28.01.2026 | 05:45
USA will die Rohstoffunabhängigkeit – Antimony Resources
Die US-Administration unter Präsident Donald Trump hat mit der Eskalation im Zollstreit mit China massiv feststellen müssen, wie abhängig und damit verwundbar die USA von chinesischen Waren, aber vor allem auch von Rohstofflieferungen sind. Um diese Abhängigkeit zu verringern, wurden sehr viele Rohstoffe auf die Liste der kritischen Mineralien gesetzt. Mit klarer Fokussierung soll die Abhängigkeit vom Ausland zügig reduziert werden. Unternehmen, die solche Rohstoffe bereits produzieren oder produzieren wollen, erhalten neben schnelleren Genehmigungsverfahren auch Zuschüsse, vergünstigte Darlehen oder wie zuletzt mehrfach geschehen, eine direkte Staatsbeteiligung. Erst diese Woche beteiligte sich die USA an einem Seltenen Erden Produzenten für 1,6 Mrd. USD und weitere sollen folgen.
Lesezeit: ca.
4 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
CA0369271014
Rohstoffmangel bedroht US-Militär und US-Wirtschaft
Durch die Exportbeschränkungen von wichtigen Metallen seitens Chinas, besonders in Bezug auf militärische Verwendungen, ist die Verteidigungsindustrie der USA ins Straucheln geraten. Um die Lieferverpflichtungen aufrechterhalten zu können, musste der plötzlich eingeschränkte Zugang zu günstigen Rohstoffen durch den Kauf aus anderen Quellen organisiert werden. Da das internationale Angebot an vielen Rohstoffen aber stark beschränkt ist, führte das zu stark steigenden Kursen bei den verschiedensten Rohstoffpreisen.
So vervierfachte sich der Preis des weniger bekannten Rohstoffs Antimon innerhalb von zwei Jahren. Derzeit werden bereits über 35.000 USD je t Antimon aufgerufen und ein Ende der Preisspirale kann nur durch neue Rohstoffquellen gedeckt werden. Das Halbmetall wird u. a. als Härtungsmittel für Bleigeschosse und Projektile benötigt, um die Durchschlagskraft der Geschosse zu erhöhen. Auch in Batteriesystemen, in denen die Bleihärtung ebenfalls verwendet wird und in der Halbleiterindustrie zur Herstellung von Hochleistungschips, Dioden oder Infrarotdetektoren wird das Halbmetall zwingend benötigt. Da aber ca. 70 % der Antimonproduktion bisher aus China kommen, ist dieser Rohstoff besonders kritisch in der bisherigen Wertschöpfungskette.
Riesige Antimonvorkommen bei Antimony Resources
Da die bekannten Rohstoffvorkommen an Antimon in den USA begrenzt sind, schielte die größte Volkswirtschaft der Welt zuletzt auf die rohstoffhaltige Insel Grönland. Diese gehört jedoch formal zum EU-Mitgliedsstaat Dänemark. Die Forderungen nach der Insel stießen nicht nur bei Dänemark, sondern bei fast allen über die NATO verbündeten Staaten auf harsche Kritik und die US-Administration ruderte im Anschluss bei einem Treffen in Davos zurück. Dabei braucht die USA gar nicht so weit zu schauen, denn das kanadische Unternehmen Antimony Resources (WKN: A414DM | ISIN: CA0369271014 | Ticker-Symbol: K8J0) weist bereits riesige Antimonvorkommen aus.
Die Kanadier explorieren auf dem bisher größten in Nordamerika entdeckten antimonhaltigen Gebiet. Das Projektgebiet mit Namen Bald Hill befindet sich in der kanadischen Provinz New Brunswick und umfasst eine Fläche von 1.100 Hektar. Bereits in der Vergangenheit war dies das größte nordamerikanische Antimon-Fördergebiet und wurde erstmals 1863 ausgebeutet. Im aktuellen NI 43-101-konformen technischen Bericht wird das antimonhaltige Gestein mit 2,7 Millionen t angegeben mit einem Antimonanteil von 3 bis 4 %. Wenn diese Menge an Gestein gefördert und das Antimon hieraus extrahiert werden würde, entspräche dies 81.000 bis 108.000 t reinem Antimon. Auch wenn dies noch keine offizielle Ressourcenschätzung des Unternehmens ist, lassen die hohen Antimongehalte vermuten, dass der Abbau bei den aktuellen Antimonpreisen sehr profitabel sein dürfte.
Noch mehr Antimon
Vorgestern, am 26.01.2026, veröffentlichte Antimony Resources die Ergebnisse der nächsten neun Bohrlöcher. Während einem Bohrloch davon keine besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist, haben es die anderen acht Bohrlöcher in sich. So zeigte Bohrloch BH-25-22 auf einer Länge von 4,00 m ein Antimongehalt von 5,1 % und bei weiteren 9,60 m ein Antimongehalt von hochgradigen 9,6 %. In Bohrloch BH-25-23 waren es auf 2,30 m 6,62 % und in BH-25-27 lag der Antimongehalt bei 6,79 % auf einer Länge von 2,30 m und weitere 1,85 m wiesen 2,41 % aus.
Mit der Veröffentlichung der letzten Bohrergebnisse wurde das 8.000 m umfassende letztjährige Bohrprogramm abgeschlossen und dabei 31 Bohrlöcher gebohrt, von denen nun auch die Bohrergebnisse vorliegen. Die Geologen müssen die Daten nun in ihr Berechnungsprogramm einpflegen, um das diesjährige Bohrprogramm zu planen. Das Ergebnis aus dem 2025er Bohrprogramm ist jedoch bereits, dass die antimonhaltige Zone auf über 700 m Breite und die Tiefe auf über 400 m ausgeweitet werden konnte.
Der Chart
Durch die geopolitischen Veränderungen in den letzten Jahren sind immer mehr strategische Investoren auf die Rohstoffproduzenten, aber auch auf Explorationsunternehmen mit strategischen Vorkommen wie Antimony Resources gestoßen. Dies wurde zuletzt deutlich im November 2025, als das Unternehmen 10 Mio. CAD aufnehmen wollte und die Platzierung aufgrund der hohen Nachfrage nach vier Tagen bereits beenden konnte. Es überrascht auch wenig, dass die Aktie mit 0,71 CAD in der Nähe des Allzeithochs notiert, welches erst vor zwei Wochen bei 0,78 CAD erreicht worden ist. Sollte die Aktie in den kommenden Wochen den Widerstandsbereich von 0,84 CAD nachhaltig überwinden, wäre der nächste technische Widerstandsbereich erst bei 1,14 CAD zu finden.

Der Ausblick 2026
Das Unternehmen will im ersten Halbjahr 2026 bis zu 10.000 m Bohrungen mit dem neuen Eigenkapital vornehmen, um die verschiedenen Mineralisierungszonen zu erweitern und besser definieren zu können. Des Weiteren sollen die Ressourcenberechnungen vorangetrieben werden, damit Anfang 2027 eine Ressource ausgewiesen werden kann, auf die eine Wirtschaftlichkeitsberechnung aufgebaut werden kann. Der CEO von Antimony Resources, Jim Atkinson, sagte zu den bisherigen Ergebnissen und über die Weiterentwicklung in 2026 folgendes: „Bis heute wurden über 13.800 Meter Bohrungen auf dem Grundstück abgeschlossen, was ein besseres Verständnis der Mineralisierung und die Erschließung eines erheblichen Potenzials ermöglicht. Wir werden das 3D-Modell mit den neuen Informationen aktualisieren, was in der nächsten Phase des Bohrens sehr hilfreich sein wird.“
Fazit
Antimony Resources unterstreicht mit den letzten Bohrergebnissen ein starkes Vorkommen an Antimon. Diese Bohrergebnisse will das Unternehmen bis Anfang 2027 in einer Ressourcenberechnung einbringen und dafür noch in diesem Jahr weitere 10.000 Bohrmeter auf dem Projektgebiet niederbringen. Da die Vorkommen an Antimon bei Antimony Resources als hoch und sehr rein anzusehen sind, bietet der Explorer eine interessante Chance eines Pureplays auf den Antimonkurs. Wenn sich dann ggf. nach Vorlage einer Ressourcenschätzung das Pentagon melden oder eine andere US-Behörde einen Abnahmevertrag unterschreiben sollte, wäre der Minenaufbau de facto besichert. Dafür muss das Unternehmen im nächsten Bohrprogramm die bisherigen Funde aber bestätigen und im Idealfall noch erweitern.