13.03.2026 | 05:45
Drohnenunternehmen wie Volatus Aerospace werden immer wichtiger
Durch den wiederholten Angriff der USA und Israel gegen den Iran innerhalb eines Jahres hat der Konflikt im Nahen Osten neue Dimensionen erfahren. Die in die Ecke gedrängte Islamische Republik Iran kämpft gegen die überlegenden Armeen einen asymmetrischen Krieg der Nadelstiche und versucht durch unkonventionelle, punktuelle Angriffe auf den überlegenen Gegner diesen zu zermürben. Dabei sind Drohnenangriffe oder Angriffe mit Raketen mittlerer Reichweite ein wesentlicher Bestandteil der Kriegsführung geworden. Auch der Angriff auf alle Nachbarländer mit Stützpunkten des Feindlandes USA gehört dazu und stürzt die ganze Region an die Schwelle des Chaos. Entsprechend stark ist nun die staatliche Nachfrage nach Verteidigungsgütern und unbemannten Flugobjekten nicht nur von den Ländern aus dem Nahen Osten, sondern aus allen größeren Nationen auf der Erde.
Lesezeit: ca.
4 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
CA92865M1023
Nachfrage steigt bei Volatus Aerospace
Das auf die Entwicklung von Drohnen und unbemannten Flugobjekten fokussierte kanadische Luftfahrt- und Verteidigungsunternehmen Volatus Aerospace (WKN: A2JEQU | ISIN: CA92865M1023 | Ticker-Symbol: ABB) ist seit dem ersten Irankrieg von Israel und den USA im Juni 2025 in den Fokus erster Investoren gerückt. Bereits im Ukraine-Russland-Krieg hat sich die bisherige Kriegsführung hin zum massenweisen Einsatz von Drohnen entwickelt und hat sich dabei zu einer neuen Waffengattung im Militär der kriegführenden Parteien etabliert. Das haben auch die Generäle und Verteidigungsministerien vieler anderer Nationen erkannt und entsprechend rüsten sie ihre eigenen Truppen mit unbemannten Flugobjekten und Einheiten von Drohnenpiloten aus.
Dadurch hat sich ein ganz neuer Bedarf an Ausbildungs- und Schulungsmaßnahmen im Umgang mit Drohnen auf der ganzen Welt entwickelt, die bisher nur wenige lizenzierte Unternehmen auch qualifiziert durchführen können. Dabei ist nicht nur das Training von dem Angriff und dem Kamikazeeinsatz im Luft- & Bodenkrieg wichtig, sondern vor allem auch die Aufklärung des Kampfgebietes und des feindlichen Hinterlandes wie auch die Versorgung der eigenen Truppen sind ein wichtiges Betätigungsfeld dieser neuen Waffengattung.
Bereits eine NATO-Zertifizierung besitzt Volatus Aerospace für seine Drohnen und sein Ausbildungsprogramm und entsprechend wächst seit Monaten die Nachfrage auch aus dem Umfeld von NATO-Staaten. Die ersten Aufträge aus diesem Segment arbeitet das Unternehmen bereits ab und bestehende Kontrakte wurden zuletzt verlängert und vom Umfang teils mehr als verdoppelt. Die Kanadier übernehmen dabei z. B. die taktischen Geheimdienst-, Überwachungs- und Aufklärungsschulungen u. a. für eine Vertragspartei aus dem NATO-Umfeld.
Aber nicht nur im militärischen Bereich ist das Unternehmen aktiv, sondern den meisten Umsatz erzielten die Kanadier im zivilen Segment mit der Luftüberwachung von verschiedenen Standorten. Mit ihren ferngesteuerten Flugsystemen (RPAS) übernehmen die Kanadier für einen großen nordamerikanischen Energiekonzern die Inspektion und Kartierung von ca. 160.000 km Stromleitungen. Für diesen derzeit bis August 2028 abgeschlossenen Auftrag erhält Volatus Aerospace über die Laufzeit ca. 15 Mio. CAD und kann auf Wunsch des Auftraggebers noch per Option verlängert werden.

Neuauftrag von Offshore-Windunternehmung
Diese Woche, am 11. März 2026, verkündete das Unternehmen für bemannte und unbemannte Luftsystemen einen Vertrag mit einem großen Offshore-Windenergieunternehmen. Bei diesem Spezialauftrag soll ein sicherer, zuverlässiger Drohnentyp entwickelt werden, der bis zu 100 kg Nutzlast auch unter kritischen Wetterbedingungen transportieren kann. Der Drohnentyp soll dabei nicht nur von Land zum Schiff oder von Land zur Windkraftanlage fliegen können, sondern auch von Schiff zu Schiff und von Schiff zur Windkraftanlage fliegen, aber auch sicher starten und landen können, um die dauerhafte Wiederholbarkeit des Drohnenfluges zu gewährleisten. Die im Rahmen dieses Vertrages gewonnenen Erkenntnisse und Weiterentwicklung sollen im Anschluss für eine neue Generation an robusten und autonomen Luft- und Raumfahrtsystem dienen und zukünftig auch bei kritischer Infrastruktur im Seeverkehr und anderen Missionsumgebungen z. B. im militärischen Bereich verwendet werden.
Auch wenn der Chief Operating Officer (COO) Greg Colacitti aus Verschwiegenheitsgründen keine Aussage zu den finanziellen Vertragsdetails mitteilte, sagte dieser zu dem Vertrag im Allgemeinen: „Unser Fokus liegt auf der operativen Umsetzung und der wirtschaftlichen Rentabilität. Dieses finanzierte Programm ist so strukturiert, dass Schwerlast-Offshore-Lieferdrohnen in die routinemäßigen Wartungsarbeiten von Windkraftanlagen integriert werden. Die zentralisierte Steuerung und Missionsüberwachung durch unser operatives Kontrollzentrum bietet industrielle Auslieferdrohnen, die wiederholbar, skalierbar und wirtschaftlich rentabel sind, um langfristig in Offshore-Windoperationen und anderen anspruchsvollen maritimen Logistikumgebungen eingesetzt zu werden.“
SaaS-Plattform wird vermarktet
Bereits im Februar führte Volatus Aerospace eine unternehmenseigene Software-as-a-Service-Plattform (SaaS) für seine Drohnentechnologie ein. Die Plattformsoftware mit dem Namen SKYDRA dient zur Unterstützung der operativen Planung und der Simulation zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge (CUAS). Das bisherige Angebot für den Verteidigungssektor wurde so um eine digitale Komponente erweitert, um die Simulationen und Bereitschaftsübungen zur Drohnenabwehr zu verbessern. Durch diese zum Patent angemeldete Software sollen wiederkehrende Erlöse eine neue, stetig wachsende Ertragsquelle, und so den Umsatz des Unternehmens sukzessive erhöhen.
Da der globale Markt für die Abwehr von unbemannten Flugsystemen nach Brancheninsidern bis 2030 auf 20 Mrd. USD anwachsen soll, will Volatus Aerospace sich einen Teil des Umsatzkuchens sichern. Dabei rücken durch die Eskalation des Irankrieges immer stärker der Schutz von kritischer Infrastruktur in den Fokus ganzer Nationen weltweit. Ggf. könnte dieser auf 20 Mrd. USD geschätzte Markt durch den Beschuss von Ölanlagen, Flughäfen, Hafeninfrastruktur, Schulen und zivilen Gebäuden im ganzen Nahen Osten auch noch deutlich stärker wachsen, als die Experten noch vor dem Irankrieg erwartet hatten.
Zusammenfassung
Das NATO-zertifizierte kanadische Luftfahrt- und Verteidigungsunternehmen Volatus Aerospace befindet sich mit seinen unbemannten Drohnen und seiner SaaS-Plattform SKYDRA in einem stark wachsenden Markt. Mit seinen Angeboten für die zivilen wie auch militärischen Anwendungen ist das Unternehmen bestens für die wachsende Nachfrage positioniert und dürfte mit entsprechend wachsendem Auftragsbuch stärker bei den Aktionären nachgefragt werden.