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18.03.2026 | 05:45

Silberkorrektur und vollzogene Trendwende – Fresnillo, Silver Viper Minerals, Xiaomi

  • Fresnillo
  • Silver Viper Minerals
  • Xiaomi
Bildquelle: pixabay.com

Die aktuellen Kursrücksetzer an den Börsen, die durch die geopolitische Eskalation im Nahen Osten und durch Angst bei den Anlegern hervorgerufen wurden, bieten für disziplinierte Investoren attraktive Kaufgelegenheiten. Es kann sich bei ausgewählten Unternehmen zu günstigeren Kursen neu positioniert oder bestehende Positionen zu besseren Konditionen aufgestockt werden. So stabilisierten sich die internationalen Indizes seit den Ausverkaufskursen der letzten Woche und notieren teils wieder deutlich höher. Auch bei etlichen Aktiengesellschaften zeichnete sich das Ende der Abwärtsbewegung ab oder sie haben bereits den Trendwechsel zu neuen Hochs eingeleitet. Welche das sind, erfahren Sie hier:

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: GB00B2QPKJ12 , CA8283344098 , KYG9830T1067


 

Fresnillo in der Zwischenkorrektur

Der aktuell größte Silberproduzent der Welt ist Fresnillo (WKN: A0MVZE | ISIN: GB00B2QPKJ12 | Ticker-Symbol: FNL) und der konnte seinen Umsatz im Jahresvergleich um 30,3 % von 3,50 Mrd. USD auf 4,56 Mrd. USD steigern. Die Bruttomarge stieg dabei von 1,25 Mrd. USD auf 3,66 Mrd. USD und damit um 113,8 % an. Das EBITDA legte um 80,7 % zu und erreichte 2,80 Mrd. USD und der Jahresgewinn kletterte um 594 % auf 1,57 Mrd. USD. Je Aktie wurde damit 2,058 USD verdient und das stellte das Vorjahr mit 0,364 USD je Anteilsschein klar in den Schatten.

Aufgrund der sehr guten Ergebnisse werden durch die Ausschüttungspolitik 50 % des angepassten Gewinns ausgeschüttet und dies entspricht 950 Mio. USD. Insgesamt werden für 2025 damit 1,2892 USD je Aktie als Dividende ausgekehrt - die bisher höchste Ausschüttung in der Unternehmensgeschichte. Vor der kommenden Sonderausschüttung beträgt die netto Cashposition nach Abzug von Darlehen beachtliche 1.916,6 Mio. USD. Abzüglich der bereits im September 2025 gezahlten 0,208 USD Dividende werden entsprechend 1,0812 USD an die bisherigen Aktionäre noch ausgeschüttet. Nächster Ex-Tag für die Dividende ist der 23.04.2026; der Zahlungstermin soll der 29.05.2026 sein.

Silver Viper Minerals und Kaufvertrag mit Fresnillo?

Das kanadische Silberexplorationsunternehmen Silver Viper Minerals (WKN: A40Z5M | ISIN: CA8283344098 | Ticker-Symbol: S060) konnte diese Woche eine nächste strategische Weiterentwicklung seiner bisherigen Liegenschaften vermelden. Wie das Unternehmen am 16.03.2026 mitteilte, wird es das Gold-Silber-Projekt Coneto im mexikanischen Bundesstaat Durango zu 100 % übernehmen. Bisher gehört dieses Joint Venture Projekt zu 61,21 % dem Silberproduzenten Fresnillo und zu 38,79 % Orex Minerals und die ursprüngliche Kaufvereinbarung wurde bereits am 29.10.2025 geschlossen. Der nun festgelegte endgültige Kaufpreis beträgt 15,00 Mio. USD bzw. 20,426 Mio. CAD (ca. 13,00 Mio. EUR).

Die Kaufpreiszahlung erfolgt auf Basis eines Abschlags auf den Aktienkurs aus Oktober 2025 zu einem Preis von 0,80 CAD. Silver Viper Minerals gibt entsprechend 25.531.875 neue Aktien an die beiden Verkaufsparteien aus, sodass im Anschluss ca. 134,17 Mio. Aktien ausstehend sind. Die neuen Aktien unterliegen einer viermonatigen Mindesthaltedauer und durch die Transaktion wird Fresnillo 11,65 % und Orex Minerals 7,38 % der ausstehenden Aktien an Silver Viper Minerals halten. Damit rücken sie zu den größten Einzelaktionären des Unternehmens auf.

Der Vorstand des kanadischen Explorationsunternehmens, Herr Adam Cegielski, fasste die Übernahme wie folgt zusammen: „Für Silver Viper Minerals ist die vollständige Übernahme des Coneto-Silber-Gold-Projekts ein nächster transformativer Schritt und erweitert das Engagement in einem der vielversprechendsten Silber-Gold-Gürtel von Mexiko. Durch die Ausgabe von Eigenkapital an die bisherigen Eigentümer Fresnillo und Orex Minerals erhalten wir starke Ankeraktionäre, die unsere wertgenerierende Exploration und Entwicklungsbemühung teilen und beschleunigen. Wir freuen uns auch, Ruben Alvidrez im Vorstand neu begrüßen zu dürfen - seine operative und finanzielle Erfahrung wird von unschätzbarem Wert sein, wenn wir Coneto integrieren und unser Portfolio vorantreiben.“

Der Neukauf erweitert die beiden bisherigen Projekte, wovon La Virginia in der mexikanischen Provinz Sonora das Hauptprojekt des Explorationsunternehmens ist. Dort konnte das Unternehmen bereits gold- und silberhaltige Vorkommen entdecken und seinerzeit von Pan American Silver (WKN: 876617 | ISIN: CA6979001089 | Ticker-Symbol: PA2) erwerben. Die angezeigte Ressource beträgt dort 154.000 Unzen Gold und 6,92 Mio. Unzen Silber. Weitere 260.000 Unzen Gold und 12,94 Mio. Unzen Silber leiten die Geologen aus den bisher bekannten Erzverläufen ab. Bei dem anderen Projekt handelt es sich um das Gold-Kupfer-Vorkommen Cimarron in der Provinz Sinaloa.

Mit ca. 40 Mio. CAD Barmitteln auf dem Bankkonto mit Stand 31.12.2025 sollen im Jahr 2026 alle drei Projektgebiete durch Bohrprogramme weiterentwickelt werden und entsprechend für einen laufenden Newsflow sorgen. Damit ist die aktuelle Marktkapitalisierung von ca. 146 Mio. CAD zu 27 % allein mit Barmittelbeständen gedeckt, während die restlichen 106 Mio. CAD für die drei aussichtsreichen Liegenschaften an Gold-, Silber- und Kupfervorkommen stehen.

Xiaomi: Zwischen starkem Wachstum und vielen Fragen

Trotz positiver Entwicklung im operativen Geschäft ist die Aktie von Xiaomi (WKN: A2JNY1 | ISIN: KYG9830T1067 | Ticker-Symbol: 1810) noch weit vom letzten Rekordhoch entfernt. Dennoch gab es zuletzt Rückenwind durch die Unternehmensmitteilung, dass Xiaomi am 19. März 2026 die überarbeitete SU7-Limousine vorstellen wird. Das Allzeithoch wurde im Juni 2025 erreicht und die Aktie muss vom aktuellen Kursniveau aus ca. 70 % zulegen, um das alte Hoch wieder zu erreichen. Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 101 Mrd. EUR ist Xiaomi aber kein kleines Unternehmen mehr, sondern gehört zu den größten börsennotierten Firmen in China.

Operativ kann das Unternehmen durch diverse Weiterentwicklungen aber schon überzeugen. Die Jahreszahlen von Xiaomi für das Jahr 2024 zeigen, dass das Unternehmen etwa 136.000 Elektrofahrzeuge (EVs) ausgeliefert und bereits über 200 EV-Verkaufszentren betreibt. Für das Folgejahr 2025 setzte sich die Konzernführung dann das Ziel, 350.000 Fahrzeuge auszuliefern. Nach rund 75.000 Autos im ersten Quartal, 81.000 im zweiten und 108.000 im dritten Quartal lag Xiaomi nach neun Monaten bereits bei mehr als 264.000 Fahrzeugen. Im vierten Quartal wird geschätzt, dass rund 144.000 Fahrzeuge hinzukamen. Damit hätte Xiaomi im Gesamtjahr 2025 etwa 408.000 EVs ausgeliefert und übertrifft das eigene Ziel deutlich. Eine offizielle Bestätigung oder Ablehnung der Annahme erfolgt jedoch erst mit den endgültigen Q4-Zahlen am 24. März 2026. Doch auch die Expansion des Vertriebsnetzes verlief in 2025 rasant. Den Q3-Kennzahlen 2025 zufolge konnte die Zahl der EV-Vertriebszentren auf über 400 fast verdoppelt werden. Auch die Finanzkennzahlen zeigen Xiaomis kräftiges Wachstum. In den ersten neun Monaten 2025 konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Umsatzanstieg von 32,5 % erzielt und darüber hinaus ein Gewinnzuwachs von beeindruckenden 140 % erreicht werden.

Warum ist die Aktie trotz dieser positiven Entwicklungen aber so weit vom Allzeithoch entfernt? Belastend waren u. a. die jüngsten negativen Schlagzeilen über tödliche Unfälle mit neuen EV-Modellen. Auch die starke Abhängigkeit vom chinesischen Binnenmarkt, der unter einer schwächeren Konsumnachfrage, hoher Konkurrenz und damit unter Preisdruck leidet, ist ein Problem. Dazu kamen steigende Chipkosten, die sich belastend auf Margen auswirken. Ebenfalls bilanzwirksam wirkt sich ein andauernder Steuer- und Zollstreit in Indien aus und auch die Kapitalerhöhung von 5,5 Mrd. USD im März 2025 zur Finanzierung des EV-Ausbaus und die damit einhergehende Verwässerung der Aktionäre kam weniger gut an. Positiv wirken dagegen bei Xiaomi die Ratings der Rating-Agenturen Moody’s, S&P und Fitch. Diese haben Investment-Grade-Ratings Baa1, BBB und BBB+ an den chinesischen Konzern vergeben. Auch der Bondmarkt schätzt das Unternehmen sehr stark ein. Eine Xiaomi-USD-Anleihe, die bis Juli 2031 läuft, rentiert mit 4,6 % p. a., während die 5-jährigen US-Staatsanleihen im Vergleich 3,8 % bieten. Der Risikoaufschlag von unter 1 Prozentpunkt ist für ein chinesisches Technologieunternehmen bemerkenswert. Spannend schaut der Markt daher den endgültigen Quartals- und Jahreskennzahlen am 24. März 2026 entgegen.

Fazit

Die Kursrücksetzer der letzten Wochen bei den Aktien von Fresnillo und Silver Viper Minerals durch Gewinnmitnahmen bieten nicht investierten Investoren die Chance, neue Positionen innerhalb der laufenden Korrektur aufzubauen. Dies bietet sich an, denn durch die geopolitischen Verwerfungen der letzten Jahre, aber auch besonders in den letzten drei Wochen, ist von einer Fortsetzung der Rallye bei Gold und Silber sowie den zugehörigen Unternehmen der Branche auszugehen. Bereits einen Trendwechsel sehen kann man seit Monatsfang bei der Aktie von Xiaomi. Diese ist seit Juni 2025 um ca. 42 % auf zuletzt 3,93 EUR je Anteilsschein gefallen und konnte seit Anfang März 2026 um über 13 % zulegen.



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