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Investoren Dinner

Investoren Dinner

Ausgabe 20:
Intershop + Tom Tom

Freitag, 26. Februar 2010

Vorwort

Liebe Leser,

in der vergangenen Ausgabe haben wir mal wieder rechtzeitig auf die positive Entwicklung bei der Freenet AG hingewiesen. In der Zwischenzeit, wir sprechen von einem Zeitraum von weniger als zwei Wochen, konnte die Aktie um mehr als 10% zulegen. Glaubt man den Meinungen der Analysten namhafter Banken, dann dürfte das noch nicht das Ende des Anstiegs gewesen sein. Wie schnell es jedoch in Richtung 15 Euro gehen wird, die Deutsche Bank hält dies laut Analyse für gerechtfertig, hängt neben dem allgemeinen Marktgeschehen auch von der Verkäuferseite ab. Noch immer scheinen zahlreiche Investoren auch auf diesem Niveau bereit zu sein, sich von ihren Aktien zu trennen - allen Heraufstufungen zum trotz. So ist Börse. Auch in der heutigen Ausgabe haben wir wieder interessante Themen für Sie gefunden. Neben einem Update zu Intershop haben wir mal die Übernahmeszenarien von TomTom auf Plausibilität geprüft.

Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung beim lesen dieser Ausgabe.

Beste Grüße,

Mario Hose
Geschäftsführer der Apaton Media GmbH

Intershop mit erfreulichen Nachrichten

Unternehmen

Intershop

ISIN:

DE000A0EPUH1

Kurs vom 26.02.2010:

1,72 EURO

Homepage:

www.intershop.de

WKN:

A0EPUH

Kurspotenzial:

+15%

In der Ausgabe 16 vom 30.12.2009 haben wir Ihnen die Aktie der Intershop AG vorgestellt. Das Unternehmen gehört zu den führenden Anbietern von E-Commerce- Lösungen. Vorgestern hat das Thüringer Unternehmen vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009 vorgelegt. Die Guidance konnte dabei übertroffen werden, der Aktienkurs stieg in der Folge um fast 7% an.
 
Gute Zahlen in schwierigen Zeiten
In 2009 konnte Intershop einen Umsatz in Höhe von knapp 32 Mio. Euro erzielen. Gegenüber 2008 entspricht dieses einer Steigerung um 13%. Dieser Wert liegt oberhalb der Mitte Dezember veröffentlichten Guidance (Umsatzsteigerung zwischen 7 und 9 %). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte überproportional um 60% auf 3,8 Mio. Euro zu. Wegen erhöhter betrieblicher Aufwendungen (erhöhter Personalaufwand im Bereich F+E), Abschreibungen auf Softwareentwicklungskosten sowie höherer Aufwendungen für Marketing und Vertrieb stieg das operative Ergebnis „lediglich“ um 7% auf 2 Mio. Euro. Unterm Strich erzielte Intershop ein Nettoergebnis von 1,7 Mio. Euro bzw. 0,07 Euro je Aktie (+13%).
 
Liquiditätssituation weiterhin gut
Früher litt Intershop unter erheblichen Liquiditätsschwierigkeiten. Diese Zeiten sind vorbei. Per Ende 2009 lag der Bestand an flüssigen Mitteln bei 6,3 Mio. Euro. Zwar musste Intershop im Vorjahresvergleich einen Rückgang um 22% hinnehmen, dieser ist aber vor allem auf einen Anstieg der offenen Forderungen zurückzuführen - die Zahlungsmoral schien im Krisenjahr 2009 gering gewesen zu sein. Laut Intershop hat sich der Forderungsbestand aber wieder „normalisiert“, die liquiden Mittel sind in der Folge auf rund 13 Mio. Euro angewachsen.
 
Quelle-Insolvenz als Leistungsnachweis
Intershop hat durch die Quelle-Insolvenz einen wichtigen Kunden verloren. Gleichzeitig konnte das Unternehmen aber auch zeigen, wie leistungsfähig die eigene eCommerce-Software Enfinity Suite ist: beim Quelle-Abverkauf wurden bis zu 86.000 Bestellungen am Tag abgewickelt.

Fazit: Intershop verfügt über einen Cashbestand von rund 50 Cent je Aktie. Damit ist fast ein Drittel der Marktkapitalisierung durch liquide Mittel unterlegt. Im nächsten Jahr will Intershop wieder um 7-13% wachsen. Folglich wird der Umsatz bei rund 35 Mio. Euro liegen. Das Ergebnis dürfte überproportional steigen. Ein Nettoergebnis von über 2 Mio. Euro bis 2,5 Mio. Euro erscheint realistisch. Auf dieser Grundlage würde sich ein cashbereinigtes KGV von ca. 13 ergeben. Die Aktie erscheint damit aus unserer Sicht attraktiv bewertet zu sein.


TomTom vor Übernahme durch Google?

Unternehmen

TomTom

ISIN:

NL0000387058

Kurs vom 26.02.2010:

5,62 EURO

Homepage:

investors.tomtom.com

WKN:

A0ET88

Kurspotenzial:

+25%

Zu Beginn der Woche haben Medien über eine mögliche Übernahme des Navigationsgeräteproduzenten TomTom durch den US-Konzern Google berichtet. Daraufhin ist die Aktie um über 9% gestiegen. In der Tat  ist TomTom eine attraktive Möglichkeit, um in den Bereich des Navigationssystems einzusteigen. Auch fundamental ist TomTom ein attraktiver Übernahmekandidat. So hat sich die angespannte Bilanzstruktur des niederländischen Unternehmens gegenüber 2008 deutlich verbessert. Die Nettoverschuldung des 1991 gegründeten Unternehmens konnte deutlich gesenkt werden. Per Ende 2009 lag diese „lediglich“ noch bei 442 Mio. Euro. In 2008 hatte diese noch 1,1 Mrd. Euro betragen. Zudem erreichte die Eigenkapitalquote Ende 2009 mit rund 38% einen Anteil, der sich gegenüber 2008 nahezu verdoppelt hat. Mit einem Cashflow in Höhe von 430 Mio. Euro konnte der Navigationsgerätehersteller zudem auch operativ überzeugen.
 
TomTom-Übernahme für Google sinnvoll?  
Bereits heute nutzt der von Google angebotene Kartenservice Google-Maps die Navigationsdaten von Tele Atlas, einem Unternehmen, das TomTom vor etwas mehr als zwei Jahren für 2,9 Mrd. Euro übernommen hatte. Durch eine Übernahme von TomTom würde sich Google die Technologie des Navigationsherstellers sichern. Der Suchmaschinengigant würde darüber hinaus von jetzt auf gleich den Zugang zu zahlreichen Mobilfunknutzern bekommen: Die von TomTom entwickelte Navigationssoftware zählt zu den beliebtesten Applikationen (Apps) unter den iPhone-Usern.
 
Nach der Übernahme von Navteq durch Nokia bleibt TomTom eines der wenigen interessanten Akquisitionsziele. Eine Übernahme durch Google scheint somit ein realistisches Szenario zu sein und würde aus strategischer und finanzieller Sicht Sinn machen. Jedoch wäre Google sicherlich nicht der einzige Interessent. So könnte auch Microsoft als möglicher Kaufinteressent in Erscheinung treten. Allerdings waren bereits 2006 Gerüchte um eine mögliche Übernahme durch Microsoft aufgetaucht. Eine Akquisition blieb jedoch aus.
 
Sicher ist allerdings, dass sich der Markt für Smartphones und der für diese Geräte zur Verfügung stehenden Applikationen wie Navigationsprogramme kontinuierlich weiter entwickelt und an Bedeutung im Alltag gewinnen wird.  Aus diesem Grund werden die Übernahmespekulationen wohl auch zukünftig nicht abreißen.

Fazit:  Aus fundamentaler Sicht ist die Aktie trotz ihres Kursanstiegs mit einem KGV von 9 auf Basis der erwarteten Gewinne für das laufende Jahr günstig bewertet. Zumal die Übernahmephantasie zu weiterem Kurssprüngen führen kann. Das Kurspotenzial liegt aus fundamentaler Sicht bei 25%.


Hinweis nach § 34 WpHG zur Begründung möglicher Interessenskonflikte: Die Betreiberin oder ihr verbundene Unternehmen und jeweilige Autor kann Short- und/oder Long-Positionen in der/den behandelte(n) Aktie(n) halten. Bitte beachten Sie auch die Nutzungsbedingungen und Haftungsbeschränkungen.