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18.01.2021 | 05:45

Auf dem Index – Xiaomi, Almonty Industries, BYD

  • Xiaomi
  • BYD
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Bildquelle: pixabay.com

Durch die vielen weltweit stattfindenden permanenten Staatseingriffe in die Wirtschaft sind auch die internationalen Lieferwege unterbrochen und Versorgungsengpässe entstanden. Die auf hohe Effizienz getrimmten Lieferketten mit Just-in-time (JIT) Produktion und Lieferung haben sich als Achillesferse für viele Unternehmen der westlichen Welt erwiesen. Doch auch die Abhängigkeit der Wirtschaft von einzelnen Absatzmärkten und Zulieferbetrieben führt zu einem Umdenken in den Führungsetagen der Wirtschaft. Unternehmen, die in dieser Situation strategisch vorausschauend handeln, können die Gewinner von morgen sein, auch wenn aus politischen Gründen so manches Unternehmen auch einmal auf dem Index landet.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann
ISIN: KYG9830T1067 , CA0203981034 , CNE100000296


 

BYD – die nächsten Modelle

Seit der letzten Besprechung der Aktie des chinesischen Autobauers BYD (WKN: A0M4W9 ISIN: CNE100000296 Symbol: BY6) konnte sich der Aktienkurs seit Ende September 2020 bereits wieder mehr als verdoppeln. Die Auftragslage ist hoch und auch der Han EV überraschte nun mit einem Top-Ranking. Obwohl die E-Limousine erst im August 2020 in den Verkauf ging, schaffte sie es bis Ende 2020 auf Platz 8 der meistverkauften Elektro- und Hybridmodelle des Jahres 2020 in China. Die Produktionskapazitäten baut BYD weiter aus und die Ähnlichkeit zur Tesla Story scheint sich zu bestätigen. Nun stellt BYD das neue Plug-in-Hybridsystem DM-i vor. Dieser neue Hybrid-Antrieb soll in den Modellen Qin, Song und Tang verbaut werden. Was jedoch aktuell zu bemängeln ist, sind die angegebenen Verbrauchsangaben für die neuen Modelle. Bisher waren diese bei den Limousinen bzw. SUV Modellen unter 2 Liter auf 100 Kilometern gewesen. Bei einer Reichweite von bis zu 1.200 Kilometern würde mit der Fortentwicklung des Antriebsstrangs der Verbrauch auf 3,8 Liter auf 100 Kilometern springen. Damit würde sich der Verbrauch der neuen Modelle mehr als verdoppeln. Wo sollen hier die Vorteile für den Verbraucher liegen?

Almonty Industries – strategische Wolframmine gesichert

Das kanadische Wolframunternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD ISIN: CA0203981034 Ticker: ALI) betreibt zwei Wolframminen in Spanien und Portugal. Da Wolfram für die Europäische Union und für die Vereinigten Staaten von Amerika zu den kritischen Industriemetallen gehört, werden die Pläne von Almonty Industries wohlwollend gesehen. Mit Hilfe der KfW IPEX Bank wurde für Almonty Industries eine Projektfinanzierung für die größte Wolframmine außerhalb Chinas in Südkorea geschlossen. Diese Mine hatte sich Almonty Industries gesichert und will sie bis 2022 zur Produktion führen. Da über 80% des Wolframs bisher aus China stammen, ist auch die Abhängigkeit von dem kommunistischen Regime aus Peking sehr hoch. Daher ist die südkoreanische Sangdong Mine besonders wichtig und soll bei voller Produktion in 2026 für ca. 30% der nicht-chinesischen Weltproduktion stehen. Neben der deutschen Staatsbank KfW IPEX begleitet auch die Österreichische Kontrollbank AG das südkoreanische Projekt. Auch für die später produzierten Wolframkonzentrate besteht bereits eine Abnahmevereinbarung mit der österreichischen Plansee-Gruppe. Die Laufzeit dieser Vereinbarung beträgt 15 Jahre und garantiert Almonty Industries einen attraktiven Mindestpreis von 750 Mio. CAD Gesamtumsatz.

Xiaomi – Auf der schwarzen Liste

Auch wenn der scheidende US-Präsident Donald Trump zum 20. Januar 2021 das Weiße Haus verlassen muss, so ist er bis dahin trotz Sperrung auf Twitter, Facebook & Co. nach wie vor sehr aktiv. Das hat nun auch Xiaomi (WKN: A2JNY1 ISIN: KYG9830T1067 Ticker: 3CP) zu spüren bekommen und landete auf der schwarzen Liste der Vereinigten Staaten von Amerika (VSA). Der chinesische Elektronikhersteller soll eine Gefahr für die nationale Sicherheit der VSA darstellen und das hat entsprechend Auswirkungen auf den Aktienkurs. Auch wenn sich am Freitag, den 15.01.2021, der Aktienkurs wieder leicht erholte, so notiert die Aktie immer noch mehr als 15% tiefer bei 3,06 Euro je Aktie. Bleibt der chinesische Elektronikhersteller auf der schwarzen Liste, so müssen US-Investoren ihre gehaltenen Anteile an Xiaomi im Laufe dieses Jahres abstoßen. Das bringt Druck auf den Aktienkurs. Für die deutschen Anleger ist jedoch wichtig darauf zu achten, dass sie keine in den VSA gehandelten ADR im Depot halten. Im Zweifel droht der Xiaomi Aktie das Delisting in den VSA und dies würde die gern gehandelten ADR betreffen. Warum jedoch das US-Verteidigungsministerium das Unternehmen als chinesische Militärfirma einstuft, ist im Moment noch nicht offensichtlich. Auch ist noch nicht klar, wie das Handelsministerium und der neue Präsident Jo Biden die Indexierung von Xiaomi handhaben werden.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

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Die Zweiteilung der Weltwirtschaft vollzieht sich mit den Sanktionsmaßnahmen des Westens gegenüber Russland und Weißrussland in immer schnelleren Schritten. Mit dem Ausschluss Russlands aus dem für die Globalisierung wichtigen SWIFT-System, wurde die politische Axt an die Wurzel des weltweiten Vertrauens der Nationen untereinander angesetzt und zugeschlagen. Immer mehr wirtschaftliche starke Staaten wie China, Indien oder auch Brasilien machen daher die Sanktionsmaßnahmen gegen Russland nicht mit, sondern wickeln immer mehr Handelsgeschäfte in ihren regionalen Währungen statt wie bisher in USD ab. Durch die Sanktionsmaßnahmen von Westeuropa habe sich diese Länder nicht nur von günstiger Energie, sondern auch von einer seit Jahrzehnten funktionierenden Rohstoffversorgung abgekoppelt. Das hat Auswirkungen auf die verbleibenden Produzenten aber auch auf die Rohstoffverbraucher.

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Noch im Herbst will die EU-Kommission ein neues Gesetz zur Sicherung der Rohstoffversorgung der Industrieunternehmen innerhalb der EU vorlegen. Dies kommt reichlich spät, denn die Versorgungssicherheit ist seit den politischen Lockdowns in Begriff zusammenzubrechen. Und durch die Sanktionspolitik gegen Russland, welches gleichzeitig größter Rohstofflieferant der EU-Länder gewesen ist, treiben die Engpässe bei der Rohstoffversorgung die Preise in allen Teilen der Welt. Mittlerweile sind die Preise fast egal, Hauptsache eine zeitnahe Lieferung ist überhaupt möglich. Davon dürften Rohstoffunternehmen langfristig profitieren und deswegen waren Bundeskanzler Scholz und Wirtschaftsminister Habeck auch zuletzt in Kanada, um die russischen Ressourcen zukünftig durch kanadische Rohstoffe zu ersetzen.

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Um die Belastungen aus der teuer gewordenen Energie stemmen zu können, will die Mehrheit der deutschen Wirtschaft in den kommenden Wochen und Monaten die Verkaufspreise erhöhen. Dies müssen viele der Unternehmen auch tun, denn durch die EURO-Abwertung und Lockdown-bedingte Lieferkettenproblematik haben sich zudem auch die Einkaufspreise deutlich erhöht. Um daher wieder in die Gewinnzone zu kommen, führt kein Weg an Preiserhöhungen und/oder Verlagerungen ins Ausland vorbei. Die Inflationsspirale ist also noch lange nicht vorbei und die Vertrauensfrage in die Politik und Zentralbank stellen sich immer mehr Menschen und suchen daher nach Schutz ihrer Ersparnisse.

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