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22.04.2026 | 05:45

Nächster Bullenmarkt oder nur Korrektur im Bärenmarkt? AUTO1 Group, Hermes International, Silver Viper Minerals

  • AUTO1 Group
  • Hermes International
  • Silver Viper Minerals
Bildquelle: Pixabay

Der DAX startete am gestrigen Tag mit 24.546 Punkten deutlich fester und legte im morgendlichen Handel weiter zu. Nach wie vor keimen die Hoffnungen auf einen anhaltenden diplomatischen Dialog zwischen den USA und dem Iran und steigern die Risikobereitschaft der Anleger. Doch etliche Marktteilnehmer trauen dem Waffenstillstand nicht und sehen diesen nur als Zwischenperiode zur Wiederauffüllung der Munitionsdepots der USA, um im Anschluss den Krieg gegen den Iran wieder fortzusetzen. Während also ein anhaltender Frieden den nächsten Bullenmarkt einläuten dürfte, würde eine Kriegsfortsetzung die laufende Aufwärtsbewegung der letzten Wochen später als Bärenmarktrally betiteln.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: DE000A2LQ884 , FR0000052292 , CA8283344098


 

AUTO1 Group – Was ist da los?

Das Unternehmen AUTO1 Group (WKN: A2LQ88 | ISIN: DE000A2LQ884 | Ticker: AG1) zeichnet sich dadurch aus, dass es den Gebrauchtwagenhandel in Europa digitalisiert. Das Digitalisierungsunternehmen ist bereits in mehr als 30 Ländern aktiv. Zu den bekanntesten Konkurrenten zählen dabei Carvana und Cazoo. Im Jahr 2025 hat das Unternehmen über seine Plattformen 842.000 Fahrzeuge verkauft und 8,17 Mrd. EUR Umsatz gemacht. Das sind umgerechnet rund 2.300 Autos am Tag oder 96 Autos pro Stunde.

Trotzdem hat die Aktie seit Jahresanfang etwas mehr als 30 % ihrer Marktkapitalisierung verloren. Trauen die Investoren den guten fundamentalen Daten des Rekordjahres 2025 nicht mehr? Die Firma konnte ihren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 30 % steigern und der Bruttogewinn wuchs mit 37 % noch stärker. Auch die Bruttomarge lag mit 12,1 % über den 11,5 % aus dem Jahr 2024. Der Nettogewinn stieg zwar um 273 %, aber die Nettomarge ist trotz des starken Anstiegs mit 0,9 % im Jahr 2025 doch sehr gering. Bei einem Umsatz von über 8 Milliarden Euro bleiben daher nur 77,9 Mio. EUR Nettogewinn übrig. Auch der operative Cashflow von minus 463 Mio. EUR verdoppelte sich auf Sicht zum Vorjahr, in welchem das Minus „nur“ 219 Mio. EUR betragen hat. Das bedeutet, das operative Geschäft generiert noch keinen positiven Cashflow.

In diesem Fall wird das Kapital zuerst für den Ankauf von Autos ausgegeben, ehe das Unternehmen diese Fahrzeuge weiterverkauft und über Finanzierungsmodelle mit Ratenzahlung das Geld mit Zins- und Gewinnmarge zurückerhält. Genau hier liegt die Gefahr des Geschäftsmodells, wenn über Kredite mehr Autos eingekauft, als an Endkunden wieder abgesetzt werden können. Das scheint die Marktteilnehmer kurzfristig bei steigenden Zinsen zu verstimmen, während das Management an den Wachstumsplänen festhält und die Gewinnmargen je verkauftem Fahrzeug weiter ausbauen will.

Silver Viper Minerals mit mehr Gold und Silber

Das kanadische Silberexplorationsunternehmen Silver Viper Minerals (WKN: A40Z5M | ISIN: CA8283344098 | Ticker-Symbol: S060) konnte Ende März 2026 mehrere positive Bohrergebnisse vorlegen. Die Resultate stammen noch aus dem im Oktober 2025 angekündigten Winterbohrprogramm, welches auf dem La Virginia Projekt in den Zonen von El Molino und El Rubi niedergebracht worden ist. Insgesamt sind hier 18 Bohrungen mit 5.646,4 Bohrmetern durchgeführt worden. Aus diesem Bohrprogramm bei El Molino stachen die Bohrlöcher LV25-331 und -336 hervor. Hier wurden im erstgenannten Bohrloch 3,5 m mit 1,25 g/t Gold und 24,81 g/t Silber und im zweiten Bohrloch 3,2 m mit 1,66 g/t Gold und 4,27 g/t Silber entdeckt.

Noch besser fielen die Bohrungen bei El Rubi aus. Hier hebt das Unternehmen die Bohrlöcher LV25-338, 339, 341, 343, 344, 345 und 347 hervor, die jeweils unterschiedliche Strecken an Gold-Silbergehalten auswiesen. Besonders hoch waren die Ergebnisse in dem Bohrloch 345, bei dem auf einer Länge von 11,7 m insgesamt 9,18 g/t Gold und 353 g/t Silber nachgewiesen werden konnten. Bei den weiteren Bohrlöchern lagen die Ergebnisse auf Längen von 1,1 m bis 14,6 m bei Goldgehalten von 1,07 - 12,34 g/t Gold sowie 37,5 – 604,5 g/t Silber.

Der CEO und Präsident des Unternehmens, Herr Steve Cope, freute sich über die Ergebnisse und sagte: „Die Explorationsarbeiten in El Molino haben anomale Strukturen identifiziert und wir freuen uns darauf, die Arbeiten in dieser Zone zu erweitern. Das Ressourcenbohren in El Rubi hat unsere bisherigen Erwartungen übertroffen, was die sehr hohen Gradeintervalle (siehe oben) an Gold- und Silbergehalten gezeigt haben.“

Weitere Projekte sind das von Fresnillo und Orex Minerals übernommene Gold-Silber-Projekt Coneto im mexikanischen Bundesstaat Durango sowie das Cimarron Gold-Kupfer-Projekt im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. Das Hauptprojekt ist aber La Virginia in der mexikanischen Provinz Sonora mit einer angezeigten Ressource von 154.000 Unzen Gold und 6,92 Mio. Unzen Silber. Weitere 260.000 Unzen Gold und 12,94 Mio. Unzen Silber leiten die Geologen aus den bisher bekannten Erzverläufen ab.

Hermes International Aktie – Neutral oder Outperformer?

Mit über 20 % Kursverlust seit Jahresanfang notiert die Aktie von Hermes International (WKN: 886670 | ISIN: FR0000052292 | Ticker-Symbol: HMI) zuletzt bei 1.680 EUR je Anteilsschein. Für die Schweizer Großbank UBS bestätigt der Kursrückgang ihre Einschätzung der Aktie als „neutral“ mit einem Kursziel von 1.765 EUR. Die Nachfrage im Resale-Segment von Produkten des Luxusanbieters nehme weiter ab, so die UBS-Analystin Suzanne Pusz. Doch das war bisher das Segment, das den Absatz bei Hermes gestützt hat.

Die kanadische Bank RBC ist bei ihrer Einstufung optimistischer und sieht die Aktie in den nächsten Monaten als „Outperformer“. Das Kursziel wird nach wie vor auf 2.100 EUR belassen. Im ersten Quartal hat der Luxusgüterkonzern unter den Erwartungen abgeschnitten, so der RBC-Analyst Piral Dadhania. Er erwartet aber eine Beschleunigung des organischen Wachstums im Bereich der Lederwaren und bleibt daher bei seiner positiven Einschätzung des Kursziels.

Zusammenfassung

Skeptisch sind die Investoren derzeit bei der Aktie der AUTO1 Group, weil sich der negative operative Cashflow innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt hat.
Die Aktie von Silver Viper Minerals war in den letzten Wochen durch die Rücksetzer bei Gold und Silber ebenfalls unter Druck geraten und verlor mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung seit Jahresanfang. Doch während der Preis für Gold und Silber seit Ende März 2026 wieder ansteigt, dreht die Aktie des Explorers bisher noch nicht wieder auf und genau das liefert eine interessante antizyklische Chance.
Die Aktie von Hermes International befindet sich das erste Mal seit 2003 in der zweitlängsten Phase unterhalb der 200er Wochendurchschnittslinie SMA. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von derzeit 40,4 ist die Aktie trotz Kursrücksetzer derzeit nicht als günstig zu bezeichnen.



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