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Investoren Dinner

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Ausgabe 50:
Wallstreet:Online AG mit Turnaround Chance

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Liebe Leser,

in der heutigen Ausgabe möchte ich Ihnen ein Unternehmen vorstellen, das mit dem Thema Börse viel zu tun hat und Ihnen bereits bekannt sein dürfte. Warum die Aktie dieser Gesellschaft im kommenden Jahr wieder interessant werden könnte, das erfahren Sie im folgenden Artikel.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Weihnachtsfest und glückliches Jahr 2011 wünschen. In den kommenden Tagen sollten wir auch an all die Menschen denken, die aufgrund ihrer Tätigkeiten für unser Wohl nicht bei ihren Familien sein können. Dazu zählen u.a. unsere Soldaten, die ihren Dienst im Krieg in Afghanistan oder in anderen Krisenregionen ableisten müssen sowie die Mitarbeiter von Gesundheitsdiensten und sozialen Einrichtungen.

Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung beim Lesen dieser Ausgabe.

Mit freundlichen Grüßen

Mario Hose
Geschäftsführer der Apaton Finance GmbH

Wallstreet:Online AG mit Turnaround Chance

Unternehmen

Wallstreet:Online AG

ISIN:

DE0005507149

Kurs vom 23.12.2010:

0,63 EURO

Homepage:

www.wallstreet-online.ag

WKN:

550714

Kurspotenzial:

+30%

Das Internetportal wallstreet-online.de entwickelte sich in den vergangenen 12 Jahren zu einem festen Bestandteil für Recherchearbeit der Kapitalmarktteilnehmer im deutschsprachigen Raum. Der Austausch von Laien und Profis findet dort ohne Moderation statt und entsprechend variiert auch die Qualität der Beiträge. Mal sind es Gerüchte, mal Spekulationen oder auch Eigeninteressen, die ein Anlass für einen Beitrag auf dem Portal sein können.

Achterbahnfahrt im Schatten der Börse
Der Vater der Idee von wallstreet-online.de ist André Kolbinger. Im Jahre 1998 nahm das Portal den Betrieb auf und konnte seitdem turbulente Zeiten erleben. Das Schicksal der Gesellschaft korrelierte seitdem mit der Börse nahezu 1 zu 1. In der Boom-Phase der New Economy wurde Kolbinger im Vorfeld des geplanten Börsenganges von der Finanzwelt gefeiert. Mit dem Platzen der DotCom-Blase im Jahr 2000 und der verpassten Chance auf ein IPO, wurden rund neun von zehn Arbeitsplätze gestrichen. Letztlich wurde Kolbinger als Großaktionär selbst vom damaligen Aufsichtsrat an die Luft gesetzt. Nach rund einem Jahr Abwesenheit kam Kolbinger zurück und brachte die Gesellschaft wieder in die Gewinnzone. Im Jahr 2006 nahm die Wallstreet:Online AG im Rahmen eines Listings die Börsennotiz auf.

Unterschätzung des Verlagshauses
Im Frühjahr 2007 verkaufte Kolbinger seine Gesellschaftsanteile an das Verlagshaus Axel Springer. Pünktlich vor Ausbruch der weltweiten Finanzkrise. Aus Sicht von Axel Springer wurde der Betrieb des Portals sicherlich unterschätzt. Wer ein Community wie wallstreet-online.de verantwortet, der muss zwangsläufig ein Börsianer sein, um die Bedürfnisse der Nutzer zu verstehen. Im Mai 2010 kam dann die mehr oder weniger überraschende Nachricht, dass sich Axel Springer von ihrem Anteil an dem Unternehmen wieder getrennt hat und Kolbinger mit einem Aktienpaket von 75% erneut Großaktionär ist.

Restrukturierung abgeschlossen
Das Jahr 2010 stand für die Wallstreet:Online AG ganz im Zeichen der Restrukturierung. So wurde die Anzahl der Mitarbeiter von 28 auf 12 reduziert und der Rotstift an sämtlichen Kostenstellen angesetzt. Das Geschäftsmodell musste überarbeitet werden. Das Portal lebt von Werbeeinnahmen und in diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass die werbetreibenden Unternehmen einen entsprechende hohen Anteil ihrer Budgets für Marketingmaßnahmen auf wallstreet-online.de investieren. Aus diesem Grund hat sich die Unternehmensführung dazu entschieden, die Bereich Geschäftskunden (Key Accounts) durch OnVista betreuen zu lassen. In Zukunft fokussiert sich die Gesellschaft auf die Generierung von Einnahmen in Zusammenhang mit E-Commerce.

Entspannung wird erkennbar
Der Umsatz des Unternehmens ist in der Zeit der Finanzkrise von 2007 bis 2009 von 8,4 Mio. Euro auf 3,1 Mio. Euro gesunken. Gleichzeitig sank das Nachsteuerergebnis von 0,4 Mio. Euro auf -2,0 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten 2010 nahm der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 2,0 Mio. Euro auf 1,5 Mio. Euro ab. Das Ergebnis nach Steuern und Zinsen verbesserte sich hingegen deutlich von -1,9 Mio. Euro auf -0,8 Mio. Euro. Für das laufende vierte Quartal erwartet der Vorstand ein ausgeglichenes Ergebnis. Der Aktienkurs entwickelte sich in den vergangenen Jahren entsprechend. Seit dem Höchststand bei 7,40 Euro in 2007 verlor der Titel im Tief bei 0,36 Euro im Oktober 2010 mehr als 95% des Wertes.

WSO

Fazit:  Die Aktie der Wallstreet:Online AG ist illiquide und nichts für Anleger, die auf einen kurzfristigen Kursanstieg spekulieren wollen. Wer darauf setzen möchte, dass es Kolbinger wieder gelingt, die Gesellschaft in die Profitabilität zurückzubringen, der muss wahrscheinlich geduldig sein und sollte die Unternehmensentwicklung intensiv verfolgen. Aufgrund der niedrigen Marktkapitalisierung von rund 5,6 Mio. Euro ist der Titel für die meisten professionellen Marktteilnehmer derzeit uninteressant, da ein Ein- und Ausstieg mit einer Größenordnung, mit der Fondsmanager und Vermögensverwalter üblicherweise agieren, nicht möglich ist. Das Unternehmen muss jetzt beweisen, dass es wieder Geld verdienen kann. Daher ist eine Kursverdopplung in den kommenden 12 Monaten ebenso möglich, wie ein Kursrückgang im zweistelligen Prozentbereich.


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