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05.06.2026 | 05:45

Angeschlagen und aufkommende Kursphantasie! American Atomics, Redcare Pharmacy, RWE

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Bildquelle: Pixabay

Der Iran-Konflikt ist in den letzten Tagen wieder in den Fokus der Anleger und Investoren gerückt und führte entsprechend zu Gewinnmitnahmen an den teilweise stark gestiegenen Indizes. Der DAX legte vor allem am Mittwoch einen Rücksetzer von 1,8 % hin, der aber am gestrigen Handelstag wieder fast vollständig aufgekauft worden ist. Noch stärker war der Dow-Jones-Index, der am gestrigen Handelstag mit 51.503 Punkten sogar ein neues Allzeithoch generieren konnte.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA0240301089 , NL0012044747 , DE0007037129


 

American Atomics: Blue-Streak-Projekt und Datenlage

Die USA versuchen seit mehreren Jahren, ihre strategische Uranabhängigkeit zu reduzieren: 2023 standen nur rund 0,05 Mio. Pfund Uranoxid (U₃O₈) aus heimischer Produktion einem Bedarf von ca. 32 Mio. Pfund gegenüber. 2024 wurden immer noch etwa 81 % des angereicherten Urans importiert, wovon rund 20 % aus Russland stammten. Parallel facht der steigende Strombedarf durch Rechenzentren und Elektrifizierung die Debatte um grundlastfähige Kapazitäten an. In diesem makroökonomischen und geopolitischen Umfeld gewinnen US-Projekte entlang der Wertschöpfungskette an Relevanz.

Der Uranexplorer American Atomics (WKN: A41EBW | ISIN: CA0240301089 | Ticker: Q3B) baut daher sein Portfolio an uranhaltigen Liegenschaften weiter aus. Erst im April 2026 wurde die zweite Option für das Colorado-Projekt Blue Streak ausgeübt und damit die Kontrolle auf 100 % erhöht. Die Transaktion in Höhe von 1 Mio. USD wurde laut Unternehmensmeldung in Höhe von 250.000 USD-Cash sofort und die restlichen 750.000 USD werden via einer „Promissory Note“ zu einem späteren Zeitpunkt gezahlt.

Die Liegenschaft Blue-Streak mit 919 ha Gesamtgröße steht im Zusammenhang mit der dortigen Pickett-Corral-Mine. Diese produzierte bis zum Jahr 1971 insgesamt 51.495 Tonnen Erz mit 293.985 Pfund Uranoxid (U₃O₈) mit 0,29 % sowie 1.981.225 Pfund Vanadium (V2O5) mit 1,92 % Anteil. Aus der Produktion wurde ein Vanadium-Uran-Verhältnis von 6,7:1 abgeleitet und im Technical Report als Branchenpraxis im Uravan-Gürtel verwendet. Aus dem damaligen Vanadium-Uran-Verhältnis wird in der letzten Schätzung der Mineralressource (MRE) auch das mögliche Vanadiumvorkommen geschätzt. Das Gesamtvorkommen an Uranoxid nur bei diesem Projekt wird daher auf über 2,9 Mio. Pfund geschätzt und entsprechend dem obigen Faktor auch ein Vanadiumanteil von 19,4 Mio. Pfund vermutet.

Redcare Pharmacy: Starker Tagesanstieg, aber die Aktie bleibt angeschlagen

Die Aktie von Redcare Pharmacy (WKN: A2AR94 | ISIN: NL0012044747 | Ticker: RDC) konnte in der letzten Mai-Woche Momentum aufnehmen und das technische Lagebild wieder deutlich verbessern. Die Aktie stieg in den letzten fünf Handelstagen um 25 % auf zuletzt 52,80 EUR an. Auf den ersten Blick sieht das positiv aus, doch man darf nicht vergessen, dass die Aktie seit Jahresanfang immer noch rund 20 % im Minus ist. Auf 52-Wochen-Basis beträgt der Verlust sogar etwa 48 %. Seit November 2024 befindet sich Redcare Pharmacy nun in einem deutlichen Abwärtstrend, wenngleich mit dem Tief von März 2026 möglicherweise ein Boden gefunden worden ist.

Das Unternehmen ist in den letzten Jahren zu einer der führenden Online-Apotheken Europas aufgestiegen und bietet Medikamente, Gesundheitsprodukte, Pflegeprodukte sowie verschreibungspflichtige Medikamente in mehreren europäischen Ländern an. Fundamental zeigt sich ein gemischtes Bild. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Redcare Pharmacy einen Umsatz von rund 2,9 Mrd. EUR, deutlich mehr als im Vorjahr mit 2,3 Mrd. EUR. Das Wachstum ist also klar vorhanden. Auch der Bruttogewinn lag bei rund 663 Mio. EUR, was einer Bruttomarge von etwa 22 % entspricht. Jedoch wird ein großer Teil des Geldes für Vertrieb, Marketing und Logistik ausgegeben. Dadurch blieb das operative Ergebnis negativ, genauso wie das Nettoergebnis.

Aber der operative Cashflow 2025 war mit rund 31 Mio. EUR positiv. Das zeigt, dass das Geschäft operativ grundsätzlich Geld generieren kann, aber der freie Cashflow ist schwach, da Redcare stark investiert, besonders in Logistik, Automatisierung und Sachanlagen. Das Wachstum aus 2025 setzt sich auch in Q1 2026 fort. Der Umsatz stieg auf 849,5 Mio. EUR, ein Plus von 18,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich auf 14,4 Mio. EUR, aber das Nettoergebnis blieb mit minus 11 Mio. EUR weiterhin negativ.

RWE Aktie: Starker Lauf trotz gemischter Fundamentaldaten

Die Aktie des deutschen Energiekonzerns aus Essen RWE (WKN: 703712 | ISIN: DE0007037129 | Ticker: RWE) steht seit letztem Jahr wieder im Fokus der Anleger. Von Jahresanfang bis heute liegt die Aktie rund 24 % im Plus, auf 52-Wochen-Basis sogar rund 67 %. Mit einer Marktkapitalisierung von über 42,5 Mrd. EUR gehört RWE zu den großen europäischen Energieunternehmen. Seit dem Tief aus Dezember 2024 hat sich die charttechnische Lage der Aktie deutlich aufgehellt. Der Markt scheint wieder mehr Vertrauen in das Geschäftsmodell bekommen zu haben.

Beim Blick auf die Zahlen für 2025 zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Umsatz lag bei 17,6 Mrd. EUR und damit deutlich unter dem Vorjahr mit 24,2 Mrd. EUR. Das klingt auf den ersten Blick negativ, ist bei einem Energiekonzern aber nicht immer eins zu eins mit operativer Schwäche gleichzusetzen, da Strompreise, Handelsaktivitäten und Marktbedingungen stark schwanken können. Das Nettoergebnis lag 2025 trotz Umsatzrückgangs bei 3,1 Mrd. EUR und der operative Cashflow sogar bei rund 5,0 Mrd. EUR. Gleichzeitig investiert RWE massiv weiter und die Investitionen lagen 2025 bei rund 10,8 Mrd. EUR; vor allem in erneuerbare Energien, Netzinfrastruktur, Batteriespeicher und flexible Energieerzeugung floss das Geld.

Im ersten Quartal 2026 war das Bild erneut gemischt. Der Umsatz fiel auf 4,3 Mrd. EUR nach 6,4 Mrd. EUR im Vorjahresquartal. Das Nettoergebnis fiel stark auf nur noch 20 Mio. EUR. Gleichzeitig stieg aber das bereinigte EBITDA um 25 % auf 1,6 Mrd. EUR. Das zeigt, dass das bereinigte operative Kerngeschäft stärker war, als der reine Nettogewinn vermuten lässt. Besonders interessant ist auch, dass RWE sich in Großbritannien Differenzverträge für mehrere Offshore-Windprojekte sichern konnte. Solche Verträge reduzieren Preisrisiken und geben langfristig mehr Planungssicherheit.

Fazit

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 15 Mio. CAD und einem Aktienkurs von American Atomic, der zwischen 0,22 und 0,35 CAD noch in einer Bodenbildung verweilt, bietet sich für risikobewusste Investoren ein interessantes Chancen-Risiko-Profil.
Redcare Pharmacy ist ein wachsendes Unternehmen in einem interessanten Zukunftsmarkt, doch die Profitabilität bleibt dünn und die Finanzierung über Wandelanleihen ist ein Risiko, das im Auge behalten werden sollte.
Langfristig bleibt die RWE-Aktie interessant, wenn der Energiekonzern seine Investitionen in erneuerbare Energien und flexible Erzeugung erfolgreich in höhere Gewinne umwandeln kann.



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