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13.05.2026 | 05:45

Das überraschte die Marktteilnehmer - RENK Group, Siltronic AG, Silver Viper Minerals

  • RENK Group
  • Siltronic AG
  • Silver Viper Minerals
Bildquelle: Pixabay

Der Aufwärtsdrang des Deutschen Aktienindex DAX in den letzten Wochen ist mit den Kursrücksetzern der letzten vier Handelstage wieder zum Erliegen gekommen. Belastend wirkt sich die fragile Waffenruhe im Iran-Krieg aus und die verunsicherten Anleger halten sich mit Zukäufen, zumindest auf den Gesamtindex bezogen, zurück. Positive Ausreißer gibt es aber dennoch mit z. B. der Jenoptik-Aktie, die zeitweise über 12 % zulegte. Auch die Salzgitter AG überrascht positiv und hob die Aktie gen Norden. Bei diesen Aktien haben sich ebenfalls spannende Neuigkeiten ergeben, aber nicht jede wurde positiv aufgefasst:

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: DE000WAF3001 , CA8283344098 , DE000RENK730


 

Siltronic AG: Rally trotz schwachen Ergebnissen

Die Aktie der Siltronic AG (WKN: WAF300 | ISIN: DE000WAF3001 | Ticker: WAF) konnte seit Ende April 2026 um mehr als 44 % ansteigen und das trotz erster Gewinnmitnahmen in den letzten beiden Handelstagen. Damit setzt sich die starke Erholung der vergangenen Monate weiter fort. Seit Jahresanfang liegt die Aktie bereits rund 91 % im Plus und auf Sicht von 52 Wochen sogar rund 143 %. Der Chart sieht damit kurzfristig klar bullish aus, zeigt aber erste Anzeichen der Überhitzung. Die aktuelle Kursbewegung scheint vor allem vom verbesserten Sentiment im Halbleitersektor zu kommen und das wirkt sich beim führenden Hersteller von Wafern aus hochreinem Silizium entsprechend aus. In der Q1-Präsentation schreibt die Siltronic AG selbst, dass für 2026 ein Wachstum beim Wafer-Flächenverbrauch von rund 7 % erwartet wird, vor allem getrieben durch starke Server-Nachfrage.

Die Wafer des in München ansässigen Konzerns sind die Grundlage für moderne Halbleiterchips und damit für viele Bereiche der Digitalisierung. Siltronic ist nicht direkt ein Chipdesigner oder Chiphersteller wie Nvidia oder TSMC, sondern ein wichtiger Zulieferer am Anfang der Halbleiter-Wertschöpfungskette. Dennoch sollten Anleger einen Blick in den Bericht des ersten Quartals 2026 werfen. Der Umsatz von 307 Mio. EUR ging zum Vorquartal um 17,5 % zurück, aber die EBITDA-Marge lag noch bei 21,2 %. Beim operativen Ergebnis (EBIT) rutschten die Münchner auf ein Minus von 52 Mio. EUR und das Nettoergebnis lag mit minus 67 Mio. EUR entsprechend noch darunter.

Auch das Gesamtjahr 2025 war kein einfaches Jahr. Siltronic erzielte 2025 einen Umsatz von 1,34 Mrd. EUR, nach 1,41 Mrd. EUR im Vorjahr. Das Bruttoergebnis fiel deutlich auf 111 Mio. EUR, was einer Bruttomarge von nur 8,3 % entspricht. Besonders auffällig ist das Nettoergebnis, das 2024 noch bei plus 67 Mio. EUR lag und sich in 2025 in einen Verlust von minus 78 Mio. EUR verwandelte. Auf dem Papier ist das Unternehmen 2025 also nicht profitabel und auch das erste Quartal 2026 zeigt noch keine Trendumkehr. Belastend wirken sich nach wie vor die hohen Investitionen in die neue 300-mm-Fabrik in Singapur aus. Langfristig soll sie die Wettbewerbsfähigkeit stärken, kurzfristig belastet dies aber die Ergebnisse deutlich. Der Markt schaut daher derzeit weniger auf die schwache aktuelle Rentabilität, sondern mehr auf die mögliche Erholung der Halbleiterbranche und auf die langfristige Rolle der Siltronic AG bei KI, Servern und der modernen Chipproduktion.

Silver Viper Minerals übertrifft Erwartungen

Wer als Silber- und Goldinvestor nach Perlen im Explorationssektor sucht, der sollte sich das kanadische Silber- und Goldexplorationsunternehmen Silver Viper Minerals (WKN: A40Z5M | ISIN: CA8283344098 | Ticker-Symbol: S060) einmal genauer anschauen. Ende März 2026 legte das Unternehmen die Ergebnisse seines im Oktober 2025 gestarteten Winterbohrprogramms vor. Die dort veröffentlichten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Insgesamt wurden auf dem La Virginia Projekt im mexikanischen Bundesstaat Sonora 18 Bohrungen mit kumulierten 5.646,4 Bohrmetern niedergebracht. Diese wurden innerhalb des Projektgebietes in den Zonen El Molino und El Rubi durchgeführt. Bereits in El Molino zeigten sich sehr solide Ergebnisse. Bohrloch LV25-331 lieferte auf 3,5 m interessante 1,25 g/t Gold und 24,81 g/t Silber und Bohrloch LV25-336 überzeugte auf 3,2 m mit 1,66 g/t Gold und 4,27 g/t Silber.

Für noch mehr Aufsehen sorgten aber die Ergebnisse aus der Zone El Rubi. Gleich sieben Bohrlöcher mit der internen Bezeichnung LV25-338, 339, 341, 343, 344, 345 und 347 wiesen außergewöhnliche Edelmetallgehalte aus. Das dortige Highlight war Bohrloch 345, das auf 11,7 m sensationelle 9,18 g/t Gold und 353 g/t Silber nachweisen konnte. Weitere Bohrlöcher zeigten in Intervallen von 1,1 m bis 14,6 m Goldgehalte zwischen 1,07 - 12,34 g/t Gold sowie Silbergehalte von bis zu 604,5 g/t an.

CEO und Präsident Steve Cope brachte es auf den Punkt: „Das Ressourcenbohren in El Rubi hat unsere bisherigen Erwartungen übertroffen.“ Solche hohen Edelmetallgehalte sind bei Explorern nicht selbstverständlich und daher sollten Marktteilnehmer das Unternehmen mindestens auf die Beobachtungsliste setzen.

Am 4. Mai 2026 schloss Silver Viper Minerals zudem die Akquisition des Coneto Silver-Gold-Projekts in Durango, Mexiko ab. Der Kaufpreis von 15 Mio. USD wurde vollständig mit 25,5 Mio. Aktien zu 0,80 CAD je Aktie beglichen. Der Verkäufer und größte Silberproduzent der Welt, Fresnillo , hält nun ca. 13,19 % an Silver Viper Minerals und signalisiert damit starkes Interesse an der Weiterentwicklung des Projektes, aber auch an Silver Viper Minerals als potenziellen späteren Übernahmekandidaten.

RENK Group Aktie unter Druck

Die Aktie der RENK Group AG (WKN: RENK73 | ISIN: DE000RENK730 | Ticker: R3NK) steht weiter unter Druck. Seit dem 6. Mai 2026 fiel die Aktie deutlich um bisher mehr als 20 % ab. Durch diesen signifikanten Kursrückgang in so kurzer Zeit hat sich das Chartbild deutlich eingetrübt. Die Aktie notiert inzwischen unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten und konnte weder die Marke von 52,50 EUR noch die wichtige 50-EUR-Zone halten. Der nächste Zielbereich der Abwärtsbewegung liegt zwischen 38,50 EUR und 40,00 EUR, aber wenn die dortige Zone nicht als Unterstützung halten sollte, droht sogar ein charttechnischer Rückfall auf das Ausbruchsniveau von Dezember 2024. Damals notierte die Aktie noch zwischen 17,75 EUR und 20,00 EUR und ein Kurssturz in diesen Bereich würde vom aktuellen Stand von 45,00 EUR eine nochmalige Halbierung bedeuten.

Fundamental sehen die Kennzahlen auf den ersten Blick jedoch nicht so schlecht aus, wie das Chartbild vermuten lässt. RENK erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 283,6 Mio. EUR, was einem Wachstum von 4,0 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Das EBIT stieg stärker, nämlich um 10,4 % auf 42,4 Mio. EUR. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 14,1 % auf 15,0 %. Auch der Auftragseingang lag mit 582,3 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 548,6 Mio. EUR und konnte den gesamten Auftragsbestand auf 6,9 Mrd. EUR steigern. Der Gewinn nach Steuern stieg im ersten Quartal 2026 auf 15,4 Mio. EUR nach nur 0,8 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Auch der freie Cashflow war mit 1,2 Mio. EUR positiv, nachdem im ersten Quartal 2025 mit minus 24,9 Mio. EUR das Vorzeichen noch negativ war.

Starke Nachfrage im Bereich Vehicle Mobility Solutions für militärische Antriebslösungen von bodengebundenen Systemen sind das wichtigste Segment des Unternehmens. Zu Ende März 2026 kamen knapp 80 % des gesamten Auftragsbestands aus diesem Bereich. Die RENK-Antriebstechnologie für Ketten- und Radfahrzeuge vom Spezialmaschinenbauer findet in vielen Armeen der Erde ihre Anwendung, aber auch bei industriellen Kunden und im Energiesektor werden die Produkte der Augsburger nachgefragt.

Fazit

Die Siltronic-Aktie legte seit Ende April 2026 um 44 % zu, trotz EBIT-Verlust von minus 52 Mio. EUR in Q1 2026. Bilanziell belastend wirken sich die hohen Investitionen in die neue Fabrik in Singapur aus, die aber von den Investoren als kommende Cashflow Maschine angesehen wird. Das Explorationsunternehmen Silver Viper Minerals überzeugte mit starken Bohrergebnissen in Mexiko und erwarb zuletzt ein weiteres Gold-Silber-Projekt für 15 Mio. USD vom größten Silberproduzenten der Welt. Die RENK Group verzeichnete trotz solider Geschäftszahlen im ersten Quartal einen Kurseinbruch von über 20 % seit dem 6. Mai 2026. Hier sollte eine Stabilisierung bei der Abwärtsbewegung abgewartet werden, bevor neue Positionen eröffnet werden.



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