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28.07.2020 | 05:45

Rohstoffe immer teurer – Wo jetzt noch investieren? – Linde, Royal Helium, Tesla, Gazprom, Air Liquide

  • helium

Das Edelgas Helium ist ein sehr wichtiger Rohstoff mit vielen Verwendungsmöglichkeiten. Das weltweite Angebot wird jedoch immer knapper, bei gleichzeitig steigender Nachfrage. Zwar ist Helium nach Wasserstoff das zweithäufigste Gas im Universum, wird aber nicht aus der Luft, sondern als Bestandteil aus Erdgas abgetrennt. Weltweit gibt es nur weniger als 20 Erdgasfelder, aus denen Helium abgetrennt werden kann und über 80% des Heliums kommt aus drei Feldern, wobei zwei in den USA liegen und sich das andere Feld im Wüstenstaat Katar befindt.
Verwendung findet Helium in der Kernspin- und Magnetresonanztomographie (MRT), als Schweißschutzgas, Traggas für Ballone, Steuerung für Raketen in der Raumfahrt, in Computerfabriken und Quantencomputern, sowie für die Herstellung von Lasern und Glasfasern.
Wer produziert und wer verbraucht am meisten Helium und wer ist noch aktiv auf dem 11 Milliarden USD Nischenmarkt?

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode


 

Helium – Knapp und teuer

Das Edelgas Helium ist ein sehr wichtiger Rohstoff mit vielen Verwendungsmöglichkeiten. Das weltweite Angebot wird jedoch immer knapper, bei gleichzeitig steigender Nachfrage. Zwar ist Helium nach Wasserstoff das zweithäufigste Gas im Universum, wird aber nicht aus der Luft, sondern als Bestandteil aus Erdgas abgetrennt. Weltweit gibt es nur weniger als 20 Erdgasfelder, aus denen Helium abgetrennt werden kann und über 80% des Heliums kommt aus drei Feldern, wobei zwei in den USA liegen und sich das andere Feld im Wüstenstaat Katar befindt.
Verwendung findet Helium in der Kernspin- und Magnetresonanztomographie (MRT), als Schweißschutzgas, Traggas für Ballone, Steuerung für Raketen in der Raumfahrt, in Computerfabriken und Quantencomputern, sowie für die Herstellung von Lasern und Glasfasern.
Wer produziert und wer verbraucht am meisten Helium und wer ist noch aktiv auf dem 11 Milliarden USD Nischenmarkt?

Elon Musk – Tesla & SpaceX & StarLink - Heliumverbrauch

Der quirlige Elon Musk wurde als PayPal Gründer bekannt und wurde mit einem seiner nächsten Projekte, E-Autos via Tesla (ISIN: US88160R1014 WKN: A1CX3T Ticker: TL0) von der grünen Wiese aus zu produzieren, von Vielen ausgelacht. Nach den Kritikern zu urteilen, hätte Tesla schon lange und mehrfach insolvent sein müssen. Doch seine E-Autos kommen gut an und das begeistert die Investoren. Mit der aktuellen Marktkapitalisierung von Tesla mit ca. 278 Milliarden USD könnte das Unternehmen die klassischen Autobauer in die Westentasche stecken - und zwar fast alle!
Dabei wird ein anderes Projekt von Elon Musk mit SpaceX und StarLink noch gar nicht beachtet. Mit SpaceX lässt Elon Musk u.a. für die NASA Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen oder versorgt die Internationale Raumstation ISS mit Nachschub. Dass dabei viel Helium verbraucht wird, ist den meisten Marktakteuren nicht bekannt, Helium ist aber für die Steuerung von Raketen extrem wichtig. Bereits über 500 StarLink-Satelliten befinden sich im Erdorbit und bis 2027 sollen diese auf bis zu 12.000 Stück ausgebaut werden. Damit soll ein flächendeckendes Breitbandinternet anfänglich nur für die USA sichergestellt werden und später sogar für die ganze Welt.
Die Raumfahrtindustrie ist damit der größte Verbraucher von Helium und die Nachfrage wird auch langfristig hoch bleiben.

Royal Helium - Nordamerikias Helium-Hoffnung

Mit klarer Vision und Fokussierung auf ein spezielles Segment und eine spezielle Nische hat sich Royal Helium (ISIN: CA78029U2056 WKN: A2PQ6N Symbol: RD31) auf das Finden neuer Erdgaslagerstätten mit ausbeutbarem Helium-Anteil konzentriert.
Mit über 400.000 Acres Grundbesitz auf Erdgaslagerstätten mit Helium will das Unternehmen mittelfristig die zur Neige gehenden nordamerikanischen Felder ersetzen. Dass dieses firmeneigene Ziel mit den geostrategischen Planungen der USA und Canada zur unabhängigen Rohstoffversorgung übereinstimmen, öffnet auch in der Politik sehr viel leichter Türen. Dabei hat sich das Unternehmen bisher auf die kanadischen Provinzen Saskatchewan und Alberta konzentriert. Und dass diese Positionierung richtig ist, kann an der Preisentwicklung des Heliumkurses abgelesen werden. Dieser hat sich seit 2012 mehr als verdreifacht.

Linde & Air Liquide – Versorger von flüssigen Gasen

Die beiden weltgrößten Anbieter und Transporteure von Industriegasen sind Linde (ISIN: IE00BZ12WP82 WKN: A2DSYC Ticker: LIN) und Air Liquide (ISIN: FR0000120073 WKN: 850133 Ticker: AIL). Während die französische Air Liquide mit ca. 141 Euro die Aktie und einer Marktkapitalisierung von 65 Milliarden Euro aufwartet, kostet die Aktie von Linde heute, den 28.07.2020, bereits 210 Euro und die Marktkapitalisierung beträgt 109 Milliarden Euro. Dabei schüttet Air Liquide ca. 1,95% p.a. und Linde ca. 1,58% p.a. als Dividende aus. Beide Unternehmen befinden sich am Allzeithoch und teilen sich auf globaler Ebene u.a. die Versorgung von verflüssigten Gasen für die Industrie, darunter auch Helium.

Gazprom - wird auch Heliumproduzent

Das russische Gasunternehmen Gazprom (ISIN: US3682872078 WKN: 903276 Ticker: GAZ) will ab dem kommenden Jahr auch im Heliumgeschäft mitmischen. Die Heliumproduktion soll in den Feldern Chayanda und Kovykta stattfinden. Ende 2021/Anfang 2022 soll zudem die Amur-Verarbeitungsanlage zur Steigerung der Heliumproduktion genutzt werden. Dabei soll das starke Wachstum vor allem in China und Indien befriedigt werden, denn deren Nachfrage nach Helium steigt beständig. Die Aktien von Gazprom kostet zum 28.07.2020 umgerechnet ca. 2,20 Euro und die Marktkapitalisierung beträgt 52 Milliarden Euro. Der Konzern schüttet über 8% p.a. an Dividende aus.

Fazit

Der Heliummarkt ist klein und es tummeln sich dort nur weniger Player, die diesen Markt bestimmen. Wer sich direkt am Heliummarkt beteiligen will, der hat mit Royal Helium die Chance, eine 100%ige Wette auf Helium einzugehen.
Wer mehr Diversifizierung möchte, der ist bei Linde und Air Liquide gut aufgehoben, jedoch ist hier ein Kauf am Allzeithoch nicht sehr günstig, wird aber zumindest mit einer Dividende von 1,5% bis 1,95% p.a. entschädigt.
Wer diversifiziert bleiben möchte, ist auch bei Gazprom gut aufgehoben. Zwar ist die Dividendenrendite mit über 8 % p.a. sehr hoch, dafür schwankt die Aktie aber auch stärker.

Laut Werbung von Smartbroker sind die genannten Aktien von Linde, Royal Helium, Tesla, Gazprom, Air Liquide für max. 4,00 EUR pro Order und ohne Depotgebühr in Deutschland handelbar.

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Interessenskonflikt & Risikohinweis

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