Menü

08.01.2026 | 05:45

Energieversorgung als Nadelöhr – American Atomics, Orsted, Siemens Energy

  • American Atomics
  • Orsted
  • Siemens Energy
Bildquelle: pixabay.com

In den letzten vier Jahrzehnten übernahmen Computer und Software immer größere Nutzungsanteile in den Unternehmen und privaten Haushalten. Und mit Einzug der Smartphones vor nicht einmal 20 Jahren nahm die Digitalisierung des Lebens immer weiter an Fahrt auf. In den letzten Jahren beschleunigten dann KI-Systeme die Vernetzung von Maschinen untereinander noch einmal und dieser angestoßene Prozess wird noch viele Jahre andauern. Mittlerweile ist jedoch durch den enorm angestiegenen Energiebedarf die ausreichende Energieversorgung zu einer der wesentlichen Wachstumsschranken geworden. Welche Unternehmen mittelfristig jedoch genau davon profitieren:

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA0240301089 , DE000ENER6Y0 , DK0060094928


 

American Atomics und die Uran-Wertschöpfungskette

Das kanadische Unternehmen American Atomics (WKN: A41EBW | ISIN: CA0240301089 | Ticker-Symbol: Q3B) hat sich das Ziel gesetzt, ein integriertes Uran-Lieferketten-Unternehmen zu werden und die USA mit Energie zu versorgen. Die Wertschöpfungskette beginnt dabei bei dem Auffinden neuer Lagerstätten von Uran, dem Abbau und der entsprechenden Anreicherung des Urans zur Verwendung in Kernbrennstäben bei der Energieerzeugung in Kernkraftwerken. Die USA sind dabei der international größte Verbraucher von Kernbrennstoffen und nach wie vor in der direkten bzw. indirekten Abhängigkeit von Russland und China. Diese Abhängigkeit von beiden Nationen will die USA so schnell wie möglich reduzieren und ihre bisherigen Lieferketten neu aufbauen.

American Atomics baut derzeit ein vertikal integriertes Uranunternehmen auf, um die geopolitischen Verhältnisse in der Welt aus Perspektive von Nordamerika zu berücksichtigen. Den Anfang hat das Unternehmen mit der Sicherung des Big-Indian-Projektes bereits gemacht. Das uranhaltige Projektgebiet befindet sich im Lisbon-Valley im US-Bundesstaat Utah. In der Vergangenheit wurden dort bereits über 78 Mio. Pfund Triuranoctoxid (U₃O₈) gefördert. Der Urangehalt lag bei durchschnittlich 0,37 %. Das Big-Indian-Projekt erstreckt sich im östlichen Gebiet des Lisbon-Valleys, ist bisher kaum erforscht und setzt sich aus 217 Grundstücksblöcken (Claims) zusammen. Die ersten geologischen Befunde aus der Vergangenheit zeigten bereits uranhaltige Vorkommen in einer Tiefe von 600 m bis 830 m an, die American Atomics ab diesem Jahr systematisch erkunden will.

Die Kanadier haben sich bereits bis Ende 2030 verpflichtet, jedes Jahr 3,6 Mio. USD in die Exploration und Entwicklung des Grundstückes zu investieren. Im Gegenzug erhöht sich durch den entsprechenden Investitionsnachweis der Eigentumsanteil an dem Projekt bis Ende 2030 auf 80 %. Mit dem Fokus auf die USA dürfte das Unternehmen durch den Rückenwind aus dem Weißen Haus mit Förderung der Energieunabhängigkeit und der Einstufung von Uran als kritischen Rohstoff in den kommenden Quartalen profitieren. Dies sollte sich durch vereinfachte Regulatorik und Unterstützung durch den „Defense Production Act“ bemerkbar machen.

Siemens Energy mit Kaufempfehlungen

In den vergangenen beiden Jahren war die Aktie von Siemens Energy (WKN: ENER6Y | ISIN: DE000ENER6Y0 | Ticker-Symbol: ENR) ein Highflyer am deutschen Aktienmarkt. Kosteten die Anteilsscheine im Herbst 2023 noch weniger als 10,00 EUR, folgte im Anschluss eine starke Aufwärtsbewegung. Bis Anfang 2025 stieg die Aktie ununterbrochen in der Spitze um 58 EUR auf 64,56 EUR an, ehe eine kurze Zwischenkorrektur den Wert bis April 2025 auf 41,81 EUR fallen ließ. Seit dem Ende dieser Korrektur ging die Rallye weiter und mittlerweile werden je Aktie bereits 130 EUR aufgerufen.

Doch die Analysten sehen bisher noch kein Ende dieser Rallye. So stuft die Deutsche Bank Research die Aktie nach wie vor als „Kauf“ ein und sieht ein Kursziel von 135 EUR als gerechtfertigt an. Die starke Geschäftsentwicklung hält an und der Zufluss an freien Barmitteln sollte auch im laufenden Geschäftsjahr 2025/2026 anhalten. Noch optimistischer ist Bernstein Research, welche die Aktie mit „Outperform“ einstufen und ein Kursziel von 150 EUR ausgeben.

Orsted mit Klage gegen die US-Administration

Mit der Trump Administration hat die missliche Lage für die dänische Orsted (WKN: A0NBLH | ISIN: DK0060094928 | Ticker-Symbol: D2G) zugenommen und sich zu einer eisigen Kaltfront entwickelt. Einst gefeiertes Unternehmen der Energiewende mit riesigen Offshore-Windparks, hat sich die Windrichtung seit Anfang 2020 gegen das dänische Unternehmen gedreht. Die Aktie stürzte von 760 DKK um 83 % auf zuletzt 131 DKK (17,53 EUR) ab und die Trump Regierung entzog die Lizenz auf bereits ausgeschriebene Projekte.

Dies will sich die Geschäftsführung von Orsted nicht gefallen lassen und das Unternehmen wird gegen die am 22.12.2025 erfolgte Suspendierung von fünf Offshore Windprojekte Klage erheben. Die Projekte sind teilweise fast fertig oder zumindest schon in der Entwicklung. Am weitesten fortgeschritten ist dabei „Revolution Wind“, das zum Zeitpunkt der Suspendierung laut Unternehmensangaben zu 87 % fertiggestellt war und Ende Januar 2026 die Stromproduktion aufnehmen sollte. Orsted betreibt den Windpark als 50:50 Joint Venture mit Global Infrastructure Partners Skyborn Renewables. Die Klage wurde bereits vor dem US-Bezirksgericht in Washington D. C. eingereicht.

Fazit

American Atomics will ein vertikal integriertes Uranunternehmen für Nordamerika entwickeln und investiert bis 2030 mind. 3,6 Mio. USD jährlich in das Big-Indian-Projekt in Utah. Siemens Energy setzt die Kursrallye fort und erhält von Analysten weitere Kaufempfehlungen. Das Windenergieunternehmen Orsted klagt in den USA gegen die Suspendierung mehrerer Offshore-Windprojekte.



Interessenskonflikt

Gemäß § 85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Ita Joka S. A. sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Ita Joka S. A. (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

Die Ita Joka S. A. ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Ita Joka S. A. für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

Risikohinweis

Die Ita Joka S. A. bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf derfinanzinvestor.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Ita Joka S. A. und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Ita Joka S. A. und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


Weitere Kommentare zum Thema:


Energiebedarf wächst immer schneller! CHAR Technologies, Orsted, RWE

Energiebedarf wächst immer schneller! CHAR Technologies, Orsted, RWE

Kommentar vom 02.03.2026 | 05:45

Der Angriffskrieg der USA und Israel auf den Iran wird nicht nur die Rohstoffversorgung Europas mit Erdöl und Erdgas gefährden und verteuern, sondern auch die Teuerungsrate entlang der ganzen Wertschöpfungskette über die nächsten Jahre deutlich erhöhen. Da die Prognose für 2026 mit 1,9 % Inflationsrate durch die deutlich anziehenden Energiepreise nicht zu halten sein wird, dürften nicht nur Zinssenkungen in diesem Jahr vom Tisch sein, sondern mittelfristig Zinserhöhungen eine einzukalkulierende Option werden. Da der globale Energiebedarf aber im Zuge der KI-Revolution noch stärker wächst als bisher angenommen, werden Energieerzeuger aus den unterschiedlichsten Bereichen immer interessanter.

Zum Kommentar


Unbemerkte Uranrally mit Chancen bei American Atomics

Unbemerkte Uranrally mit Chancen bei American Atomics

Kommentar vom 03.02.2026 | 05:45

Durch die enorme Jahresanfangsrally bei den Edelmetallen mit neuen Allzeithochs bei Gold mit 5.598 USD je Unze, bei Silber mit 121,65 USD je Unze und dem drastischen Abverkauf bis zum gestrigen Tage waren andere Rohstoffe nicht mehr im Fokus der Medien. Dieses Ungleichgewicht in der Berichterstattung bietet Investoren aber die Chance, sich Märkten zu widmen, die aktuell noch weniger stark bespielt werden. Hier sollten interessierte Investoren auf den Uranmarkt blicken, der sich nach der Korrektur seit Anfang 2025 still und heimlich von 63 USD je Pfund um 50 % auf bereits 99 USD je Pfund bis diesen Montag steigern konnte. Während der Uranpreis nicht mehr weit von dem 2024er Hoch bei 106,40 USD je Pfund entfernt ist, haben die Aktien in diesem Segment bisher noch nicht wieder das vergangene Momentum aufnehmen können.

Zum Kommentar


Energieversorgung und Überregulierung – American Atomics, RWE, Uranium Energy

Energieversorgung und Überregulierung – American Atomics, RWE, Uranium Energy

Kommentar vom 17.12.2025 | 05:45

Die Überregulierung aus Brüssel nimmt in der Europäischen Union kein Ende. Anstatt Bürokratie abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit der noch verbleibenden Unternehmen zu erhöhen, sollen weitere Steuern und Zölle erhoben und die Regulatorik erweitert werden. Die Kassen in Brüssel sind wie bei jeder Regierung notorisch leer und daher soll nun der Zoll auf CO2 auch auf Autoteile, Kühlschränke und Waschmaschinen ausgeweitet werden. Die EU-Kommission will dazu am heutigen Mittwoch Stellung beziehen. Währenddessen bauen sich an vielen Stellen der Welt noch größere Herausforderungen auf, z. B. die Energieversorgungskrise, die durch die künstliche Intelligenz nochmals befeuert wird. Diese Unternehmen kümmern sich darum und wollen mit ihren Problemlösungen Geld verdienen.

Zum Kommentar