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07.10.2020 | 05:45

Nach dem Shortangriff, ist vor dem Durchstarten? – Shop Apotheke, SolGold, S&T AG

  • S&T AG
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Effiziente Märkte sollen laut Theorie das gesamte Börsengeschehen betreffen und die realen ökonomischen Bedingungen im Kurs abbilden. In einem effizienten Markt gehen also alle relevanten neuen Informationen umgehend in die Kursbildung ein. Soweit die Theorie! Doch an vielen Beispielen, wie auch zuletzt bei der Grenke AG (ab Juni 2020) oder aktuell bei der S&T AG (ab August 2020), finden die Positionierungen von Marktteilnehmern bereits weit vor der kursrelevanten neuen Information statt. Hier scheint die Praxis der Theorie nicht zu folgen und diese damit zu widerlegen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode


 

Shop Apotheke – Tagesverlierer wegen vorzeitiger Rückzahlung?

Die börsennotierte Gesellschaft Shop Apotheke (WKN: A2AR94 ISIN: NL0012044747 Ticker: SAE) gehört zu den führenden europäischen Online-Apotheken. Sie vertreibt hauptsächlich rezeptfreie Arzneimittel sowie Pflege- und Schönheitsprodukte und das sehr erfolgreich.
Für die Kursverluste seit Montag, dem 05.10.2020, scheint das Ende der Verhandlungen zur vorzeitigen Rückzahlung einer Wandelanleihe über 135 Mio. Euro verantwortlich zu sein. Durch das Wandeln der Anleihe in neue Aktien, verringert die Shop Apotheke die Verbindlichkeiten gegenüber Gläubigern und verbreitert die Aktionärsbasis. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass diese Neuaktionäre aus dem Anleihensegment gar keine Aktien langfristig halten wollen und diese neuen Aktien in den Markt hineinverkaufen.
Genau diese Angst scheinen einige Aktionäre zu haben und geben ihre Aktien im Moment ab.

SolGold – Nächstes riesiges Kupfervorkommen angezeigt

Mit dem Alpala Hauptprojekt in Ecuador hat sich SolGold (ISIN: GB00B0WD0R35, WKN: A0JDJ3, Symbol: S8F) ein riesiges Gebiet mit Kupfer-, Gold- und Silbervorkommen gesichert. Doch das ist nur eins von insgesamt 75 Konzessionsgebieten innerhalb Ecuadors, die sich SolGold gesichert hat. Bei 14 dieser 75 Konzessionsgebieten vermutet das Unternehmen ähnlich hohe Vorkommen wie bei dem derzeitigen Hauptprojekt Alpala.
Ob die 14 Konzessionsgebiete tatsächlich das Potential haben, so vielversprechend wie Alpala zu werden, muss sich zeigen. Jedoch ist das Unternehmen bei dem Porvenir Still Projekt erst letzte Woche auf eine 500 Meter dicke Kupferkiesschicht gestoßen. Wie weitläufig dieses potentielle Gold-Kupfervorkommen ist, will das Unternehmen in einem umfangreichen Bohrprogramm von 50.000 Metern erkunden.
Auch bei den 3.000 Metern Initialbohrungen bei dem Blanca Projekt wurden bereits im dritten Bohrloch BDH-20-003 insgesamt 6,8 g/t Gold nachgewiesen. SolGold ist also auf einem sehr guten Weg, in den nächsten 10 Jahren zu einem der Top-10 Rohstoffproduzenten aufzusteigen.
Unterstützung erhält SolGold dabei vom größten Kupferproduzenten der Welt, der BHP Group (WKN: A2N9WV ISIN: GB00BH0P3Z91 Ticker: BIL), die sich an SolGold beteiligt haben, genauso wie Franco-Nevada (WKN: A0M8PX ISIN: CA3518581051 Ticker: 3FO), die SolGold mit einer Royalty-Finanzierung über 100 Millionen USD unterstützt haben.

Nach der Shortattacke ist vor dem Durchstarten? – S&T AG

Gefühlt kommt alle zwei Wochen ein neuer Analysebericht zu einem deutschsprachigen Unternehmen, das angeblich Bilanzmanipulation durchgeführt haben soll und bei welchem durch schlechtes Management der Börsenkurs deutlich überbewertet sein soll. Traf es vor drei Wochen noch das Leasingunternehmen Grenke aus dem MDAX, schossen sich nun einige Leerverkäufer auf die S&T AG (WKN: A0X9EJ ISIN: AT0000A0E9W5 Ticker: SANT) ein. Dem im SDAX und TecDAX befindlichen IT-Dienstleister wird von einem englischen Analysehaus ein zu komplexes Geschäftsmodell vorgeworfen. Außerdem wäre das IT-Services Geschäft im Vergleich zu anderen Unternehmen wie der SAP AG zu margenschwach, um mit diesem konkurrieren zu können. Aus kurzfristiger Sicht eines Analysten mag das richtig sein, jedoch hat die S&T AG nicht den Fokus auf Massenmärkten in den Wettbewerb zu gehen, sondern Technologieführer in vertikalen Nischenmärkten zu sein. Beispielhaft sei die Eisenbahnkommunikation, Medizintechnik oder Luftfahrtbranche erwähnt. Nichts desto weniger nahm der Vorstandschef der S&T AG die deutliche Kritik des Analysten auf. Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen die Planzahlen für 2020. Damit sollten mit Q.3 und Q.4 2020 insgesamt 48 Rekordquartale mit stetigem Umsatzwachstum abgeschlossen werden. Eine durchaus positive Bilanz, die nach dem Abflauen des Shortangriffs zum Durchstarten der S&T AG Aktie führen könnte.

Fazit

Jeder Mensch und jede Führungspersönlichkeit macht nicht nur im privaten, sondern auch g in unternehmerischen Entscheidungsprozessen Fehler. Erfolgreiche Unternehmer bemerken Fehlentscheidungen dabei schnell. Sie nehmen diese wieder zurück oder passen sie mit ihren Teams an die gemachten Erfahrungen aus der Praxis an. Auch Kritik wird angenommen und versucht, diese in die nächsten Entscheidungsprozesse mit einzubinden.
Wie das Beispiel Grenke Leasing gezeigt hat, müssen nicht alle Vorwürfe richtig sein. Nach einem scharfen Abverkauf folgte nach dem Ausräumen der Vorwürfe, das wieder Durchstarten der Aktie. Auch bei SolGold war bis zum 30. September 2020 nicht ganz klar, ob auch die weiteren 75 Liegenschaften einen Wert haben. Erst die Ergebnisse aus dem Labor überzeugten und sorgten für einen Kurssprung. Ob auch die S&T AG mit einem nochmaligen Tief diesem Kursmuster folgt, bleibt abzuwarten.

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Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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Viele Unternehmen der Welt sind hochinnovativ, erfinden ständig neue Dinge und melden darauf Patente an. Oftmals entwickeln sich aus Zufallsentdeckungen komplett neue Unternehmenszweige, die aber mit dem eigentlichen Unternehmensziel oder der Kernbranche nicht mehr viel zu tun haben. Unternehmen und ihre Lenker stehen dann vor der Entscheidung, soll der neue Unternehmenszweig unter der bisherigen Führung verbleiben oder wird dieser Unternehmensteil ausgegliedert und per Spin-Off an die Börse gebracht?

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Die Börse handelt die Zukunft und nicht das Hier und Jetzt. Das viele Unternehmen, groß wie klein, ums Überleben kämpfen, ist nicht neu. Doch in jeder Krise kann auch eine Chance gesehen werden, das eigene Geschäftsmodell zu hinterfragen und sich neu aufzustellen. Genau diesen teilweise auch schmerzhaften Prozess durchlaufen gerade die meisten Unternehmen und nicht alle werden es schaffen. Folgende Weisheit bringt es wohl auch in dieser Krise auf den Punkt: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen oder auf die heutige Zeit: Die Kleineren Unternehmen gehen insolvent, die Großen werden mit Steuerzahlergeld gerettet.

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