem besseren Marktumfeld ein möglicher Börsengang näher rückt. Laut Hochtief sollen bereits Banken und Berater für ein mögliches Listig herangezogen worden sein. Allein diese Ankündigung hat den Aktienkurs um gut zehn Prozent auf 45 Euro ansteigen lassen.
Zahlen mau, Aufträge wow:
Verständlicherweise ist die globale Krise auch an Hochlief nicht spurlos vorbeigegangen. Der Umsatz sank im zweiten Quartal auf 4,73 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,26 Mrd. Euro). Der Nettogewinn ging von 47 Mio. Euro auf 43,9 Mio. Euro zurück. Positiv zu werten ist der starke Auftragseingang. Die Auftragsbücher sind mit einem Volumen von 33 Mrd. Euro prall gefüllt. Dadurch hat das Unternehmen eine rechnerische Auslastung von ca. 19 Monaten. Aufgrund des hohen Auftragsbestandes ist das Unternehmen zuversichtlich, die Rekordzahlen von 2008 wieder zu erreichen. Hierzu sollen vor allem die staatlichen Konjunkturprogramme beitragen. Hochtief ist es bereits gelungen, eine Ausschreibung zu gewinnen, die aus dem US-Konjunkturprogramm finanziert wird. Aber auch in Deutschland soll durch den Fokus auf margenstarke Projekte die Rentabilität weiter gestärkt werden.
Fazit:
Hochtief wird ganz klar einer der Nutznießer der staatlichen Konjunkturprogramme sein. Der geplante Börsengang dürfte für einen weiterhin positiven Newsflow sorgen. Die genaue Ausgestaltung bleibt jedoch noch abzuwarten. Aufgrund des stark gestiegenen Aktienkurses und der mittlerweile fairen Bewertung drängt sich ein Kauf der Aktie dennoch nicht auf.
Hinweis nach § 34 WpHG zur Begründung möglicher Interessenskonflikte: Die Betreiberin oder ihr verbundene Unternehmen und jeweilige Autor kann Short- und/oder Long-Positionen in der/den behandelte(n) Aktie(n) halten. Bitte beachten Sie auch die Nutzungsbedingungen und Haftungsbeschränkungen.