07.07.2026 | 05:45
Lahontan Gold: Nevadas kommender Goldproduzent?
Der Goldpreis konsolidiert seit Ende Januar 2026 und trotz Rücksetzer notiert das Edelmetall mit über 4.100 USD je Unze oberhalb der Kurse von September 2025 als erstmalig die 4.000-USD-Marke durchbrochen worden ist. Die geopolitischen Spannungen, ungelöste Lieferkettenprobleme und Zentralbanken, die ihre Devisenreserven verstärkt in Gold umschichten, stützen den Goldpreis fundamental. In diesem makroökonomischen Umfeld positioniert sich der Goldexplorer Lahontan Gold als aussichtsreicher Akteur im US-Bundesstaat Nevada. Das Unternehmen strebt an, die Transformation zum Produzenten zu vollziehen und das Santa-Fe-Projekt bis Ende 2027 in Betrieb zu nehmen.
Lesezeit: ca.
3 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
CA50732M1014
Zinsumfeld versus Projektpotenzial
Hohe Realzinsen belasten historisch betrachtet die Bewertungen von Explorern und Unternehmen in der Wachstumsphase. Doch trotz steigender Zinsen und der Rücksetzer beim Goldpreis profitiert die Aktie von Lahontan Gold (WKN: A3DKKY | ISIN: CA50732M1014 | Ticker: LG) durch eine starke Aktionärsbasis, die bisher jeden Kursrücksetzer aufkaufte. Getrieben werden die Erwartungen der Investoren von der Reaktivierung der historischen Santa-Fe-Mine. Diese steht im Zentrum der strategischen Ausrichtung des an der kanadischen wie auch deutschen Börse gehandelten Unternehmens.
Ressourcenbasis nahe der Übernahmeschwelle
Das Santa-Fe-Projekt lieferte als ehemalige Gold- und Silbermine in der Vergangenheit erhebliche Edelmetallmengen. Historisch gefördert wurden rund 359.202 Unzen Gold und 702.067 Unzen Silber. Aktuell weist das Areal angezeigte Ressourcen von 1,539 Mio. Unzen Goldäquivalent sowie 411.000 Unzen in der abgeleiteten Kategorie auf. Damit rückt die strategisch wichtige Marke von zwei Millionen Unzen für dieses Projekt in greifbare Nähe. Die Zwei-Millionen-Unzen-Schwelle ist im Goldmarkt ein Triggerpunkt, der bei institutionellen Akteuren oft direktes M&A-Interesse hervorruft, weil Goldproduzenten oftmals Unternehmen übernehmen, die mindestens diese Ressourcenbasis bei einem Projekt aufweisen. Derzeit wird bei Lahontan Gold die Aktualisierung der Ressourcendaten und eine neue wirtschaftliche Bewertung (MRE/PEA) durchgeführt. Durch diese zentralen Stellschrauben können die Kapitalkosten und die Finanzierungsfähigkeit des Projektes beeinflusst werden, welche sich zudem am ehesten positiv auf die Unternehmensbewertung auswirken dürften.
Bohrprogramm 2026 liefert neue Funde
Aktuelle Bohrungen des laufenden Bohrprogrammes untermauern zusätzlich das geologische Potenzial des Projektgebietes eindrucksvoll. Bei dem Projektabschnitt „Calvada“ durchteufte eine Bohrung 90,8 Meter mit 0,44 Gramm Goldäquivalent je Tonne. Das zeigt bereits die Mächtigkeit der dortigen Goldvorkommen und das zukünftige Potenzial. Zudem bestätigten vier weitere Bohrungen auf dem Abschnitt „Slab West“ neue Goldvorkommen, darunter 35 Meter mit 0,34 Gramm. Diese nach allen Seiten offene, neuentdeckte Zone bietet zusätzlichen Raum für ein weiteres Ressourcenwachstum in den nächsten Quartalen. Entsprechende neue Bohrungen in diesem Gebiet sind bereits geplant und sollen im Anschluss auch niedergebracht werden.
Risikoreduktion durch saubere Dokumentation
Ein oft unterschätztes Risiko im Minenbau sind unkalkulierbare Wasserprobleme. Um dieses Risiko auszuschließen bzw. zu reduzieren, wurden die entsprechenden geotechnischen Bohrungen im Santa-Fe-Projekt bereits durchgeführt. Die jüngsten Ergebnisse zeigten keine signifikanten Grundwasservorkommen im geplanten Grubenbereich und die Resultate aus den Bohrungen wurden der Aufsichtsbehörde bereits mitgeteilt. Diese hydrologischen Daten aus dem Untergrund werden den laufenden Genehmigungsprozess in Nevada maßgeblich erleichtern. Für das Unternehmen selbst steigt dadurch die Planbarkeit für die künftige Wiedereinrichtung des Minenbetriebes spürbar an.
Kapitalstruktur und Finanzierungsplan
Mit rund 421,8 Mio. ausstehenden Aktien und etwa 159 Mio. CAD Marktkapitalisierung steht die Refinanzierung der Baukosten für die Wiederinbetriebnahme der alten Santa-Fe-Mine im Fokus des Goldexplorers. Die im September 2026 erwartete Machbarkeitsstudie bildet dabei den nächsten Meilenstein für die zum Jahresende 2026 anstehende Investitionsentscheidung. Die initialen Investitionskosten (CAPEX) werden derzeit mit 135 Mio. USD angenommen. Um dem Shareholder-Value-Gedanken gerecht zu werden und die Verwässerung der bestehenden Aktionäre so gering wie möglich zu halten, strebt CEO Kimberly Ann eine Finanzierung der Baukosten mit 80 % Fremdkapital an. Die Eigenmittel würden damit bei 20 % liegen und ca. 27 Mio. USD betragen. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 0,375 CAD würde die mögliche Verwässerung bei ca. 17 % liegen. Sollten die weiteren Bohrergebnisse aber ebenfalls positiv und auch die neue Machbarkeitsstudie besser ausfallen, dürfte der Aktienkurs bei gleichbleibendem oder ansteigendem Goldpreis weiter anziehen und damit sollten die möglichen Verwässerungseffekte geringer ausfallen als bisher erwartet.

Fazit
Lahontan Gold liefert kontinuierlich geologische Fakten und minimiert gleichzeitig nach und nach die für Explorer und Entwickler üblichen Projektrisiken. Die anvisierte Finanzierungsstruktur für den Minenaufbau erscheint bei Edelmetallpreisen oberhalb der 4.000 USD mehr als nur plausibel. Gelingt der Abschluss der Machbarkeitsstudien im Herbst 2026, besitzt das Papier echte Neubewertungsphantasie. Die im obigen Chart bereits erkenntliche Bullenflagge spricht für einen anstehenden Ausbruch gen Norden, so dass die mögliche Neubewertung der Aktie bereits mit dem aktuellen Chartmuster in Verbindung gebracht werden kann. Der Weg zum angestrebten Produktionsstart Ende 2027 wäre bei erfolgreicher Finanzierungsstruktur bereits beschrieben und auch in gut einem Jahr laut Zeitplan umsetzbar. Ab 2028 würde dann der erste Cashflow erfolgen und die schnelle Rückführung des Fremdkapitals das eingesetzte Eigenkapital signifikant hebeln.