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Porsche mit potenziellem Kursturbo

27.03.2015 15:38

Zum sechsten Mal lud die kleine aber feine Süddeutsche Aktienbank am 26. März zur Kapitalmarktkonferenz nach Stuttgart. Etwa 80 Investoren und Analysten folgten der Einladung ins edle Hotel Graf Zeppelin. Die Stimmung war prächtig. Zwar standen die deutschen Aktienindizes zum Beginn der Tagung bereits deutlich unter Wasser. Das trübte die Laune nicht. Freunde und Bekannte antworten auf meine rhetorische Frage wie es gehe, uni sono mit: „Wem es bei dieser Börse geschäftlich nicht gut geht, der muss schon etwas mächtig falsch machen.“

Diesen Tenor nahm auch Hartwig Traber, Vorstandsmitglied bei der Süddeutschen Aktienbank, bei der Anmoderation des ersten Vortragenden – Frank Gaube, Leiter Investor Relations und Finanzpresse bei der Porsche Automobilholding – launig auf. So setzte er voraus, dass wohl die meisten im Konferenzsaal ein Auto der Prestigemarke besäßen.

Traber machte aber gleich zu Beginn seiner Präsentation klar: Seit 2012 ist der Zuffenhausener Sportwagenbauer lediglich eine der zwölf Marken im VW-Konzern, an dem die börsennotierte Porsche SE durchgerechnet mit 31,5 Prozent beteiligt ist. Die Firma mit gut 30 Mitarbeitern ist heute eine reine Finanzholding, die nur noch den Namen des 1931 durch Ferdinand Porsche gegründeten Konstruktionsbüros trägt.

Um die erfolgreiche Entwicklungspartnerschaft zwischen Porsche und Volkswagen abzusichern hat Porsche 2005 begonnen, sich an VW zu beteiligen. Denn nicht immer ging es dem Unternehmen so gut wie zu der Zeit. Bis zum Beginn der 1990er Jahre haben mehrere Mitglieder der Eigentümerfamilie als Manager das Unternehmen abgewirtschaftet und an den Rand des Ruins getrieben. Erst mit Wendelin Wiedeking als Vorstandschef 1993 wurde aus der Traditions- eine Erfolgsgeschichte. Der Marktwert der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG – der weltweit einzig verbliebenen unabhängigen Sportwagen-Firma – stieg von 300 Mio. auf 25 Mrd. Euro.

Beflügelt durch die anfänglichen Profite mit den VW-Aktien, die die Gewinne aus dem Auto-Geschäft überstiegen, wurden Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter übermütig und kauften munter weiter Aktien der Wolfsburger. 2008 erhielten sie vom Aufsichtsrat die Erlaubnis einer Mehrheitsübernahme. Die Finanzkrise, die im September 2008 begann, bereitete dem spektakulären Zock ein jähes Ende. Im Juli 2009 musste Wiedeking seinen Hut bei Porsche nehmen. Er hinterließ ein Trümmerfeld. Porsche wurde nun von VW übernommen. Eine 2012 geplante Verschmelzung fand nicht statt, denn etliche Zocker, vornehmlich Hedge-Fonds, die sich mächtig versspekuliert hatten, überziehen das Unternehmen seither mit einer Flut von Prozessen. „Dieses Risiko war und ist nicht abschätzbar“, erklärt Gaube. So kam es zu der jetzigen Konstruktion, dass die Porsche SE 50,7 Prozent der Stamm-Aktien (entspricht einem Anteil von 31,5 am gezeichneten Kapital) am VW-Konzern hält.

Da die VW-Beteiligung das „Kerninvestment“ von Porsche ist und rund 90 Prozent der Vermögenswerte ausmacht, müsste der Wert der Porsche SE eigentlich gut die Hälfte des Wertes der VW-Stammaktien entsprechen. Das wären beim aktuellen Kurs von 236 Euro je VW-Stammaktie rund 35 Mrd. Euro. Bei Kursen um die 90 Euro für die an der Börse gehandelte Porsche-Vorzugsaktie ergibt sich ein Discount von mehr als 30 Prozent, rechnet Gaube vor. Das sind etwa 10 Mrd. Euro. Hauptgründe für den Abschlag sind die Rechtsstreitigkeiten, die immer noch anhängig sind. Insgesamt geht es um 5,1 Mrd. Euro. Während sämtliche Klagen in den USA beendet sind, geht es in London noch um 195 Mio. Euro. Laut Gaube wurde dieses Verfahren ausgesetzt. Die Gerichte in Stuttgart haben bestätigt, dass die von Porsche erhobene „negative Feststellungsklage“ in Deutschland verhandelt werden muss. Zwei Verfahren in Hannover und Frankfurt haben Streitwerte von 1,8 Mrd. und 1,3 Mrd. Euro. Vier Verfahren mit einem Streitwert von zusammen 2,16 Mrd. Euro sind in Braunschweig anhängig. Dazu könnten noch die Zinsen kommen.

In zweiter Instanz hat in Stuttgart, wenige Stunden nach der Präsentation von Gaube, das Oberlandesgericht die Klage von mehreren Hedgefonds, die 1,2 Mrd. Euro Schadensersatz forderten, abgewiesen. Nach einer Meldung von dpa-AFX war das Gericht der Auffassung, dass Porsche im Zusammenhang mit dem gescheiterten Übernahmeversuch von VW 2009 keine "grob unrichtigen Auskünfte" gegeben hat. Die Fonds hatten ihre Klage auf Pressemitteilungen aus dem Jahr 2008 gestützt. Damals hatte Porsche zunächst bestritten, ihren Anteil am VW-Konzern auf 75 Prozent aufstocken zu wollen. Einige Monate später gab das Unternehmen dann aber bekannt, genau diesen Plan zu verfolgen. Die Kurse schossen in die Höhe. Anleger, die auf sinkende Kurse gewettet hatten, verloren viel Geld. Genau das forderten die Fonds zurück.

Eine Revision ließ das Gericht nicht zu. Es kann aber eine sogenannte „Nichtszulassungsbeschwerde“ beim Bundesgerichtshof eingereicht werden. Dieses Urteil unterstreicht ein weiteres Mal die Position von Porsche. Doch damit sind die Verfahren noch nicht überstanden. Gaube vermutet, dass die Gegenseite auf Zeit spielt, um aus anhängigen Strafverfahren gegen Wiedeking und Härter weiterführende Informationen zu gewinnen. Es wird erwartet, dass diese Prozesse Ende des Jahres zum Abschluss kommen könnten.

Aller Unsicherheit zum Trotz, scheint der Discount von 10 Mrd. Euro nicht gerechtfertigt. Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch die Schweizer Bank UBS. Die Analysten empfehlen die Aktie in ihrer jüngsten Studie zum Kauf. Sie haben ihr Kursziel von 65 Euro auf 110 Euro angehoben.

© Der Finanzinvestor - Autor: Stefan Otto

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