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Investoren Dinner

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Ausgabe 12:
Praktiker + Balda

Donnerstag, 05. November 2009

Vorwort

Liebe Leser,

in den vergangenen Wochen ist der DAX um rund 400 Punkte gefallen und somit bieten sich wieder neue günstige Einstiegsmöglichkeiten u.a. bei den Blue-Chips an, die wir Ihnen in den vorangegangen Ausgaben vorgestellt haben. Die Schwankungen am Markt können für Ein- und Ausstiege genutzt werden, im Vordergrund muss jedoch auch stets die Risiko-Minimierung stehen, um einen Schiffbruch zu verhindert. Legen Sie also bei jedem Einstieg ein Niveau fest, bei dem Sie verkaufen werden - falls die Aktie in die falsche Richtung laufen sollte.

Mit Balda und Praktiker stellen wir Ihnen in der heutigen Ausgabe zwei Unternehmen vor, deren Entwicklung durchaus als interessant bezeichnet werden kann. Unter welchen Bedingungen sich ein Einstieg lohnen könnte, erfahren Sie in den entsprechenden Artikeln.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Lesevergnügen mit dieser Ausgabe.

Beste Grüße,

Hans-Joachim Bischoff
Geschäftsführer der Apaton Media GmbH

Praktiker: Kann man auf die Aktie bauen?

Unternehmen

Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG

ISIN:

DE000A0F6MD5

Kurs vom 05.11.2009:

8,00 EURO

Homepage:

www.praktiker.com

WKN:

A0F6MD

Kurspotenzial:

0%

20% auf alles, außer auf Tiernahrung - ob das auch für den Kurs gilt? Oder bietet die Aktie von Praktiker derzeit kein Upside-Potential? Die Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding betreibt derzeit unter den Marken Praktiker und Max Bahr rund 440 Baumärkte in neun Ländern. In Deutschland ist das Unternehmen an knapp 340 Standorten vertreten. Im Geschäftsjahr 2008 erzielte die Gruppe einen Umsatz in Höhe von rund 4 Mrd. Euro. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz lag bei 32%.
 
Auslandsgeschäft lahmt
Erst kürzlich, am 22. Oktober, hat das Unternehmen die Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Insgesamt konnte ein Umsatz in Höhe von 2,86 Mrd. Euro erzielt werden. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Rückgang um fast -5%.

Das Deutschland-Geschäft läuft gut. Hier konnte sogar ein kleines Umsatzplus erzielt werden. Probleme bereiten die südosteuropäischen Märkte, die besonders stark von der Rezession betroffen sind.  Konzernchef Werner rechnet für das Gesamtjahr mit einem „moderat rückläufigen Umsatz“ und einem „angemessenen, positiven EBITA“. In 2010 will das Unternehmen in Deutschland auf die Erfolgsspur zurückkehren und wieder profitabel wachsen. Auf den Auslandsmärkten dürfte dieses dem Unternehmen erst später gelingen.

Bilanzsituation verbessert
Per Ende September 2009 verfügte Praktiker über liquide Mittel in Höhe von 294 Mio. Euro. Gegenüber Ende 2008 entspricht dieses einem Anstieg um rund 60 Mio. Euro. Vor allem die Fortschritte beim Abbau der Vorräte haben hierzu beigetragen. In der Folge ist auch die Nettoverschuldung im Vorjahresvergleich deutlich (-11%) zurückgegangen. Sie betrug rund 169 Mio. Euro.
 
Fazit:  In den ersten neun Monaten hat Praktiker ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 0,11 Euro erzielt. Gegenüber 2008 entspricht dies einem Rückgang um fast -90%. Vor allem das Auslandsgeschäft bereitet Probleme, die das Ergebnis in 2010 weiterhin negativ beeinflussen dürften. Von einer deutlichen Verbesserung des Newsflows ist somit kurzfristig nicht auszugehen. Die Aktie ist auf dem aktuellen Niveau fair bewertet und daher kein Kauf.


Balda: Rückkehr in die Gewinnzone

Unternehmen

Balda AG

ISIN:

DE0005215107

Kurs vom 05.11.2009:

1,75 EURO

Homepage:

www.balda.de

WKN:

521510

Kurspotenzial:

+30%

Der einstige Neue-Markt-Star Balda schreibt nach einer langen Durststrecke wieder schwarze Zahlen - und das trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs. Die Gründe hierfür sind vor allem Kosteneinsparungen im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Auch die Materialaufwandsquote wurde gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 57% auf unter 48% gesenkt.  In Folge der Kosteneinsparung konnte Balda ein operatives Ergebnis in Höhe von knapp 1 Mio. Euro erzielen. Zudem wurden durch den Abbau der Finanzverbindlichkeiten auch die Zinsaufwendungen um über 50% gesenkt. Insgesamt lag das Ergebnis je Aktie im dritten Quartal bei 0,12 Euro. Damit konnte Balda in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ein Gewinn pro Aktie von 0,22 Euro erzielen.
 
Balda gibt Guidance aus
Die Visibilität der Geschäftsentwicklung nimmt zu und Balda hat erstmals wieder eine Guidance ausgegeben. Demnach dürfte das Umsatzniveau des dritten Quartals auch für das Schlussquartal zu erwarten sein. Bei einer Fortführung der Ergebnisentwicklung wäre das Unternehmen bei einem Gewinn pro Aktie von 0,26 bis 0,30 Euro mit einem KGV von ca. 6 attraktiv bewertet.
 
Bilanzstruktur belastet
Trotz der deutlichen Reduzierung der Finanzverbindlichkeiten weist Balda noch immer eine Nettoverschuldung in Höhe von 88,5 Mio. Euro auf. Davon sind ca. 78 Mio. Euro kurzfristiger Natur. Eine erfolgreiche Refinanzierung dürfte den Druck von Balda nehmen und die Profitabilität nachhaltig steigern.

Verkauf der TPK-Beteiligung möglich
Um die Verschuldung kurzfristig zu reduzieren, bietet sich ein Verkauf der von Balda gehaltenen TPK-Beteiligung an. Ein Abnehmer würde sich sicherlich schnell finden, da Balda-Großaktionär und Mehrheitsgesellschafter der TPK Chiang ein großes Interesse an den Anteilen haben dürfte. Durch den Verkauf könnte sich Balda auf der Finanzierungsseite Luft verschaffen. Allerdings würde dies auch die Ergebnisentwicklung negativ beeinflussen. In Folge wäre Balda nur auf Basis der beiden Sparten Medical und Infocom zu bewerten.
 
Fazit:  Aus fundamentaler Sicht ist Balda bei einem erwarteten Gewinn je Aktie von 0,26 bis 0,30 Euro attraktiv bewertet. Nun gilt es, an die Erfolge anzuknüpfen und wieder Vertrauen auf Investorenseite aufzubauen. Dieser Prozess dürfte langwierig sein, da Balda in der Vergangenheit durch Ungereimtheiten und eine schlechte Kapitalmarktkommunikation negativ aufgefallen ist. Balda steht vor großen Herausforderungen, insbesondere was die Finanzierung angeht. Aus diesem Grund wird die Aktie derzeit mit einem Bewertungsabschlag gehandelt. Falls es dem Unternehmen gelingt, die Finanzierung zu sichern ohne dabei das Tafelsilber TPK veräußern zu müssen, dürfte der Bewertungsabschlag aufgeholt werden. Spekulative Anleger können Kursrücksetzer für den Aufbau einer Position nutzen.


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