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Investoren Dinner

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Ausgabe 9:
HeidelbergCement + Aixtron

Donnerstag, 17. September 2009

Vorwort

Liebe Leser,

seit einigen Monaten steigen die Börsen und damit auch die Titel, die wir Ihnen vorgestellt haben. Es konnten ausgezeichnete Renditen erzielt werden und das mit namhaften deutsche Titeln, die jeder kennt.

In der heutigen Ausgabe informieren wir Sie über die neueste Entwicklung bei HeidelbergCement und über die Kursrückschlags-potenzial bei Aixtron.

Wenn Sie in Ihrem Depot bereits eine attraktive Rendite vorfinden können, dann lassen Sie die Gewinne einfach laufen und ziehen am besten die Stopp-Kurse nach, bei denen Sie die Aktien verkaufen werden. Auch wenn die Börse bereits schon wieder gut gestiegen ist, bedeuted dies nicht unbedingt, dass eine Korrektur folgen muss. Nicht vergessen, der Markt hat recht, auch wenn die Entwicklung manchmal nicht logisch erscheint.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Lesevergnügen mit dieser Ausgabe.

Beste Grüße,

Hans-Joachim Bischoff
Geschäftsführer der Apaton Media GmbH

HeidelbergCement ist wieder interessant

Unternehmen

HeidelbergCement AG

ISIN:

DE0006047004

Kurs vom 17.09.2009:

46,80 EURO

Homepage:

www.heidelbergcement.com

WKN:

604700

Kurspotenzial:

+10%

Das Ende der Rezession wurde ausgerufen. Viel schneller als von vielen Marktteilnehmern erwartet. Wirtschaftsinstitute revidieren ihre Wachstumserwartungen nach oben.  Bereits für das kommende Jahr rechnen einige Experten mit positiven Wachstumsraten. In diesem Fall stellt sich die Frage, welche Unternehmen von einer schnellen Erholung besonders stark profitieren können.
 
HeidelbergCement als Profiteur der Konjunkturerholung
 
HeidelbergCement gehört zu den global führenden Baustoffkonzernen. Diese Branche gehört zu den ersten Profitteuren einer konjunkturellen Aufhellung. In den vergangenen Ausgaben haben wir das Unternehmen bereits vorgestellt und frühzeitig auf die angespannte Finanzierungssituation hingewiesen. Jetzt ist es so weit. Nach der erfolgreichen Refinanzierung soll nun auch die Eigenkapitalbasis durch eine Kapitalerhöhung deutlich verbessert werden.
 
Durch die Kapitalerhöhung könnte HeidelbergCement 1,5 Mrd. bis 2,5 Mrd. Euro erlösen. Damit würde der Baustoffriese seinen Schuldenberg weiter abtragen und gleichzeitig die Ergebnissituation des Unternehmens deutlich verbessern. Relevant ist dies vor allem für das Rating des Unternehmens. Durch die angespannte Finanzierungslage hatte dies in den vergangenen Quartalen deutlich gelitten. Diese Situation sollte sich nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung entspannen. Der positive Nebeneffekt: zukünftiger Refinanzierungen würde wieder günstiger werden.
 
Zeitgleich plant HeidelbergCement umfangreiche Aktienpakete aus dem Bestand der Merckle Gruppe bei institutionellen Investoren zu platzieren und damit die Aktionärsstruktur neu zu ordnen. Insgesamt soll das Volumen von Kapitalerhöhung und Umplatzierung bei bis zu fünf Mrd. Euro liegen. Das dürfte in Deutschland die größte Aktienplatzierung seit 2000 sein.

HeidelbergCement avanciert zum DAX-Kandidaten
 
Die geplanten Kapitalmaßnahmen haben einen weiteren positiven Effekt: Der Freefloat könnte bis auf 80% steigen. Dadurch würde HeidelbergCement zum DAX-Kandidaten avancieren. Bisher scheiterte die Aufnahme in den Dax am geringen Streubesitz und der zu niedrigen Marktkapitalsierung. Beide Werte wären nach der Kapitalerhöhung wohl DAX-tauglich.
 
Fazit:  Es ist davon auszugehen, dass HeidelbergCement die Kapitalerhöhung erfolgreich durchführt und sich dadurch Luft für noch anstehende Refinanzierungsrunden verschafft. Im Zusammenhang mit einem höheren Freefloat und der verbesserten Finanzierungsstruktur dürfte das Investoreninteresse weiter zunehmen. Eine mögliche DAX-Aufnahme sorgt für weitere Phantasie. Dennoch sollte mit einem Investment zunächst noch gewartet werden, da die bestehende Unsicherheit über die genauen Konditionen der Kapitalerhöhung ein valides Bewertungsszenario nicht zulässt. Indikativ dürfte das „neue“ Kursziel im Bereich von 50 Euro je Aktie liegen. Ein Update wird folgen.


Aixtron: Sentiment schlägt Realismus

Unternehmen

Aixtron

ISIN:

DE000A0WMPJ6

Kurs vom 17.09.2009:

15,59 EURO

Homepage:

www.aixtron.de

WKN:

A0WMPJ

Kurspotenzial:

-20%

Aixtron gehört sicherlich zu den Aktien mit der beeindruckendsten Kurs-Performance. Von März bis August kannte das Papier nur eine Richtung: Aufwärts. Aktionäre des Anlagenherstellers können sich für 2009 bereits über rund 400% Kursgewinn freuen. Doch was sind die Gründe für den starken Anstieg?
 
Die Gründe für den Kursanstieg
 
In Zeiten, in denen viele Unternehmen Umsatz- und Gewinnwarnungen aussprechen müssen, überraschte Aixtron mit einer Anhebung der Planzahlen. Im Juli erhöht der Vorstand die Jahresprognose für Umsatz und Ergebnis um rund 15%. Die Gründe sind so einfach wie nachvollziehbar: Das 1983 gegründete Unternehmen gehört zu den führenden Anbietern von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie. Auf dem boomenden Markt für LED-Fertigungssysteme ist Aixtron mit einem Marktanteil von 70% Weltmarktführer. Zunehmend verdrängen Leuchtdioden die herkömmliche Glühbirne. Ob im Auto oder als Leuchtquelle im Wohnraum, LEDs sind auf dem Vormarsch. Einsatz finden die kleinen Lichtquellen auch als Hintergrundbeleuchtung bei LCD-TV-Geräten. Sie sind platz- (Trend zum Slim-Gerät) und energiesparend. Das Sentiment für die Aktie ist verständlicherweise hervorragend. Doch wie sieht die harte Realität der Zahlen aus?

Zu den Fakten
 
Lagerabbau und damit einhergehenden niedrigen Auslastungsraten haben die Quartale des Anlagenbauers geprägt. In der Folge musste Aixtron in den ersten sechs Monaten einen rückläufigen Umsatz ausweisen (103 Mio. Euro in H1/2009 vs. 128 Mio. Euro in H1/2008). Auch das Ergebnis lag mit 12,3 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (17,6 Mio. Euro).  Allerdings scheint die Talsohle durchschritten. Die steigende Nachfrage nach TV-Hintergrund-beleuchtungen führte zu einem Anstieg des Auftragseingangs (+85%). In der Folge dürfte Umsatz und Gewinn in der zweiten Jahreshälfte deutlich ansteigen.
 
Fazit:  Aixtron sollte die Guidance erfüllen können und einen Umsatz in Höhe von ca. 240 Mio. Euro erzielen. Das Ergebnis je Aktie dürfte bei ca. 0,25 Euro liegen. Damit weist Aixtron derzeit ein 2009er KGV von 60 auf. Trotz der Wachstumsaussichten (EPS 2010e: 0,41 Euro) und der Marktbeherrschenden Stellung erscheint dies zu ambitioniert. Schließlich dürfte das Marktpotential Konkurrenten anziehen. Dies sollte mittelfristig zu sinkenden Umsätzen und Margen führen. Die Aktie ist auf dem aktuellen Kursniveau von 15,59 zu teuer.


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