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Donnerstag, 10. Juni 2010
Liebe Leser,
der Öl-Konzern BP erlebt derzeit eine Mega-Katastrophe. Zum einen wird nun deutlich, dass das Unternehmen bei der Planung seiner Plattform Deep Horizont bei den Verschlussmechanismen gespart hat und deshalb nicht in der Lage ist, das Öl-Leck in einer angemessenen Form in den Griff zu bekommen. Die ganze Welt kann dabei zusehen, wie der Golf von Mexiko täglich weiter verseucht wird und Lebewesen qualvoll verenden. Die Kosten dieser Öl-Pest werden bis jetzt auf 1,43 Mrd. US-Dollar geschätzt. Wie weit der Schaden noch ausufern wird ist genauso unklar, wie der Zeitpunkt, wann die Verseuchung gestoppt ist. Ob die Horrormeldungen derzeit eine Einstiegsgelegenheit bieten, das weiß auch niemand. Wer mit dem Gedanken spielt, sich zu engagieren, der sollte sich diesem Risiko bewusst sein.
In der heutigen Ausgabe möchte ich Ihnen ein Unternehmen aus dem Solarsektor vorstellen, das attraktive Kennzahlen vorweisen kann.
Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung beim Lesen dieser Ausgabe und einen schönen Wochenausklang.
Beste Grüße,
Mario Hose
Geschäftsführer der Apaton Media GmbH
UnternehmenRoth + Rau AG |
ISIN:DE000A0JCZ51 |
Kurs vom 10.06.2010:19,85 EURO |
Homepage:www.roth-rau.de |
WKN:A0JCZ5 |
Kurspotenzial:+20 |
Seit Ende der 90er Jahre beschäftigt sich Roth und Rau schwerpunktmäßig mit der Entwicklung und Fertigung von Plasmaprozesssystemen für die Photovoltaikindustrie. Heute gehört Roth und Rau weltweit zu den führenden Anbietern auf diesem Gebiet. Wir sehen Roth und Rau als chancenreichen Titel, durch den Anleger von einer zunehmenden Mengenausweitung und Verlagerung der Produktionskapazitäten in der Solarindustrie profitieren können.
Preisdruck löst Investitionsschub aus
2009 war für Maschinenbauer wie Roth und Rau ein schwieriges Jahr. Insbesondere im ersten Halbjahr herrschte unter den Unternehmen eine spürbare Investitionszurückhaltung. Als Folge musste Roth und Rau einen deutlichen Umsatzrückgang ausweisen (-27,3% auf 198 Mio. Euro). Das Ergebnis ging noch deutlicher um rund -44% auf 12,9 Mio. Euro zurück. Allerdings hat sich die Lage in den letzten Monaten deutlich aufgehellt. Der Investitionsstau löst sich allmählich, die Auftragslage hat sich zu Beginn des Jahres als Folge deutlich erholt. Mit einem Auftragsbestand in Höhe von 225 Mio. Euro konnte im Vorjahresvergleich ein Anstieg von mehr als +16% verzeichnet werden.
Zwei grundlegende Wachstumstreiber
Wir sehen zwei grundlegende Treiber für die Umsatzentwicklung von Roth und Rau. Als Maschinenbauer profitiert das Unternehmen vom enormen Preisdruck im Solarsektor. Die Hersteller sind zur Senkung der Produktionskosten gezwungen, in neue, effizientere Maschinen zu investieren. Allerdings ist noch ein weiterer Trend zu erkennen: Solarunternehmen verlagern ihre Produktionsstätten bzw. bauen neue Produktionskapazitäten auf. Erst kürzlich wurde bekannt, dass First Solar, eines der größten Solarunternehmen weltweit, seine Produktionskapazitäten in Deutschland verdoppeln wird. Der Transport von Solarzellen ist schwierig und wirkt sich negativ auf die Qualität der Produkte aus. Die Hersteller sind in der Folge gezwungen, Produktionskapazitäten vor Ort vorzuhalten. Die Maschinenbauer sind die ersten Profiteure dieser Verlagerungsaktivitäten.
Fazit: Maschinenbauer wie Roth und Rau sind eine echte Alternative im Solarsektor. Sie profitieren vom anhaltenden Preisdruck und von der Ausweitung bzw. Verlagerung der Produktionskapazitäten. Trotz der schwerwiegenden Krise der Branche dürften die Maschinenbauer zukünftig gute Zahlen berichten. Für Roth und Rau liegen die Konsensschätzungen für das laufende Geschäftsjahr bei einem Gewinn pro Aktie von 0,96 Euro. Aus Basis des aktuellen Kursniveaus errechnet sich hieraus ein KGV von 20. In 2011 dürfte das Unternehmen den Gewinn deutlich steigern können. Hervorzuheben ist auch die Bilanzqualität von Roth und Rau. Die Eigenkapitalquote beträgt 76,5% - ein Wert, wie man ihn in der Solarbranche nicht allzu häufig findet. Die Liquiditätssituation des Unternehmens ist sehr komfortabel (Nettoliquidität in Höhe von ca. 6 Euro je Aktie). Damit sind rund ein Drittel der Marktkapitalisierung durch liquide Mittel abgedeckt. Vor dem Hintergrund der guten Wachstumsperspektiven und der guten Bilanzstruktur gehört Roth und Rau zu unseren Top-Empfehlungen im Bereich „Erneuerbare Energien“.
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