Menü

20.10.2025 | 05:30

Von neuen Handelsströmen profitieren! Almonty Industries, BHP, Standard Lithium

  • Almonty Industries
  • BHP
  • Standard Lithium
Bildquelle: pixabay.com

Nicht erst der Handelskrieg der USA gegen den Rest der Welt hat dafür gesorgt, dass sich die weltweiten Handelsströme verlagern, aber durch ihn wurde die Entwicklung noch einmal verstärkt. Die Unberechenbarkeit der US-amerikanischen Handels- und Außenpolitik hat zu neuen Allianzen und Blockbildungen geführt. Die BRICS-Staaten sind dabei der wohl bekannteste Staatenblock, aber auch die MERCOSUR in Südamerika und die Shanghai Cooperation Organisation (SCO) als Eurasische Wirtschaftskooperation bündeln ihre Interessen gegenüber den USA und der EU. Das eröffnet Unternehmen neue Chancen und unter anderen profitieren diese davon:

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA0203981034 , AU000000BHP4 , CA8536061010


 

Almonty Industries - Lieferketten Profiteur

Durch den Handelskrieg der USA gegen China und den getroffenen Gegenmaßnahmen Chinas mit den Einschränkungen der Rohstoffexporte konnte das kanadische Unternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD | ISIN: CA0203981034 | Ticker-Symbol: ALI) enorm profitieren. Unter den Rohstoffen, die von China mit Exportbeschränkungen belegt worden sind, ist auch das Basismetall Wolfram gefallen. Wolfram ist als Legierungs- und Veredelungselement von Stahl nicht wegzudenken, denn erst durch Wolfram wird die Herstellung von Panzerstählen für die Verteidigungsindustrie möglich. Aber auch bei gehärtetem Stahl für Bohr- und Werkzeugen ist Wolfram unabdingbar.

Daher ist die Aktie des Wolframproduzenten in den letzten 12 Monaten in den Fokus der internationalen Investmentgemeinschaft gerückt, denn das Unternehmen wird in den nächsten Jahren zu einem der größten Produzenten von Wolfram außerhalb Chinas aufsteigen. Bereits zum Jahresende soll die Produktion in der, sich in Südkorea befindlichen, Sangdong Mine aufgenommen werden, welche in den letzten Jahren aufgebaut und entwickelt worden ist. Diese ergiebige Wolframmine wurde in 1994 geschlossen, nachdem China begonnen hatte, den Markt mit billigem und subventioniertem Wolfram aus chinesischer Produktion zu überschwemmen. Nachdem der globale Wettbewerb durch diese Subventionspolitik massiv ausgedünnt worden ist, baute China seine Dominanz auch in diesem Sektor aus. Durch den Zollkrieg der USA mit China lassen die Chinesen nun die Muskeln spielen und der Wolframpreis zog im Zuge dessen signifikant an.

Für Almonty Industries, die noch im laufenden vierten Quartal mit der Produktion in der Wolframmine beginnen wollen, war diese geopolitische Entwicklung sicherlich ein Glücksgriff. In der Ausbaustufe 1 sollen im ersten vollen Produktionsjahr 2026 ca. 640.000 Tonnen Wolframerz verarbeitet und produziert werden. Wenn also demnächst das Hochfahren der Mine beginnt und damit die Ausbausphase 1 abgeschlossen ist, soll unmittelbar die Ausbaustufe Phase 2 in 2026 und 2027 umgesetzt werden. Die Verarbeitungsanlage soll dann nach Fertigstellung dieser nächsten Stufe sogar bis zu 1,2 Mio. Tonnen im Jahr verarbeiten und die Produktion damit nahezu verdoppelt werden können.

BHP verkauft Eisenerz in chinesischer Währung

Der australische Rohstoffkonzern BHP (WKN: 850524 | ISIN: AU000000BHP4 | Ticker-Symbol: BHP1) hat in der ersten Oktoberwoche angekündigt, seine Verkäufe von Eisenerz nach China ab dem vierten Quartal 2025 in der chinesischen Währung Renminbi abzuwickeln. Damit beugt sich BHP dem Druck des staatlichen Einkaufsunternehmens China Mineral Resources, welches angekündigt hat, nur noch Stahl in heimischer Währung aufzukaufen und eine Bezahlung in USD abzulehnen.

Für BHP bedeutet das, dass ungefähr 1/3 seiner Eisenerzlieferungen in Renminbi verkauft werden und zukünftig nicht mehr gegen das Wechselkursrisiko des USD, sondern in der chinesischen Handelswährung abgesichert werden müssen. Mit diesem Schwenk von BHP bröckelt nun auch die USD-Dominanz im Rohstoffsektor, in welchem klassischerweise der Wert des Rohstoffes meist in USD ermittelt wird. Wenn dieses Beispiel im Rohstoffsektor Schule macht, dann wird auch mittelfristig die Nachfrage nach US-Staatsanleihen sinken und gleichzeitig die Nachfrage nach chinesischen Staatsanleihen steigen.

Standard Lithium - massive Kapitalerhöhung

Nach dem Tief der Aktie von Standard Lithium (WKN: A2DJQP | ISIN: CA8536061010 | Ticker-Symbol: S5L) im April dieses Jahres bei 0,88 EUR, konnte der Wert bis Anfang Oktober 2025 in der Spitze um 624 % auf 5,49 EUR ansteigen. Diesen starken Anstieg nutzte der Konzern zur Aufnahme neuen Kapitals durch eine Kapitalerhöhung. Insgesamt wollte das Unternehmen 120 Mio. USD durch die Kapitalerhöhung (KE) einnehmen, aber aufgrund starker Nachfrage wurde die KE bereits auf 130 Mio. USD erhöht. Durch die Kapitalerhöhung wird das Stammkapital um ca. 15 % erhöht und die Altaktionäre damit entsprechend verwässert.

Da der Preis der neuen Aktien auf 4,35 USD (3,72 EUR) festgelegt worden ist, ging auch umgehend der Aktienkurs des Unternehmens in die Knie und fiel im Tief am Freitag auf 3,32 EUR zurück. Nach dem ersten Schock der Anleger stabilisierte sich der Wert aber wieder zum Wochenschlusskurs hin und ging nahe dem Bezugskurs der neuen Aktien bei 3,695 EUR in das Wochenende. Bis zum heutigen Montag, den 20. Oktober 2025, können die neuen Aktien noch gezeichnet werden. Das eingesammelte Kapital will das Unternehmen für Investitionen im Süd West Arkansas Projekt und dem Franklin Projekt in Osttexas verwenden.

Fazit

Die Nachfrage nach neuem Wolfram außerhalb der chinesischen Produktion ist durch den Zollstreit signifikant gestiegen und Almonty Industries konnte davon bereits deutlich profitieren. Auch die Aktie von Standard Lithium war zuletzt stark nachgefragt und das Unternehmen nutzte den hohen Marktpreis zur Aufnahme von frischem Kapital, was den Aktienkurs kurzfristig drückte. Nur eine leichte Aufwärtsbewegung war bisher bei der Aktie von BHP zu sehen, wenngleich die Aktie mit einer aktuellen Dividendenrendite von 3,9 % p. a. attraktiv bewertet zu sein scheint.



Interessenskonflikt

Gemäß § 85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Ita Joka S. A. sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Ita Joka S. A. (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

Die Ita Joka S. A. ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Ita Joka S. A. für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

Risikohinweis

Die Ita Joka S. A. bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf derfinanzinvestor.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Ita Joka S. A. und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Ita Joka S. A. und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


Weitere Kommentare zum Thema:


Almonty Industries: Wolfram - Zwischen Rüstungsboom und Chip-Krise

Almonty Industries: Wolfram - Zwischen Rüstungsboom und Chip-Krise

Kommentar vom 14.04.2026 | 05:45

Die Welt ist mit dem Krieg im Iran weiter aus dem Gleichgewicht geraten und die geopolitische Landkarte verschiebt sich immer schneller und stärker. Diese Machtverschiebungen machen sich auch bei den Rohstoffpreisen bemerkbar und lassen Industriemetalle wie Wolfram in den Mittelpunkt ganzer Wertschöpfungsketten geraten. Aufgrund seiner extremen Dichte, seiner Härte und seines außergewöhnlich hohen Schmelzpunktes ist es für panzerbrechende Munition, Raketenteile und hochpräzise Waffensysteme unersetzlich. Gleichzeitig ist es ein unverzichtbares Prozessmaterial in der modernen Chipfertigung von z.B. 200-lagigen 3D-NAND-Speicherchips (200+ Layer Chips), die vorwiegend in Rechenzentren und KI-Anwendungen eingesetzt werden.

Zum Kommentar


Das strategische Rückgrat des Westens: Almonty Industries

Das strategische Rückgrat des Westens: Almonty Industries

Kommentar vom 30.03.2026 | 05:45

Das weißglänzende Schwermetall Wolfram ist kein gewöhnlicher Rohstoff. Mit einem sehr hohen Schmelzpunkt von 3.422 °C, einer vergleichbaren Dichte wie das edle Metall Gold und einer außergewöhnlichen Härte ist es extrem wichtig für Panzerungen, Munition, Röntgengeräte, Halbleiter, Hochleistungswerkzeuge sowie für die Luft- und Raumfahrt und dort auch kaum ersetzbar. Wer daher den Zugang zum Rohstoff Wolfram kontrolliert, beherrscht einen der zentralen Hebel moderner Industrie- und Rüstungsproduktion. Genau das ist eine wesentliche Herausforderung der NATO-Staaten, denn China kontrolliert rund 80 % der globalen Wolfram-Produktion. Gemeinsam mit Russland und Nordkorea steigt dieser Anteil auf rund 95 %. Gleichzeitig haben die USA seit dem Jahr 2015 kein Wolfram mehr kommerziell gefördert und das weiß und nutzt auch China im Wirtschaftskrieg gegen die USA.

Zum Kommentar


Kleiner Explorer, großer Hebel auf Antimon - Antimony Resources: Auf den Spuren von Almonty Industries?

Kleiner Explorer, großer Hebel auf Antimon - Antimony Resources: Auf den Spuren von Almonty Industries?

Kommentar vom 27.03.2026 | 05:45

Wie schnell der Krieg gegen den Iran auch in Europa und Deutschland angekommen ist, kann nicht nur an den Zapfsäulen der Tankstellen, sondern auch seit dieser Woche bei der Versorgung der Industrie und Krankenhäuser mit Heliumgas gesehen werden. Doch die Versorgung mit Rohstoffen ist für jede entwickelte Nation wichtig und der Ausfall selbst vermeintlich unbekannter Metalle wie Antimon hätte gravierende Folgen. Noch wenig beachtet, besitzt Antimon wie Helium eine hohe wirtschaftliche wie auch geopolitische Relevanz. So wird Antimon zur Härtung von Bleiplatten in Energiespeichern benötigt, aber auch in der Rüstungsindustrie ist es ein zentraler Munitionsbestandteil. Ebenso wird Antimon in der Halbleiterindustrie und als optoelektronisches Bauelement genauso in Form von Antimontrioxid als Flammschutzmittel eingesetzt. Welches Unternehmen profitiert direkt?

Zum Kommentar