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09.07.2026 | 05:45

Viel Kupfer, zu hoher Abschlag und Wachstumskatapult – Bechtle, Power Metallic Mines, TKMS

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Bildquelle: Pixabay

Geopolitische Krisen und technologische Megatrends prägen aktuell die Märkte. Der erneute Angriff der USA auf den Iran, trotz bestehender Waffenstillstandsvereinbarungen und laufender Friedensgespräche, lässt das Feuer im Nahen Osten wieder aufflammen. Auch wenn dies kurzfristig wieder für hohe Volatilität an den Märkten sorgen wird, legt dieser Bericht den Fokus auf drei spannende Werte mit klaren mittelfristigen Katalysatoren. Erfahren Sie, wie ein führender IT-Dienstleister trotz Konsolidierung charttechnisch wieder Spannung aufbaut. Entdecken Sie einen aufstrebenden Rohstoff-Explorer, der mit enormen Kupferfunden in Kanada auf sich aufmerksam macht. Zudem beleuchten wir einen maritimen Rüstungsbauer, dessen Auftragsbestand durch einen historischen Milliardenauftrag explodiert:

Lesezeit: ca. 6 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: DE0005158703 , CA73929R1055 , DE000TKMS001


 

Bechtle-Aktie: Berenberg bleibt optimistisch – aber die 200-Tage-Linie wartet noch

Die Bechtle-Aktie (WKN: 515870 | ISIN: DE0005158703 | Ticker: BC8) hat diese Woche wieder Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das Papier des IT-Dienstleisters legte am Montag um mehr als 3 % zu und notierte bis Dienstagvormittag bei rund 32,80 EUR. Doch dann setzten Gewinnmitnahmen ein und im Anschluss sorgten die erneuten Bombardements der USA im Iran für weiteren Abgabedruck und die Aktie fiel wieder unter die 31-EUR-Marke zurück. Seit Jahresanfang liegt die Aktie damit rund 29 % im Minus, auf Sicht von 52 Wochen beträgt das Minus dagegen nur etwa 18 %. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 4,05 Mrd. EUR.

Auslöser für den kurzfristigen Anstieg am Montag dürfte die Einschätzung von Berenberg sein. Die Privatbank bestätigt zwar ihre Kaufempfehlung für Bechtle, rechnet im zweiten Quartal 2026 aber nicht mit einer Anhebung der Jahresprognose. Das ist auch, was der Markt sieht. Operative Stabilität, aber noch kein wirklicher Befreiungsschlag im Ausblick. Fundamental bleibt die Lage gemischt. Bechtle ist eines der führenden IT-Systemhäuser Europas, mit Hauptsitz in Neckarsulm, Baden-Württemberg. Das Geschäftsmodell umfasst IT-Infrastruktur, Cloud, Security, Software und Beratungsdienstleistungen – also praktisch das gesamte B2B- und IT-Umfeld des öffentlichen Sektors.

Im ersten Quartal 2026 erzielte Bechtle ein Geschäftsvolumen von 2,227 Mrd. EUR, ein Plus von 13,2 % zum Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um 7,6 % auf 1,572 Mrd. EUR. Wichtig ist hier der Unterschied: Beim Geschäftsvolumen werden auch Handels- und Softwarevolumina breiter abgebildet, während der bilanzielle Umsatz durch IFRS-15-Effekte, besonders bei Software, niedriger ausfallen kann. Das EBIT legte um 14 % auf 65,2 Mio. EUR zu, das EBT um 11,5 % auf 61,6 Mio. EUR. Positiv war auch der operative Cashflow von 10,7 Mio. EUR, nachdem im Vorjahr noch ein Minus stand. Der Auftragsbestand erreichte mit 3,34 Mrd. EUR ein Rekordniveau.

Für 2025 meldete Bechtle ein Geschäftsvolumen von 8,596 Mrd. EUR, ein Plus von 8,1 %. Der Umsatz stieg dagegen nur um 1,6 % auf 6,406 Mrd. EUR. Das EBITDA lag bei 494,6 Mio. EUR, das EBIT bei 335,3 Mio. EUR und damit 4,6 % unter Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie fiel auf 1,82 EUR. Die Dividende soll dennoch stabil bei 0,70 EUR je Aktie bleiben. Für 2026 erwartet Bechtle weiterhin ein Geschäftsvolumenwachstum von 5 % bis 10 %, ein Umsatzplus von 0 % bis 5 % und ein EBT-Wachstum von 0 % bis 5 %. Solide, aber nicht euphorisch. Genau deshalb bleibt die Aktie spannend. Operativ stabilisiert sich Bechtle, doch der Markt wartet noch auf den Beweis, dass aus Stabilisierung wieder ein klarer Wachstumstrend wird. Ein Hinweis darauf könnte ein kommendes Überspringen der 200-Tagelinie liefern.

Power Metallic: Hochgradige Lion-Zone trifft auf Finanzstärke

Geopolitische Spannungen und der Trend zur strategischen Regionalisierung von Lieferketten erhöhen den Stellenwert verlässlicher Rohstoffjurisdiktionen. Insbesondere trifft dies auch auf Kupfer zu, das ein Schlüsselmetall der Elektrifizierung ist. In diesem Umfeld positioniert sich Power Metallic Mines (WKN: A40S32 | ISIN: CA73929R1055 | Ticker-Symbol: IVV1) mit dem rund 330 km² großen Nisk-Projekt in Québec als kommendes Bollwerk gegen internationale Lieferkettenrisiken. Gleichzeitig diversifiziert sich das Unternehmen bereits und exploriert mit dem Staat Saudi-Arabien auf einem weiteren Projekt auf der Arabischen Halbinsel.

Doch der Hauptfokus liegt auf der Lion-Zone des Nisk-Projektes, denn die dortigen Bohrabschnitte lassen bei jedem neuen Fund aufhorchen. Das liegt besonders an den hochgradigen polymetallischen Erzgehalten, die das Explorationsunternehmen in aller Regelmäßigkeit veröffentlichen kann. Zuletzt machte Bohrloch PML-26-105 Ende Juni 2026 auf das Unternehmen aufmerksam. Über fünf Abschnitte konnten Kupferäquivalente (CuEq) ausgewiesen werden, wobei der höchste Anteil über 5,25 m in einer Tiefe von 189 m sensationelle 8,45 % CuEq aufzeigte. Auch Bohrloch 106 zeigte auf 7,00 m umgerechnet 2,84 % CuEq und Bohrloch 115 über 13,3 m insgesamt 3,98 % CuEq. Alle bisherigen Bohrresultate deuten darauf hin, dass der Abbau anfänglich im Tagebau durchgeführt werden kann, was die Investitionskosten (CAPEX) niedriger ausfallen lassen wird als beim Aufbau einer Untertagemine.

Kurzfristig rückt daher der Blick auf die bevorstehende NI 43-101-konforme Mineralressourcenschätzung (MRE) für Lion und Nisk, die bis Ende Juli veröffentlicht werden soll, in den Fokus. Diese soll im Anschluss in eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsberechnung (PEA) überführt werden. Damit verschiebt sich bereits die Investmentstory von einem reinen Explorations-Narrativ in ein wirtschaftliches Bewertungsmodell. Das heißt, die Tonnage an Erz, mit entsprechenden Metallgehalten und die potenziellen Abbau- sowie Aufbereitungsszenarien gewinnen nach und nach immer stärker an Gewicht. Gleichzeitig stärkt Power Metallic die operative Seite durch die Berufung von Christopher Beal zum Vizepräsidenten für Betriebsabläufe. Dessen Erfahrung in Untertage- und Tagebau-Minen soll die wichtige Transparenz und Effizienz bei der anstehenden Umsetzung erhöhen. Für Investoren des Unternehmens ist dieser Übergang wichtig, da die wirtschaftliche Tragweite der Studien in dieser Phase stark von Ingenieurs-Wissen, dem Risikomanagement und dem benötigten Kapital abhängt.

Auf der Finanzierungsseite gab es daher im Juni 2026 eine Kapitalerhöhung über 28,2 Mio. CAD. Der kanadische Rohstoffmilliardär Eric Sprott zeichnete 1,6 Mio. Aktien im Gegenwert von ca. 2,0 Mio. CAD bei einem Ausgabepreis von 1,25 CAD je Aktie. Eric Sprott und auch die anderen Zeichner zeigen damit erneut, wie stark sie von diesem Projekt überzeugt sind. Power Metallic konnte so seine liquiden Mittel weiter ausbauen, um die Ressourcenschätzung (MRE), die PEA neben dem laufenden Bohrprogramm planmäßig fertigzustellen. Mit der MRE/PEA wird dann zudem deutlich, wie die berichteten CuEq-Intervalle in wirtschaftlich abbaubaren Szenarien überführt werden können.

TKMS-Aktie: U-Boot-Hoffnung aus Kanada treibt Kurs Richtung 100 EUR

Die Aktie der TKMS AG (WKN: TKMS00 | ISIN: DE000TKMS001 | Ticker: TKMS) hat am 6. Juli kräftig Schlagzeilen gemacht. Der Kurs sprang am Montag im Tagesverlauf um mehr als 11 % nach oben, durchbrach die 90-EUR-Marke und nahm damit frühere Hochs heraus. Am Dienstag konnten dann sogar kurzzeitig die 98,20 EUR erreicht werden, ehe im Anschluss Gewinnmitnahmen den Kurs wieder auf zuletzt 90 EUR drückten. Dennoch rückt nun die psychologisch wichtige Marke von 100 EUR wieder in greifbare Nähe, wo die Aktie bereits im Januar und Februar ihre bisherigen Jahreshochpunkte ausgebildet hatte. Auslöser ist der Großauftrag aus Kanada. Der kanadische Staat beschafft für die kanadische Marine bis zu 12 konventionelle U-Boote. Der Gesamtumfang für die nächsten Jahrzehnte nebst Schulung, Wartung, Torpedos usw. wird von Analysten auf über 60 Mrd. EUR geschätzt. Erste Auslieferungen sollen bis 2033 bzw. spätestens 2035 erfolgen.

Das Unternehmen TKMS (Thyssenkrupp Marine Systems) mit Sitz in Kiel gilt als einer der führenden europäischen Anbieter für nicht nuklear angetriebene U-Boote. Dazu kommen Überwasserschiffe, Marineelektronik, Sonar-, Sensor- und Waffensysteme. Gerade bei U-Booten ist das Geschäft nicht mit einem klassischen Industrieunternehmen vergleichbar. Aufträge laufen oft über viele Jahre, Umsätze werden Schritt für Schritt mit dem Projektfortschritt verbucht, und hohe Anzahlungen können den Cashflow stark schwanken lassen.

Wichtig ist außerdem die Berichtslogik: TKMS bilanziert nicht nach Kalenderjahr, sondern mit Geschäftsjahresende zum 30. September. Das erste Quartal 2025/26 umfasst daher Oktober bis Dezember 2025, das erste Halbjahr 2025/26 den Zeitraum Oktober 2025 bis März 2026. Fundamental stand TKMS bereits vor dem Großauftrag auf einer starken Basis. Im ersten Halbjahr 2025/26 stieg der Umsatz um 10 % auf 1,168 Mrd. EUR, das bereinigte EBIT verbesserte sich um 14 % auf 60 Mio. EUR. Der Auftragsbestand erreichte Ende März 2026 rund 20,6 Mrd. EUR. Für das Gesamtjahr 2025/26 erwartet TKMS ein Umsatzwachstum von 2 % bis 5 % sowie eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als 6 %. Durch den Auftrag aus Kanada ist das Wachstum damit deutlich höher als bisher erwartet und dürfte zu einer deutlichen Anpassung bei der Prognose für die kommenden Jahre führen.

Zusammenfassung

Bechtle verzeichnet im ersten Quartal 2026 ein Umsatzplus von 13,2 % und einen Rekordauftragsbestand von 3,34 Mrd. EUR. Erst ein Sprung über die 200-Tage-Linie könnte den nächsten Aufwärtsimpuls signalisieren.
Power Metallic konzentriert sich auf die Lion-Zone des Nisk-Projekts in Québec, Kanada. Mit hochgradigen Funden von Kupferäquivalenten von zuletzt bis zu 8,45 % sehen viele Marktbegleiter dieses Projekt als nächste große Mine in Kanada.
TKMS profitiert vom Großauftrag aus Kanada und peilt wieder Kurse oberhalb der 100 EUR an.



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