10.03.2026 | 05:45
Krieg gegen den Iran befeuert Rüstungsnachfrage - NEO Battery Materials, RTX, TKMS
Die geopolitische Eskalationsphase geht mit dem Irankrieg der USA zusammen mit Israel in die nächste Phase und damit bahnt sich nach der Ukraine ein neuer internationaler Stellvertreterkrieg seinen Weg. Die Preise für Erdöl reagierten sofort und auch die Preise für Nahrungsmittel zogen in den vergangenen Tagen teils deutlich an. Sollte diese Entwicklung anhalten, sind mögliche Zinssenkungen der Zentralbanken durch die anziehenden Teuerungsraten vorerst vom Tisch. Dennoch gibt es in jeder Phase Profiteure und diese Unternehmen dürften dazugehören.
Lesezeit: ca.
4 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
CA62908A1003 , US75513E1010 , DE000TKMS001
NEO Battery Materials Momentum baut sich weiter auf
Im Zuge des Zollstreits der USA gegen den Rest der Welt und der Gegenmaßnahmen von Seiten Chinas ist den meisten Marktteilnehmern erst klar geworden, wie abhängig nicht nur die USA von Produkten aus China ist. Das machte sich nicht nur durch die Vervielfachung der Preise diverser Seltener Erden und Metalle bemerkbar, sondern zieht sich quer durch fast alle Branchen.
So rückte auch die Batterieindustrie schnell in den Fokus der Anleger, denn gerade in diesem Bereich sind chinesische Firmen führend. Doch die USA und viele andere NATO-Staaten versuchen in den letzten Monaten ihre Abhängigkeit von China zu reduzieren. Davon profitiert auch das auf Batterien spezialisierte Unternehmen NEO Battery Materials (WKN A2QQBV | ISIN CA62908A1003 | Ticker: 1BC). Der Spezialentwickler von Batteriesystemen baut im Kundenauftrag Kleinserien mit individualisierten Energiespeichern, die an die Produktbedürfnisse des Auftraggebers angepasst werden. Besonders gefragt ist das Unternehmens-Know-how bei Hochleistungszellen mit besonders hoher Energiedichte. Durch die jahrelange Weiterentwicklung von Spezialbatterien durch die Ingenieure des Unternehmens zeichnen sich diese Akkumulatoren durch schnelle Ladezyklen aus. Im Vergleich zu den Wettbewerbern aus China ein klarer Vorteil in der Wirtschaftlichkeit.
Die wachsenden Auftragsvolumina von NEO Battery Materials zeigen das zunehmende Interesse aus der Industrie an den Spezialbatterien. Von einem asiatischen Drohnenhersteller erhielt das Unternehmen im September 2025 einen Auftrag über 4,5 Mio. CAD und im Oktober 2025 folgte ein Auftrag von einem Industrieroboterunternehmen aus Südkorea über 2,5 Mio. CAD. Hier sollten die humanoiden Robotersysteme mit Hilfe von NEO Battery Materials weiterentwickelt und verbessert werden. Im folgenden Monat November 2025 folgte ein Auftrag über 3 Mio. CAD von einem in Südkorea ansässigen Hersteller von Drohnen und unbemannten Kampfluftfahrzeugen (UCAV).
Im Dezember 2025 erhielt das Unternehmen einen ersten Auftrag von einem asiatischen OEM-Automobilzulieferer und aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage musste das Unternehmen die Produktionskapazitäten ausbauen. Dafür warb NEO Battery Materials Anfang Januar 2026 insgesamt 7 Mio. CAD ein, um das Unternehmenswachstum mit neuen Produktionskapazitäten voranzutreiben. Diese sind auch nötig, denn mittlerweile kooperiert das Unternehmen auch mit dem südkoreanischen Institut der Verteidigungsindustrie und seit Februar 2026 berät der ehemalige südkoreanische 4-Sterne-General a. D. Herr Chang-Jun Ko als unabhängiger Direktor das Unternehmen. Erst letzte Woche konnte dann der CEO Spencer Huh den Vollzug des Erwerbs eines 3,2 ha großen Erweiterungsstandortes vermelden, auf dem zukünftig pro Jahr Batteriesysteme von insgesamt 500 MWh Leistung in bis zu 66.000 kleinen ISR-Drohnen (ISR - Intelligence, Surveillance, Reconnaissance) verbaut werden können. Diese sollen Aufgaben der Überwachung und Aufklärung übernehmen können.
RTX mit Milliardenauftrag
Das US-amerikanische Rüstungsunternehmen Raytheon bzw. abgekürzt RTX (WKN: A2PZ0R | ISIN: US75513E1010 | Ticker-Symbol: 5UR) konnte sein Auftragsbuch in der letzten Woche deutlich füllen. Zuerst gewann das Unternehmen einen Auftrag über 184 Mio. USD über die Ausrüstung und Wartung von militärischen Gerätschaften im Zuge des Patriot-Programms der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Das Gesamtvolumen des Auftrages wird über die Laufzeit des Vertrages und die zugehörigen Wartungsdienstleistungen auf 281 Mio. USD geschätzt.
Viel stärker im Umsatz dürfte sich aber ein vom US-Verteidigungsministerium genehmigter Auftrag über 4,7 Mrd. USD durch Ägypten im Auftragsbuch von RTX auswirken. Hier soll die Ausrüstung für das Nationale Moderne Boden-Luft-Raketensystem (NASMAS - National Advanced Surface-to-Air Missile Systems) hergestellt und geliefert werden. Dieses umfasst vier AN/MPQ-64F1 Sentinel-Radarsysteme, Hunderte von Raketen und mehrere Dutzend Lenkeinheiten. Der Auftrag geht damit nicht allein an RTX, sondern auch an dessen Kooperationspartner aus Norwegen, die Kongsberg Defence and Aerospace. Das Analysehaus Jefferies nahm den Auftrag zum Anlass, ihr Kursziel von 225 USD zu bestätigen und die Aktien auf „Halten“ zu belassen.
TKMS-Aktien vor dem Ausbruch?
Einer der führenden europäischen Marinetechnologieanbieter ist die Ausgründung von thyssenkrupp im vergangenen Jahr, die im Börsengang der TKMS thyssenkrupp Marine Systems (WKN: TKMS00 | ISIN: DE000TKMS001 | Ticker-Symbol: TKMS) mündete. Nach dem IPO Mitte Oktober 2025 zu 60 EUR je Anteilsschein stieg die Aktie am Tag der Erstnotiz kurzzeitig auf über 106 EUR, ehe sie bis Ende November 2025 zwei Tage lang sogar unter dem Ausgabepreis zurückfiel. Doch dieser wehrte nicht lange und seit Jahresanfang pendelt die Aktie zwischen 88 EUR und 103 EUR.
In Kürze dürfte diese Seitwärtsphase verlassen werden, denn ein milliardenschwerer Marineauftrag aus Kanada soll vergeben werden. Kanada will seine in die Jahre gekommene Marineflotte erneuern und darunter fällt die Anschaffung neuer U-Boote. Bei dieser Entscheidung seitens der kanadischen Regierung stehen jedoch auch noch weitere Wettbewerber in der engeren Auswahl, gegen die sich TKMS durchsetzen muss. Sollte die Entscheidung Kanadas zugunsten des deutschen Herstellers ausfallen, dürfte der Ausbruch der Aktie gen Norden erfolgen, während bei der Wahl eines Wettbewerbers der Ausbruch gen Süden erfolgen dürfte.
Fazit
Der Angriffskrieg der USA und Israel gegen den Iran hat die Nachfrage nach Rüstungsgütern besonders im Nahen Osten, aber auch im Rest der Welt weiter ansteigen lassen. Davon profitieren die vorgestellten Unternehmen im Besonderen, wobei NEO Battery Materials auch noch eine starke Nachfrage für die zivile Nutzung seiner Batteriesysteme besitzt und nicht so stark wie RTX und TKMS von Staatsaufträgen abhängig ist.