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Mittwoch, 30. Dezember 2009
Liebe Leser,
bei der Erstellung dieser Ausgabe ist uns aufgefallen, dass wir mit den meisten Titeln, die wir Ihnen als kaufenswert vorgestellt haben, gar nicht so falsch lagen. Immerhin legte Balda seit der Vorstellung in der Ausgabe 12 vom 05.11.2009, also vor weniger als zwei Monaten, in der Spitze um 140% zu. Wer die Aktie damals gekauft hat, kann heute noch auf eine Performance von 104% schauen.
Natürlich sind die Szenarien, die wir Ihnen hier vorstellen auch von vielen Faktoren abhängig, die nicht immer abzusehen sind, sodass an der Börse neben den Fakten auch Glück sowie Timing eine Rolle spielen. In diesem Zusammenhang wollen wir auch noch mal unseren Hinweis zu Aixtron in Ausgabe 09 vom 17.09.2009 als Beispiel nennen. Die Aktie notierte damals bei rund 15,60 Euro und die Bewertung war mit einem KGV von 60 bereits ambitioniert. Mittlerweile notiert der Titel bei rund 23 Euro und wurde dadurch nicht billiger, aber der Markt ist momentan offensichtlich dazu bereit, diesen Preis zu bezahlen. Anhand solcher Beispiele wird deutlich, wie wichtig die Begrenzung Ihres Risikos durch Stop-Loss-Kurse sind.
Ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Freunden ein tolles Jahr 2010 sowie Lesevergnügen mit dieser Ausgabe.
Beste Grüße,
Hans-Joachim Bischoff
Geschäftsführer der Apaton Media GmbH
UnternehmenEckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG |
ISIN:DE0005659700 |
Kurs vom 30.12.2009:17,50 EURO |
Homepage:www.ezag.de |
WKN:565970 |
Kurspotenzial:+22% |
Das Unternehmen aus Berlin ist in der Medizintechnik tätig. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung und Herstellung von schwach radioaktiven Strahlenquellen und Komponenten für medizinische, industrielle und wissenschaftliche Produkte.
Besondere Bedeutung hat der Bereich Industrie & Nuclear Imaging, der eine wesentliche Rolle in der Funktions-, Stoffwechsel- und Lokalisationsdiagnostik spielt. Mit den immer fortschrittlicher werdenden Messgeräten von Eckert & Ziegler können immer mehr Krankheiten diagnostiziert werden. Zudem steigt die Anzahl der Anwendungsgebiete wodurch die Bedeutung der Technologie in der praktischen Anwendung weiter zunimmt. Eckert & Ziegler ist eigenen Angaben zufolge mit seiner Technologie und einem Marktanteil von rund zwei Drittel Weltmarktführer.
Operativ ist das Unternehmen in die Segmente Therapie, Nuklearmedizin und Industrie sowie Radiopharmazie unterteilt. Das Leistungsspektrum des Unternehmens reicht dabei von der Erzeugung der Produkte (auch Auftragsentwicklung) über die Konstruktion bis zur Herstellung von geeigneten Fertigungseinrichtungen sowie Sonderleistungen wie Recycling, Distribution und Logistik.
Stetiges Wachstum im Focus
Basis des Wachstums sind insbesondere langfristige Kooperations- und Lieferverträge mit führenden Medizingeräteherstellern. Dadurch konnte das Unternehmen die Umsätze in den vergangen Jahren deutlich ausbauen. So stiegen die Umsätze von ca. 40 Mio. Euro in 2005 auf über 71 Mio. in 2008. 2009 dürfte der Umsatz die 100 Mio. Euro Marke überschreiten und sich voraussichtlich bei 105 Mio. Euro einpendeln. Besonders stark ist das Segment Nuklearmedizin & Industrie - welches auch Umweltdienste einschließt - gewachsen. Das Ergebnis je Aktie dürfte bei 1,80 Euro liegen.
Für 2010 geht das Unternehmen von einer weiteren Expansion aus. Der Gewinn je Aktie soll mindestens auf dem Niveau von 2009 gehalten werden. Mit der geplanten Übernahme und den starken Auftragseingang sowie der Markteinführung neuer radiopharmazeutischer Produkte dürfte die Guidance als eher konservativ interpretiert werden können. Zudem birgen Themenbereiche wie z.B. die Aktivitäten bei Umweltdiensten sowie die Radiopharmaka weitere Phantasie für ein mittelfristiges und nachhaltiges Unternehmenswachstum.
Bei einem Umsatzziel von 200 Mio. bis 2014 dürfte auch das Ergebnis deutlich ansteigen. Mit einem Ergebnis je Aktie von ca. 3,40 Euro ab 2014 erscheint die Aktie aktuell sehr günstig. Aber auch kurzfristig orientierte Anleger können gespannt auf 2010 schauen.
Fazit: Insgesamt erscheint die Aktie vor dem Hintergrund des starken Unternehmenswachstumspotenzials und den guten Aussichten für die jeweiligen Geschäftsfelder günstig bewertet zu sein. Derzeit weist das Unternehmen ein KGV von knapp 10 auf. Auf Basis der Wachstumsaussichten, den hohen Cashflow sowie einer guten Bilanzstruktur liegt der faire Wert bei 22 Euro und bietet damit ein Kurspotenzial von über 22%.
UnternehmenIntershop |
ISIN:DE000A0EPUH1 |
Kurs vom 30.12.2009:1,69 EURO |
Homepage:www.intershop.de |
WKN:A0EPUH |
Kurspotenzial:+15% |
Intershop ist einer der führenden Anbieter von E-Commerce Lösungen. Das Unternehmen gehört zu den wenigen Überlebenden des Neuen Marktes. Früher als Internet-Pionier gefeiert und bewertet (Intershop war einst milliardenschwer) zählt Intershop heute mit einer Marktkapitalisierung von rund 43 Mio. Euro nur noch zu den Small Caps.
Das Unternehmen erzielt Umsätze in den Segmenten Lizenzen, Beratung und Schulung, Wartung sowie Online Marketing. Seit 1998 musste Intershop durchgehend negative Konzernergebnisse ausweisen (auf Jahressicht). Nach der Durchführung eines tief greifenden Restrukturierungsprogramms und dem Ausbau des Online Marketing-Geschäfts (Akquisition der SoQuero Mitte 2006) hat das Unternehmen in 2008 den Turnaround vollzogen. Auch im aktuellen Geschäftsjahr wird Intershop ein positives Konzernergebnis ausweisen können.
Quelle-Insolvenz trübt Sentiment
Zuletzt war der Newsflow negativ. Vor allem die Insolvenz des Intershop-Kunden Quelle hat belastet. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 1 Mio. Euro gehörte das Versandhaus zu den sogenannten Platinum-Account. Die Insolvenz traf Intershop folglich schwer. Das Unternehmen musste die Guidance senken, da die Pleite eine Wertberichtigung auf Forderungen notwendig machte. Die Aktie reagierte auf diese Meldung mit einem Kursrückgang und konnte in der Folgezeit die positive Entwicklung des Gesamtmarktes nicht mitmachen.
Guidanceanhebung nach Großauftrag
Zuletzt hat sich das Sentiment für Intershop wieder aufgehellt. Das Jenaer Unternehmen konnte einen Großauftrag vermelden und in der Folge die Guidance wieder auf das ursprüngliche Niveau anpassen. Für 2009 geht Intershop nunmehr von einer Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr zwischen 7 und 9 Prozent auf mehr als 30 Mio. Euro aus und erwartet ein positives Ganzjahresergebnis.
Fazit: Auf Basis der Multiplikatoren ist Intershop kein „schreiender“ Kauf. Zwar wird das Unternehmen in 2009 erneut ein positives Ergebnis ausweisen können, die Ergebnisentwicklung ist jedoch noch wenig dynamisch. Für Phantasie sorgt der Einstieg in den Bereich Full-Service-Dienstleistungen. Das Geschäftsmodell basiert hier auf einer Umsatzbeteiligung. Folglich profitiert der Anbieter für E-Commerce Lösungen vom Erfolg des Online-Shops. Mit Mexx konnte Intershop die erste bekannte Marke als Kunden gewinnen. Weitere Kooperationen dürften folgen. Dieses hochskalierbare Geschäftsmodell würde die Ergebnisdynamik deutlich verbessern und es Intershop ermöglichen, deutlich profitabler zu werden. Wer hierauf setzt, für den ist Intershop eine interessante Aktie.
Hinweis nach § 34 WpHG zur Begründung möglicher Interessenskonflikte: Die Betreiberin oder ihr verbundene Unternehmen und jeweilige Autor kann Short- und/oder Long-Positionen in der/den behandelte(n) Aktie(n) halten. Bitte beachten Sie auch die Nutzungsbedingungen und Haftungsbeschränkungen.