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26.10.2021 | 05:45

Volatilität und Kurssprünge – Cardiol Therapeutics, Valneva, Moderna

  • Cardiol Therapeutics
  • moderna
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Bildquelle: pixabay.com

Nach 19 Monaten Pandemie stehen die Kursgewinner nicht erst seit gestern fest. Einer der großen Profiteure der weltweiten medialen Panikmache ist die Pharma-Branche, die ihre Bewertungen über mehrere 100 Mrd. USD steigern konnte. Dabei notieren nicht alle pharmazeutischen Werte auf Allzeithoch. Dafür haben sich einige neue Player am Markt bereits einen starken Namen aufgebaut oder sind noch dabei. Welche Aktien haben noch Potential?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , MODERNA INC. DL-_0001 | US60770K1079 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851


 

Cardiol Therapeutics – Der Newcomer

Das Expertenteam von Cardiol Therapeutics (WKN: A2PA9E ISIN: CA14161Y2006 Ticker: CT9) hat sich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisiert und das Kardiologen-Team hat hier eine sensationelle Entdeckung gemacht. Mit einer selbstentwickelten Therapie können Herzleiden verringert und Entzündungen des Herzens sehr effektiv gehemmt werden. Herzerkrankungen wie Myokarditis sind bei Herzpatienten der Standard. Auch eine zunehmende Anzahl an jungen Menschen unter 30 Jahren erkranken in Verbindung mit den derzeitigen Impfstoffen gegen Sars-CoV-2 an Herzleiden. Ein ernstzunehmendes Problem ist dies oftmals für männliche Personen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in der westlichen Welt allerdings auch unabhängig von Corona die häufigste Krankheits- und Todesursache und damit ein Multi-Milliarden-Geschäft. Daher hat CardiolRx von Cardiol Therapeutics die Chance sich zu einem Blockbusterkandidaten zu entwickeln.

Der Wirkstoff wird bereits an hospitalisierten Herz-Kreislauf-Patienten mit COVID-19-Infektion getestet. Die klinische Phase-II/III-Studie läuft bereits in den USA und wird derzeit auf Brasilien, Mexiko und Kanada ausgeweitet. Bereits in der Phase-I-Studie von CardiolRx konnte die Sterblichkeit der Herzinfarktpatienten deutlich gesenkt und die Regeneration der Herzmuskulatur angeregt werden. Wichtig ist zu erwähnen, dass dies nahezu ohne Nebenwirkungen in der klinischen Phase-I-Studie vonstatten ging, da der Grundstoff von CardiolRx auf Cannabidiol-Basis natürlichen Ursprungs ist. Damit steckt bei der in letzter Zeit positiv-volatilen Aktie noch einiges an Potential.

Valneva – Aufsteiger

Steil aufwärts mit Rolle rückwärts und wieder mit deutlicher Kurslücke aufwärts ging es in den letzten Wochen bei der Aktie des französischen Unternehmens Valneva (WKN: A0MVJZ ISIN: FR0004056851 Ticker: AYJ) her. Mit Ankündigung, den Corona-Impfstoff VLA2001 in Großbritannien durch die britische Behörde MHRA (Vergleichbar mit dem Paul-Ehrlich-Institut) zulassen zu wollen, verdoppelte sich der Aktienkurs im August 2021 nur um im anschließenden September wieder in sich zusammenzubrechen. Dabei wurde eine riesige Kurslücke zwischen 14 EUR und 19,60 EUR geöffnet. Erst diese Woche konnte diese wieder geschlossen werden, aber nun bleibt nach den positiven Phase-III-Studiendaten zum Corona-Impfstoffkandidaten eine Kurslücke auf der Unterseite offen. Diese Kurslücke befindet sich zwischen 12 EUR und 15,01 EUR und sollte von derzeitig euphorischen Anlegern bei ihren Kauf-/Verkaufsentscheidungen berücksichtigt werden.

Finanziert wurde der Kurssprung übrigens von den Leerverkäufern, die durch die positiven Studienergebnisse ihre Shortpositionen verringert haben. Der Shortseller Citadel reduzierte jedenfalls eine Shortposition auf 0,67%. Es ist davon auszugehen, dass der Shortangriff durch die positiven Nachrichten abgebrochen werden muss, aber das heißt nicht , dass Leerverkäufer nicht zu einem späteren Zeitpunkt wieder einen weiteren Angriff in Betracht ziehen werden. Wichtig sind die Fortschritte seitens Valneva in den kommenden Wochen bezüglich des Zulassungsprozesses und der Liefervereinbarungen zum sogenannten Totimpfstoff. Die Aktie ist jedenfalls nichts für schwache Nerven aber wer mit der Volatilität umgehen kann, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen.

Moderna – Ist die Luft raus?

Der Aktienkurs des US-amerikanischen Biotechnologieunternehmens Moderna (WKN: A2N9D9 ISIN: US60770K1079 Ticker: 0QF) setzte nach dem Höhenflug ab August 2021 zu eine Konsolidierung über. In einer dreiwelligen Bewegung verlor die Aktie in den letzten zwei Monaten in der Spitze 41% und erholte sich in den letzten drei Wochen nur leicht. Damit lag der Analyst Matthew Harrison von Morgan Stanley, der Mitte August sein Preisziel von 190 USD auf 337 USD angehoben hat, daneben, obwohl anfänglich etliche Marktteilnehmer die Aktien aufgrund dieser Analyse kauften. Die Deutsche Bank ist etwas vorsichtiger und sieht bei der Aktie ein Kurspotential bis in den Bereich von 250 USD, stuft aber die Aktie als „Sell“ ein.

Verkauft bzw. Anteile reduziert hat jedenfalls die Schweizer Biotech-Beteiligungsgesellschaft BB Biotech. Diese war als Investor der ersten Stunde bei Moderna ordentlich im Plus und verkauft Anteile an Moderna in den Markt hinein. Dennoch ist die Aktie die größte Position der Beteiligungsgesellschaft und hat eine Gewichtung von 14,7%, zumindest Stand 30.09.2021, wie aus dem in der letzten Woche veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht.


Fazit

Die Aktien im pharmazeutischen Segment sind hoch volatil, wie die drei vorgestellten Unternehmen in den letzten Wochen und Monaten gezeigt haben. Dennoch bieten sich immer wieder Chancen, denn langfristig haben die Aktien trotz Rückschlagpotential einen riesigen Markt, den sie mit ihren jeweiligen Produkten ansprechen.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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