24.06.2026 | 05:45
Lahontan Gold: Nevada-Projekt als Lackmustest im Goldzyklus
Gold bleibt im Spannungsfeld aus geopolitischen Konflikten, unsicher gewordenen Lieferketten und einer nur sehr langsam nachlassenden Kerninflation ein strategischer Portfolio-Baustein. Während weitere Zinsanhebungen und USD-Stärke kurzfristig noch für Rücksetzer sorgen können, stützen die strukturelle Nachfrage nach Gold durch die Zentralbanken der Welt, aber auch institutioneller und privater Investoren den Goldmarkt. In diesem positiven Umfeld für Gold versucht Lahontan Gold, den Sprung vom Explorer zum Entwickler zu vollziehen und das Santa-Fe-Projekt in Nevada bis Ende 2027 wieder in Produktion zu bringen.
Lesezeit: ca.
3 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
CA50732M1014
Lagebild: Rückenwind, aber kein Freifahrtschein
Die Attraktivität von Gold speist sich aktuell weniger aus „Risk-on“-Narrativen, sondern aus der Absicherung gegen politische Schocks, Überschuldungsproblematiken vieler Länder und geldpolitische Eskalationen. Gleichzeitig war der Sektor in der Vergangenheit sensibel bei anhaltenden Zinserhöhungen. Höhere Realzinsen senken die Bewertungsmultiplikatoren an der Börse, besonders bei Unternehmen ohne Cashflow.
Lahontan Gold (WKN: A3DKKY | ISIN: CA50732M1014 | Ticker: LG) muss daher nicht nur durch Bohrprogramme weitere geologische Goldvorkommen im Gestein nachweisen, sondern auch den belastbaren Pfad durch Zulassungserlaubnisse, Minenbau und die Projektfinanzierung stetig nachweisen. Genau diese Komponenten entscheiden bei Explorationsunternehmen, ob aus einer Ressource mit Goldunzen im Boden auch tatsächlich ein Produzent werden kann.
Santa Fe: Historische Mine vor Comeback
Das Flaggschiff des kanadischen Explorationsunternehmens ist das Santa-Fe-Projekt. In dieser ehemaligen Gold- und Silbermine wurden historisch rund 359.202 Unzen Gold und 702.067 Unzen Silber gefördert. Auf aktueller NI-43-101-Gutachtenbasis weist das Projekt eine angezeigte Ressource von 1,539 Mio. Unzen Goldäquivalent sowie zusätzlich 411.000 Unzen Goldäquivalent in der abgeleiteten Kategorie aus. Damit ist der Goldexplorer nicht mehr allzu weit von der magischen 2-Mio.-Unzen-Schallmauer entfernt, die für viele Marktteilnehmer als Meilenstein für eine mögliche Übernahme angesehen wird.
Die nächsten Schritte, die das Unternehmen durchführt, sind u. a. die Aktualisierung der Ressourcendaten und eine neue wirtschaftliche Bewertung (MRE/PEA). Das sind im Moment die zentralen Stellschrauben, die direkt die Kapitalkosten und die Finanzierungsfähigkeit des Projektes beeinflussen.
Bohrprogramm 2026: Calvada bestätigt, Slab West mit neuen Goldvorkommen
Die jüngsten Resultate aus dem Bohrprogramm 2026 liefern sowohl technische als auch potenziell wertsteigernde Signale, die in der vorläufigen Machbarkeitsstudie ggf. noch mit einfließen werden. Im Bohrgebiet Calvada durchschnitt das Bohrloch CAL26-02C insgesamt 90,8 m mit 0,44 g/t Goldäquivalent (Oxid). Der goldhaltige Abschnitt liegt nahe bzw. unterhalb der aktuellen Ressourcengrube und zeigt eine Erweiterung des goldführenden Erzgesteins auf. Noch relevanter ist aber die Entdeckung im Abschnitt „Slab West“.
Dort trafen vier von fünf RC-Bohrungen Goldmineralisierung, darunter 35,0 m mit 0,34 g/t sowie 61,0 m mit 0,26 g/t Goldäquivalenten. Diese neue Goldzone gilt laut Unternehmen als in alle Richtungen offen. Ebenfalls meldet Lahontan, dass die für das Genehmigungsverfahren maßgeblichen geotechnischen Bohrungen keine wesentlichen Grundwasserfunde aufwiesen. Für den Goldexplorer verbessert das im US-Bundesstaat Nevada die Planbarkeit und das weitere Prozedere im laufenden Genehmigungsverfahren für den Minenaufbau.

Quelle: LSEG Refinitiv, Wochenchart Lahontan Gold seit Börsengang
Bewertung und Finanzierung
Mit rund 421,8 Mio. ausstehenden Aktien, einem Schlusskurs von 0,355 CAD (23.06.2026) und einer Marktkapitalisierung von ca. 150 Mio. CAD bleibt Lahontan noch klar im Junior-Segment. Dieses Marktsegment zeichnet sich gerade in Korrekturphasen typischerweise durch überproportionale Schwankungen in beide Richtungen aus. Für potenzielle Investoren ist daher entscheidend, ob die angekündigten Studien-Updates und der laufende Projektfortschritt die weiteren Kapitalkosten senken und ob eine angekündigte Finanzierung zum Jahresende zu vertretbaren Konditionen abgeschlossen werden kann.
Die aktuellen Goldpreise oberhalb der 4.000 USD sind dabei zwar unterstützend, aber bei dem Übergang vom Entwicklungsplan zur physischen Goldproduktion zählt in der Regel als Erstes die Kapitalstruktur inkl. Reservepuffer, die Einhaltung des vorgesehenen Zeitplans sowie die Vorlage aller behördlichen Genehmigungen. Bisher zeichnet sich gerade hier das Management um CEO Kimberly Ann aus und lieferte regelmäßig ab.
Fazit
Lahontan liefert mit Slab West und der Bestätigung tieferer Goldmineralisierung bei Calvada neue Vorkommen und damit Argumente für erweiterte Ressourcen- und Laufzeitphantasie. In den kommenden Wochen und Monaten wird für September 2026 eine neue Wirtschaftlichkeitsstudie erwartet und auch das Bohrprogramm ist bis 2027 finanziert. Ende 2026 soll dann aber die Finanzierungsentscheidung für den Minenaufbau gefällt werden. Hierbei strebt die Geschäftsführerin Ann ein Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapitalfinanzierung von 80 zu 20 an, um das Projektvolumen von ca. 135 Mio. USD für den Minenaufbau zu stemmen. Bei diesem Verhältnis würden die bestehenden Aktionäre so wenig wie möglich verwässert. Durch die hohe Profitabilität des Projektes könnte das Fremdkapital in kürzester Zeit wieder getilgt und so ein hoher Shareholder Value geschaffen werden.