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25.10.2021 | 05:45

Automobilindustrie unter Druck – Aston Martin Lagonda, Almonty Industries, Geely Automobile

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  • Daimler
Bildquelle: pixabay.com

Die Automobilindustrie wird von Politikern und Konzernchefs auf dem Kopf gestellt. Das dabei nicht alles nach Plan verläuft, kann aktuell jeder beobachten. Die wichtige Übergangsphase in eine neue Ära bedeutet auch, dass es viele Zulieferunternehmen nicht in die E-Mobilitäts-Zeitrechnung schaffen werden und eher insolvent gehen. Das wiederum hat enorme Auswirkungen auf die derzeitigen Produktionsprozesse, wie die Insolvenz der Heinze-Gruppe als Kunststoffspezialist erst kürzlich zeigte.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , GEELY AUTO. HLDGS HD-_02 | KYG3777B1032 , ASTON MARTIN LAG.GLB.HLDG | GB00BN7CG237


 

Aston Martin – 50% E-Mobilität?

Wer den Börsengang im Oktober 2018 von Aston Martin (WKN: A2QJD4 ISIN: GB00BN7CG237 Ticker-Symbol: A5SA) mitgezeichnet hatte, der konnte sein Kapital um den Faktor 20 zusammenschmelzen sehen. 95% Kursverlust zeigten das wahre Ausmaß der Krise, in dem das britische Unternehmen steckte. Erst seit Mai 2020 stabilisierte sich der Kurs wieder und konnte seitdem um über 200% zulegen. Ein schwacher Trost für Erstinvestoren denn ihr Verlust reduzierte sich auf nur noch 85%. Mit dem Einstieg und dem Ausbau der Anteile an Aston Martin durch den Daimler-Konzern vor 12 Monaten, konnte das britische Unternehmen einen technologischen Sprung hinlegen.

Mit dem Zugang zur Mercedes-Benz-Technologie und den zugehörigen Hybrid- und Elektroantriebssträngen, kann das Unternehmen auch seine Nobelmodelle nach und nach auf E-Mobilität umrüsten. Für Daimler hat dies den Vorteil, den Absatz eigener Produkte wie z.B. AMG V8-Motoren zu abzusichern. Die Ziele der sukzessiven Produktionsumstellung sind zumindest bis 2030 klar ausgegeben. "Ich würde sagen, dass mindestens 50 % unserer Verkäufe elektrisch sein werden, vielleicht sogar mehr", sagte Aston Martin Chef Tobias Moers auf der Reuters Veranstaltung zum Automotive Gipfel in der vergangenen Woche.

Wolfram in Automobilen

Neben dem Halbleitermangel in der Automobilbranche und dem sich abzeichnenden Magnesiummangel ab Dezember 2021, ist die Welt auch von Wolframlieferungen aus China stark abhängig. Wolfram wird nicht nur für Mikromotoren oder Stahlhärtung verwendet, sondern wird auch als stabiler Glühfaden in Heckscheiben von Autos verbaut, um vereiste und beschlagene Autofenster zu erwärmen. Über 80% des weltweiten Wolframs kommt derzeit aber aus China und wie die Abhängigkeit von Magnesium zeigt, dass China im Zweifel erst einmal die heimische chinesische Produktion beliefert, bevor das Ausland das wichtige Material erhält.

Um diese Abhängigkeit zu reduzieren, kommt die Industrie nicht an dem kanadischen Wolframunternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD ISIN: CA0203981034 Ticker: ALI) vorbei. Neben zwei produzierenden Wolframminen in Spanien und Portugal, soll bis Ende 2022 die größte Wolframmine außerhalb Chinas für Almonty Industries in Betrieb gehen. Die südkoreanische Sangdong Mine soll mittelfristig für ca. 30% der nicht-chinesischen Wolfram-Weltproduktion stehen. Die österreichische Industrieholding Plansee hat sich jedenfalls schon langfristig den Zugriff auf die Rohstoffe gesichert. Mit jedem weiteren Mangel an Rohstofflieferung dürften daher immer mehr Investoren langfristig in das Unternehmen investieren und die Aktienkurse weiter antreiben.

Geely Automobile – neuer Mittelklasse-SUV

Der in HongKong notierte chinesische Automobilkonzern Geely Automobile (WKN: A0CACX ISIN: KYG3777B1032 Ticker: GRU) ist mit 12 Fabriken, 5 globalen Forschungsstandorten und über 50.000 Mitarbeitern ein stark wachsendes Unternehmen im Automobilsektor. In diesem Quartal wird das Unternehmen anfangen seine Autos auch nach Kuwait und Saudi-Arabien zu exportieren und im dortigen Markt etablierten Autoherstellern Marktanteile abzunehmen. Zusätzlich plant das Unternehmen mit dem Lynk 09 Plug-In-Hybrid als SUV das Tesla Modell Y und NIOs ES6 anzugreifen. Das Premiumfahrzeug der Oberklasse soll zu einem Preis zwischen 49.400 USD bis 58.000 USD erhältlich sein und ist damit in der Bestausstattung günstiger als das Tesla Modell Y.


Fazit

Wer den Zugriff auf Rohstoffe und die Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie kontrolliert, wird den Wachstumsprozess fortsetzen können und zu den großen Automobilkonzernen aufschließen können. Die chinesischen Unternehmen haben den Vorteil, dass das Reich der Mitte gerade wichtige Rohstoffketten kontrolliert bzw. dominiert, während die europäischen Wettbewerber durch überoptimierte Just-In-Time Produktions- und Lieferketten die volle Wucht der Lockdown-Politik immer stärker zu spüren bekommen.


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