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28.05.2024 | 05:45

Jetzt noch aufspringen? Altech Advanced Materials, Gerresheimer AG, Wacker Chemie Aktie

  • Altech Advanced Materials
  • Gerresheimer AG
  • Wacker Chemie
Bildquelle: pixabay.com

Die Unternehmer und Wirtschaftsverbände diskutieren derzeit die „Null-Bock-Mentalität“ in Deutschland und wünschen sich eher einen Reformkanzler Gerhard Schröder, um das Land aus der Abwärtsspirale der letzten 17 Jahren wieder befreien zu können. Doch während sich die Ampelpolitik in ihrem eigenen Berliner Fahrwasser und internen Koalitionsstreitigkeiten im Kreis bewegt, dreht sich an der Börse in dieser Woche eher die Frage, ob die EZB in der kommenden Woche die Zinsen nun erstmalig wieder senkt oder nicht, denn das hätte auch kurzfristig Auswirkungen auf die deutschen und europäischen Börsen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: DE000A2LQUJ6 , DE000A0LD6E6 , DE000WCH8881


 

Altech Advanced Materials – Rücksetzer zum Einstieg nutzen

Um Basisrohstoffe für erneuerbare Energien in der Automobilbranche in Deutschland den deutschen Automobilherstellern zur Verfügung stellen zu können, will das Heidelberger Unternehmen Altech Advanced Materials (WKN: A2LQUJ | ISIN: DE000A2LQUJ6 | Ticker-Symbol: AMA1) hierzulande ein Batteriewerk aufbauen. Die Pilotanlage im sächsischen Chemiepark Schwarze Pumpe arbeitet bereits und wird durch das Tochterunternehmen Altech Batteries GmbH betrieben. Die Erfahrungen aus der Pilotanlage und die vorgenommenen Anpassungen will das Unternehmen nun in die Massenproduktion überführen.

Die dafür nötige endgültige Machbarkeitsstudie (DFS) für das geplante Batteriewerk Schwarze Pumpe wurde bereits Ende März diesen Jahres vorgelegt und würde 156 Mio. EUR Investitionskosten auslösen. Die Amortisationszeit bei einem internen Zinsfuß von 19 % beträgt ca. 3,7 Jahre und es könnten dann ca. 8.000 t mit Silizium beschichtetes Anodenmaterial produziert werden. Als Abnehmer kämen u. a. die Automobilproduzenten infrage, denn mit nur 10 % Beimischung bei bisherigen Batteriekomponenten kann die Energiedichte der Batterie um mindestens 30 % erhöht werden. Übersetzt heißt das nichts anderes, als dass Batterien für die Elektromobilität leichter werden und mehr Leistung haben und so auch mehr Reichweite erzielen können.

Gerresheimer AG setzt Zeichen

Das Unternehmen Gerresheimer AG (WKN: A0LD6E | ISIN: DE000A0LD6E6 | Ticker-Symbol: GXI) hat am gestrigen Tag bekannt gegeben, seine Produktionskapazitäten für medizinische Geräte in den USA zu erweitern. Konkret soll die Erweiterung in Peachtree City im Bundesstaat Georgia erfolgen und dies schafft dort mehr als 400 Arbeitsplätze. Damit setzt die Gerresheimer AG ein Zeichen für die zunehmende Wichtigkeit des nordamerikanischen Marktes. Am auszubauenden Standort sollen u. a. Inhalatoren und Autoinjektoren produziert werden.

Das in zwei Stufen unterteilte Investitionsvorhaben umfasst ein Volumen von 180 Mio. USD, wovon die erste Bauphase bereits kurz vor Abschluss steht. Hier entstehen ca. 7.700 m² Produktionsfläche und der Produktionsstart ist für Ende 2024 avisiert. In der zweiten Bauphase wird ein neues Werk mit einer Fläche von 10.200 m² entstehen und soll Ende 2025 in Produktion gehen. CE Dietmar Siemssen betonte die Bedeutung des nordamerikanischen Marktes wie folgt: „Der Ausbau des Standorts in Peachtree City ist bedeutend für unser Medical Device Geschäft in den USA.“

Wacker Chemie mit Kursanstieg

Die Aktie von Wacker Chemie (WKN: WCH888 | ISIN: DE000WCH8881 | Ticker-Symbol: WCH) konnte in den vergangenen Tagen wieder auf sich aufmerksam machen und die 100 EUR Marke zurückerobern. In den vergangenen zwei Jahren war das Chemieunternehmen aufgrund hoher Energiekosten und sinkenden Margen in einem Abwärtstrend gefangen, doch die Aktie konnte sich zuletzt im Bereich der 100 EUR Marke nach einer Kurshalbierung stabilisieren. Bei dem Polymerspezialist ist die negative Entwicklung der letzten Jahre übertrieben in die Kursentwicklung eingeflossen, so dass leichte wirtschaftliche Verbesserungen zu einem Stimmungswechsel der Anleger führen könnte.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sieht in der kürzlich neu gefassten Prognose für 2024 einen Umsatzanstieg seiner Mitgliedsunternehmen von 1,5 % in diesem Jahr und nicht mehr ein Minus von 3,5 %, wie zuvor noch erwartet. Damit hellt sich die Stimmung leicht auf und liefert einen ersten Silberstreifen am Horizont der Branche. Inwieweit sich das auf Wacker Chemie übertragen lässt, kann aus der VCI-Prognose nicht geschlossen werden, aber nur leichte Verbesserungen in den kommenden Q2 Berichten dürfte die Aktie wieder ansteigen lassen. Daher ist der aktuelle Einkaufspreis der Aktie von 106,70 EUR für mutige Investoren sicherlich eine Überlegung wert.

Fazit

Die Altech Advanced Materials Aktie notiert derzeit noch am Jahrestief, da das Unternehmen mit Bund, Länder und Investoren über die Finanzierung der Massenproduktion verhandelt. Das bietet daher Investoren die Chance, die derzeitige Marktunsicherheit als günstige Einkaufschance zu nutzen. Bei Wacker Chemie scheint die Korrekturphase sich dem Ende zuzuneigen, während Gerresheimer mit dem Ausbau des Standortes in den USA den dortigen Markt als Wachstumsmotor seiner zukünftigen Geschäfte sieht.



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