30.04.2026 | 05:45
Drohnen, Daten und Verteidigung – Volatus Aerospace auf dem Sprung
Die Rüstungsausgaben in den westlichen Staaten steigen seit Jahren kontinuierlich an. Damit wächst auch das Interesse an unbemannten Systemen wie Drohnen. Während klassische Rüstungskonzerne durch die starken Anstiege der letzten Jahre bereits an Bewertungsgrenzen stoßen, rücken nun spezialisierte Drohnenanbieter immer stärker in den Fokus institutioneller wie auch privater Investoren. Einer davon verdient derzeit besondere Aufmerksamkeit und es handelt sich dabei um ein kanadisches Unternehmen. Mit einem integrierten Geschäftsmodell, einer beeindruckenden Auftragspipeline und einem bald möglichen Nasdaq-Listing befindet sich dieser Wert in einer ausgesprochen günstigen Ausgangslage für weitere Kursanstiege.
Lesezeit: ca.
3 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
CA92865M1023
Ein Geschäftsmodell mit Tiefe
Das gesuchte Unternehmen heißt Volatus Aerospace (WKN: A2JEQU | ISIN: CA92865M1023 | Ticker-Symbol: ABB) ist aber kein reiner Drohnenhersteller. Das Unternehmen, das aus der Fusion mit Drone Delivery Canada hervorgegangen ist und inzwischen 19 Gesellschaften unter einem Dach vereint, versteht sich als vollständig integrierter Anbieter entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Drohnen. Dabei reicht das Spektrum von der operativen Drohnendienstleistungen wie der Aufklärung, Inspektion, Logistik und Drohnenabwehr bis hin zu datengestützten unternehmenseigenen Softwarediensten.
Herzstück des digitalen Geschäftsbereiches ist die hauseigene SaaS-Plattform SKYDRA. Dies ist erst dieses Jahr gelauncht worden und wird erst seit dem ersten Quartal 2026 aktiv vermarktet. SKYDRA wertet dabei Flug- und Sensordaten aus und verarbeitet sie zu verständlichen Analysen. Das Unternehmen erwartet mit diesem neuen Produktsegment Bruttomargen von ca. 80 %. Im Vergleich zu den reinen Hardware-Anbieter sticht Volatus entsprechend klar aus dem Feld der Wettbewerber heraus und schafft einen skalierbaren und vor allem margenstarken neuen Einkommensstrom. Aber auch das operative Drohnengeschäft lohnt sich, denn hier liegt die Bruttomarge bei ca. 32 %. Mit diesen guten Margen hat Volatus Aerospace ein solides Fundament, um das weitere Wachstum zu finanzieren.
Kanadas Verteidigungsstrategie als Rückenwind
Der vielleicht wichtigste strukturelle Treiber für Volatus ist die neue kanadische Strategie für die Verteidigungsindustrie (Defence Industrial Strategy - DIS). Die Regierung unter Premierminister Carney in Ottawa plant Verteidigungsausgaben von über 80 Mrd. CAD bis 2035 und die Vorgaben sind klar. Mindestens 70 % dieser Steuergelder müssen an heimische Unternehmen vergeben werden. Unbemannte und autonome Systeme sind dabei als strategische Schlüsseltechnologie eingestuft.
Durch die jahrelange Erfahrung ist das Unternehmen in diesem Rahmen hervorragend positioniert. Zudem ist Volatus als qualifizierter UAS-Dienstleister eingestuft und für NATO-Staaten zertifiziert. Allein auf NATO-Ebene konnte zuletzt ein mehrjähriger Trainingsauftrag im Volumen von bis zu 2,1 Mio. CAD gewonnen werden. Bisher hat Volatus in den vergangenen Jahren weltweit mehr als 100.000 Personen geschult und ausgebildet und baut sein Schulungsnetzwerk konsequent aus. Wie im letzten Quartalsbericht zu lesen ist, ist der Anteil des Verteidigungsgeschäfts am Gesamtumsatz zuletzt von 5 % auf mittlerweile 20 % gestiegen. Das Management will in diesem Segment stark weiterwachsen und plant mittelfristig eine Quote von 60 bis 65 % des Gesamtumsatzes dafür ein.
Zahlen, die überzeugen – Pipeline, die begeistert
Operativ zeigt dieses Fullservice-Drohnenunternehmen eine klare Wachstumsdynamik auf. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 26 % auf 34 Mio. CAD, die jährlich wiederkehrenden Umsätze belaufen sich auf 20 Mio. CAD. Die Liquiditätsposition ist mit rund 40 Mio. CAD mehr als solide. Das gibt dem Unternehmen ausreichend Spielraum, die eigene Produktionsinfrastruktur im Mirabel Innovation Center in Québec gezielt auszubauen, und zwar ohne auf externe Kapitalmaßnahmen angewiesen zu sein.
Besonders bemerkenswert ist die potenzielle Auftragspipeline für die kommenden Jahre, denn die könnte auf über 647 Mio. CAD ansteigen. Das übertrifft den aktuellen Börsenwert des Unternehmens von rund 435 Mio. CAD bei 0,66 CAD je Aktie deutlich. Darunter befinden sich u. a. ein Mehrjahresvertrag mit einem der größten Energieversorger Nordamerikas. Aktuell ist das Unternehmen bei einem laufende Vergabeverfahren im Wert von 70 Mio. CAD unter den letzten 25 von ursprünglich 200 Bewerbern und zeigt die weitere Wachstumskurve bei Gewinn des Verfahrens auf.
Die Analysten jedenfalls ziehen daraus ihre Schlüsse. Canaccord sieht für 2026 einen Umsatz von 44,5 Mio. CAD der bis 2028 auf 89,9 Mio. CAD anwachsen soll und gibt dafür ein Kursziel von 1,00 CAD aus. Stifel ist noch optimistischer und erwartet für 2028 einen Umsatz von über 108,6 Mio. CAD, was einer Verdreifachung gegenüber 2025 entspräche. Das Kursziel liegt aber ebenfalls bei 1,00 CAD. Angesichts der Qualität und des Umfangs der aktuellen Pipeline gelten selbst diese Prognosen unter Marktbeobachtern als eher konservativ.

Bewertung und Kurspotenzial
Aktuell notiert die Volatus-Aktie an der TSXV bei rund 0,65 CAD und damit teils deutlich unter dem Niveau vergleichbarer US-Drohnenunternehmen. Das geplante Nasdaq-Listing wird daher als wesentlicher Kurstreiber angesehen, denn mit Zugang zu einem deutlich breiteren institutionellen Investorenkreis könnte eine strukturelle Neubewertung der Aktie einsetzen. Am 20. Mai 2026 wird CEO Glen Lynch das Unternehmen auf dem International Investment Forum um 15 Uhr vorstellen. Interessierte Investoren können sich dort ein eigenes Bild vom Unternehmen und CEO verschaffen und ggf. auch Fragen beantworten lassen.

Fazit
Volatus Aerospace verbindet derzeit mehrere Wachstumskatalysatoren. Zum einen profitiert es direkt von steigenden Verteidigungsbudgets in Kanada und im NATO-Bündnis. Zum anderen besitzt es ein skalierbares hochprofitables SaaS-Geschäftsmodell und auch die Auftragspipeline der kommenden Jahre übersteigt bereits den aktuellen Börsenwert. Kursrücksetzer könnten daher als Einstiegsmöglichkeit genutzt werden, zumal mit dem geplanten NASDAQ Listing institutionelle Investoren aus den USA in den Wert investieren und so dem Unternehmen ein Re-Rating-Potenzial geben.