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02.03.2026 | 05:45

Energiebedarf wächst immer schneller! CHAR Technologies, Orsted, RWE

  • CHAR Technologies
  • Orsted
  • RWE
Bildquelle: pixabay.com

Der Angriffskrieg der USA und Israel auf den Iran wird nicht nur die Rohstoffversorgung Europas mit Erdöl und Erdgas gefährden und verteuern, sondern auch die Teuerungsrate entlang der ganzen Wertschöpfungskette über die nächsten Jahre deutlich erhöhen. Da die Prognose für 2026 mit 1,9 % Inflationsrate durch die deutlich anziehenden Energiepreise nicht zu halten sein wird, dürften nicht nur Zinssenkungen in diesem Jahr vom Tisch sein, sondern mittelfristig Zinserhöhungen eine einzukalkulierende Option werden. Da der globale Energiebedarf aber im Zuge der KI-Revolution noch stärker wächst als bisher angenommen, werden Energieerzeuger aus den unterschiedlichsten Bereichen immer interessanter.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: CA15957L1040 , DK0060094928 , DE0007037129


 

Orsted will Dividendenzahlung wieder aufnehmen

Die vergangenen Jahre waren für den dänischen Windkraftanlagenbauer Orsted (WKN: A0NBLH | ISIN: DK0060094928 | Ticker-Symbol: D2G) hart und der Gegenwind aus der US-Administration belastete das US-Geschäft nochmals deutlich. Seit dem Allzeithoch im Januar 2021 verlor die Aktie in der Spitze über 87 % und kostete im September 2025 im Tief nur noch 8,40 EUR. Seitdem stabilisierte sich der Kurs, bildete einen Boden aus und kostete zuletzt wieder 20,43 EUR.

Die Unternehmensführung ist nach dem Durchschreiten der Talsohle wieder zuversichtlich für 2026 und das Auftragsbuch füllt sich zudem immer weiter. Daher rechnet der Konzern mit einem Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von über 28 Mrd. Dänischen Kronen (DKK), was ca. 3,75 Mrd. EUR entspricht. Für das Jahr 2027 soll das EBITDA sogar um 14,3 % auf über 32 Mrd. DKK (4,28 Mrd. EUR) ansteigen. Aufgrund der positiven Erwartungen und des wachsenden Auftragsbestandes, will das Unternehmen für das Gesamtjahr 2026 wieder die ausgesetzte Dividendenzahlung aufnehmen. Wie hoch diese ausfallen soll, ließ die Geschäftsführung noch offen.

CHAR Technologies schließt Lizenzvertrag

Energielösungen im industriellen Maßstab aus nachhaltiger Biomasse liefert das innovative Technologieunternehmen CHAR Technologies (WKN: A2QRHW | ISIN: CA15957L1040 | Ticker-Symbol: 68K). In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen eine patentierte Hochtemperatur-Pyrolyseanlage entwickelt, um z. B. Abfälle aus der Forstwirtschaft oder landwirtschaftliche Reststoffe in Biogas und Biokohle umzuwandeln. Die Technologie zur praktischen und kommerziellen Anwendung ist bereits erstmalig im Einsatz und zwar im kanadischen Thorold in der Provinz Ontario. Hier fährt das Unternehmen derzeit den Betrieb des Hochtemperatur-Pyrolyseofens (HTP) hoch und strebt die volle Produktionskapazität bis zum Quartalsende an. Im ersten Produktionsjahr sollen so 5.000 Tonnen Biokohlenstoff in der aktuellen Ausbaustufe 1 produziert werden.

Noch im Laufe dieses Jahres soll mit dem Bau des zweiten HTP-Ofens begonnen und so die Phase 2 umgesetzt werden. Des Weiteren soll eine Methanisierungsanlage ergänzt werden, um das erzeugte Synthesegas in erneuerbares Erdgas (RNG) umzuwandeln. Das erzeugte Erdgas soll dann via eines Pipelinenetzes eingespeist und vor Ort auch wieder verbraucht werden, um die Wertschöpfungs- und Verbrauchskette für das dortige Unternehmen Thorold Renewable Energy Facility zu etablieren.
Anfang Februar 2026 konnte CHAR Technologies auch den Sprung nach Frankreich vollziehen, indem es einen Lizenzvertrag mit dem französischen Energieentwickler GazoTech schließen konnte. GazoTech will die Kanadier bei der Etablierung der Technologie an verschiedenen europäischen Standorten unterstützen und dafür sein Netzwerk und seine Kunden in die Kooperation mit einbringen. So betreuen die Franzosen mehrere Projekte, bei denen der Abfall aus Biomasse den industriellen Wärmeenergiebedarf decken könnte.

RWE mit Kernfusionsprojekt

Der wachsende Energiebedarf macht gerade im teuersten Energiepreisland der Welt in Deutschland keinen Halt. Während die Industriebetriebe die Flucht ins Ausland antreten und ihre Produktion hierzulande immer weiter zurückfahren, sind große Teile der Bevölkerung nicht so flexibel und oftmals ortsverbunden. Um jedoch den steigenden Energieverbrauch der Zukunft decken zu können, hat Deutschlands größter Energieproduzent die
RWE AG (WKN: 703712 | ISIN: DE0007037129 | Ticker-Symbol: RWE) ein zwei Milliarden Euro umfassendes Kernfusionsprojekt begonnen.

Zusammen mit dem Start-up-Unternehmen Proxima Fusion aus München sollen mind. zwei Milliarden Euro am ehemaligen Atomkraftwerk Gundremmingen in einen Demonstrationsreaktor „Alpha“ investiert werden, der im weiteren Verlauf hin zu einem kommerziellen Magnetfusionskraftwerk entwickelt werden soll. Zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) soll laut Auskunft des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder der Freistaat Bayern 400 Mio. EUR bereitstellen und weitere 400 Mio. EUR durch private Investoren. Er hofft, dass auch der Bund bis zu 1.000 Mio. EUR in das nationale Projekt investiert und so in den nächsten sechs bis sieben Jahren eine ganz neue Industrie aufgebaut werden kann.

Fazit

Das Technologieunternehmen CHAR Technologies hat mit seiner Hochtemperatur-Pyrolyseanlage die Skalierung seines Geschäftsmodells begonnen und baut nun sukzessive seine Lizenz- und Beteiligungsmodell aus. RWE will sich an dem großen Energieprojekt eines Fusionsreaktors beteiligen, um so im Laufe des kommenden Jahrzehnts ein Teil einer ganz neuen Industrie sein zu können. Von dem wachsenden Energiebedarf profitiert nach einer längeren Zeit des Leidens auch der dänische Offshore-Windkraftanlagenbauer Orsted und könnte zuletzt eine nachhaltige Trendwende geschafft haben.



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