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Investoren Dinner

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Ausgabe 45:
Nokia vor Elefantenhochzeit?

Montag, 20. September 2010

Liebe Leser,

am Morgen stieg der Goldpreis je Feinunze auf neuen historischen Höchststand von 1.283,43 US-Dollar. Ist das schon das Ende der Fahnenstange? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Wenn ich gefragt werde, was man nun mit seinem Geld machen soll, dann rate ich stets zur Diversifikation. D.h., die Streuung in unterschiedliche Anlageklassen. Je nach Vermögenssituation müssen die Investoren aber für sich selbst die Entscheidung treffen, worauf sie die Akzente setzen möchten. Neben Aktien sind m.E. auch Rohstoffe und Immobilien mittel- bis langfristig interessant.

In der heutigen Ausgabe möchte ich auf eine besondere Situation von zwei großen Unternehmen hinweisen, die ihre Ausgangssituation durch eine Übernahme oder Elefantenhochzeit verbessern könnten.

Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung beim Lesen dieser Ausgabe und einen schönen Wochenstart.

Beste Grüße,

Mario Hose
Geschäftsführer der Apaton Finance GmbH

Nokia vor Elefantenhochzeit?

Unternehmen

Nokia Corp.

ISIN:

FI0009000681

Kurs vom 20.09.2010:

7,60 EURO

Homepage:

www.nokia.de

WKN:

870737

Kurspotenzial:

+20%

Das finnische Mobilfunkunternehmen gehörte lange Zeit an der Börse zu den wertvollsten Firmen in Europa. Die Stellung im hart umkämpften Handy-Markt war mehr oder weniger gesichert. Mit dem zunehmenden Erfolg von Apple und Google im Smartphone-Segment verliert Nokia nun jedoch immer mehr Marktanteile. Seit kurzem gab es an der Spitze des skandinavischen Unternehmens einen interessanten Vorstandswechsel. Der erfolglose Nokia Ex-Boss Olli-Pekka Kallasvuo musste dem ehemaligen Microsoft-Manager Stephan Elop weichen.

Microsoft als Retter
Mit Elop an der Spitze steigt die Chance einer Übernahme durch den Software-Giganten Microsoft. Das US-Unternehmen sieht ähnlich wie Nokia seine Anteile an den Zukunftsmärkten schwinden. Mit viel Geld versucht Microsoft-Boss Steve Ballmer immer wieder einen Fuß in die Tür von Wachstumsmärkten zu bekommen. Was man jedoch nicht kaufen kann, ist die Beliebtheit bei den Anwendern. So macht das Image von Apple und Google dem deutlich weniger beliebten Monopolisten von PC-Betriebssystemen zu schaffen. Durch eine Übernahme von Nokia könnte sich Microsoft jedoch die Stellung im Markt des mobilen Internets sichern und ausbauen.

Marktanteile schrumpfen
Im Jahr 2007 verzeichnete Nokia mit seinem Betriebssystem Symbian noch einen Marktanteil von über 64%. Zum Ende dieses Jahres werden es wahrscheinlich nur noch 40% sein. Zu fürchten haben Nokia und Microsoft laut einer Branchenschätzung vor allem das Betriebssystem Android von Google. In rund vier Jahren dürften die Marktanteile von Android und Symbian jeweils rund 30% betragen. Derzeit hat Android noch einen Anteil von 20%. Der Marktanteil von Windows Mobile soll laut einer Marktrecherche von Gartner von 10% im Jahr 2007 auf mittlerweile 5% geschrumpft sein.

App-Markt im Fokus
Spätestens seit der gemeinsamen Aufklärungskampagne von Apple und Deutsche Telekom wissen ein Großteil der Menschen hierzulande, was eine App ist und was damit alles ermöglicht wird. Es ist also kaum verwunderlich, dass für Apple’s iPhone mittlerweile mehr als 0,25 Mio. Apps zur Verfügung stehen. Für Google’s Android stehen mehr als 75.000 Apps bereit. Mit rund 10.000 Apps ist Nokia weit abgeschlagen. Nokia’s Hardware Know-how und Microsoft’s Software Kompetenz würden somit eine Win-Win-Situation bieten, um im App-Markt aufschließen zu können.

Elop ein Serientäter?
Der neue Nokia-Boss Elop bringt neben seinen Verbindungen in die Microsoft-Spitze auch Fusions-Erfahrung mit. So sorgte Elop bereits nach drei Monaten als Chef von Macromedia, dem Entwickler von Flash, für die Übernahme durch Adobe. Auch nach der Fusion setzte Elop seinen Dienst für das Unternehmen fort und begleitete die Integration. Diese Erfahrungen könnten auch bei einer Übernahme durch Microsoft eine wichtige Rolle spielen.

Nokia

Fazit:  Die Aktie von Nokia ist vor dem Hintergrund einer Übernahme ein Engagement wert. Ohne Übernahme-Szenario dürfte die Zukunft des Unternehmens jedoch holprig werden, es sei denn, der frischen Spitze gelingt es, Nokia neu zu erfinden. Letztlich hängt jedoch der zukünftige Ertrag im Wesentlichen von der Marge ab und die ist bei Innovationen bekanntlich am höchsten. Bereits im Jahr 2009 sank die operative Marge auf 12% von zuvor 17% in 2008.


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