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15.09.2021 | 05:45

Das Inflationsgespenst geht um! – BASF SE, wallstreet:online AG, K+S AG

  • BASF
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  • Kali + Salz
Bildquelle: pixabay.com

Die Stimmung und der Gewinn, zumindest bei den Konzernen, ist gut. Die erhöhte Inflation im Euro-Raum ist zumindest laut EZB Präsidentin Lagarde nur vorübergehend. Bundesbankchef Weidmann spricht dagegen von 5% bis zum Jahresende. Ihm springt Deutsche Bank Vorstand Sewing bei. Der denkt ebenfalls laut darüber nach, dass auch 2022 und ggf. 2023 mit höherer Inflation gerechnet werden sollte, denn allein die beschlossenen Energiepreissteigerungen der aktuellen Bundesregierung werden die Inflation anheizen. Die Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften werden dies wiederum für Lohnerhöhungsforderungen umsetzen. Die Inflationsspirale ist damit bereits in Gang gesetzt!

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609


 

Inflation der Aktienbewertung – wallstreet:online AG

Wer sich vor dem Inflationsgespenst schützen will, der braucht Werte, die von der Inflation profitieren und ebenfalls steigen. Um diese Werte zu finden, sollte sich der Investor eines klar machen. Das inflationierte Geld kommt in der Regel zuerst bei den Staaten, Banken und Großkonzernen an. Diese haben als neue Erstgeldempfänger einen Vorteil gegenüber den restlichen Marktteilnehmern und können sich somit einen Preisvorteil zu alten Konditionen vor der Inflationierung durch die Notenbanken sichern. Erst später erhalten auch die anderen Marktteilnehmer das abgewertete Geld und merken dies oftmals erst durch anziehende Teuerungsraten. Dies wird in der Fachsprache auch als „Contillon-Effekt“ bezeichnet. In wenigen Jahren wird dies wohl jeder Deutsche einmal gehört haben. Zur Teuerung gehören aber neben Dingen des Alltagsbedarfes auch Immobilien und Aktien. Das wird gerne von den Medien ausgespart, doch gerade am Aktienmarkt kann die Inflation / Teuerung mehr als ausgeglichen werden.

Wenn die Aktienkurse steigen, dann verdient einer immer: Die Bank oder der Broker als Abwicklungsstelle für den Aktien-Kauf bzw. -Verkauf. Dazu gehört auch die innovative wallstreet:online AG (WKN: A2GS60 ISIN: DE000A2GS609 Ticker: WSO1). Das Unternehmen etablierte Ende 2019 den Smartbroker und traf damit genau den Nerv der deutschen Aktionärsgemeinschaft. Durch die breite Bewerbung auf den unternehmenseigenen Börsenkanälen konnte Smartbroker gleich im ersten Jahr voll durchstarten und erwartet bis zum Jahresende 2021 auf 200.000 Bestandskunden anzuwachsen. Dass dieses Wachstum Geld kostet, dürfte jedem klar sein, wird aber aus dem Cashflow bezahlt. Bereits im zweiten Jahr amortisiert sich die Investition in den heutigen Neukunden und das Unternehmen kann dann jahrelang die Früchte seiner Marketingkampagnen tragen. Daher erwartet das Unternehmen auch einen um 70% höheren Umsatz in 2021 von ca. 45 bis 50 Mio. EUR im Vergleich zu 2020. Warburg Research vergibt ein „Buy“ Rating mit Kursziel von 34 EUR.

Outperformance durch Inflation für BASF?

Von der anziehenden Inflation dürften aber auch Konzerne wie die BASF SE (WKN: BASF11 ISIN: DE000BASF111 Ticker: BAS) profitieren. Der Chemiekonzern aus Ludwigshafen mit über 110.000 Mitarbeitern in mehr als 80 Ländern der Welt konnte von der anziehenden weltweiten Nachfrage profitieren und nicht nur höhere Mengen absetzen, sondern auch höhere Preise für seine Produkte durchsetzen. Das macht sich nicht nur am Umsatz, sondern auch beim Gewinn bemerkbar. Der Vorstand konnte nach einem Gewinn von 1,65 Mrd. EUR im zweiten Quartal die Prognosen für das Gesamtjahr anheben. Analysten sind derzeit für die BASF-Aktie optimistisch. Die Mehrheit empfiehlt den Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 81,64 EUR. Am bullishsten ist dabei das Analysehaus Bernstein.

Deren Analyst Zechstein sieht die BASF-Aktie bei 112 EUR und damit klar als „Outperformer“. Bei einem aktuellen Kurs von 66,02 EUR entspräche das einem erwarteten Kursanstieg von knapp 70%. Als starken Wachstumsmarkt sieht Zechmann die Plastik-Wiederaufbereitung. Immer mehr Unternehmen sind bereit, eine Prämie für die Wiederverwendung von Plastik für ihre Verbrauchsgüter und Verpackungen zu bezahlen. Unter anderem auch der Lebensmittelproduzent Nestle, denn dadurch werden gesetzte Nachhaltigkeitsziele schneller umgesetzt und erreicht. Dies lässt die bisher sehr niedrigen Erträge für BASF steigen und daher auch Gewinne erhöhen. Zusätzlich erhält der Investor mit 5,11% eine für heutige Verhältnisse üppige Dividende ausgeschüttet.

Inflation längst angekommen

Die Inflation bzw. die stetig zulegende Teuerungsrate ist bei den Agrarrohstoffen längst angekommen. Als Düngemittelproduzent profitiert davon ganz vorne in der Wertschöpfungskette die Kali + Salz AG (WKN: KSAG88 ISIN: DE000KSAG888 Ticker: SDF). Das Kasseler MDAX-Unternehmen bietet Wachstumspotential und mit dem Verkauf des Salzgeschäftes in den USA gelang dem Konzern der Befreiungsschlag. Der milliardenschwere Verkauf des US-Salzgeschäftes und die REKS-Transaktion spülten soviel Liquidität in das Unternehmen, dass es nun bei Tilgung fast vollständig schuldenfrei wäre. Daher überrascht auch nicht, dass die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ihr Langfrist-Rating von B auf B+ erhöht sowie den Ausblick auf stabil gesetzt hat.

Durch die stark angestiegenen Agrarrohstoffe sind auch die Kalipreise durch zulegende Nachfrage der Bauern deutlich angesprungen. Etliche Bauern bauen zudem wieder Lagerkapazitäten auf, um sich zum einen noch die alten Einkaufskonditionen zu sichern aber andererseits auch vor möglichen Lieferschwierigkeiten zu schützen. Bestes Beispiel ist die Automobilwirtschaft, die durch den Chipmangel heimgesucht wird. Soweit werden es die Bauern nicht kommen lassen wollen. Die Baader Bank stuft aufgrund des Umfeldes die Aktie von K+S auf „Add“, belässt aber das Kursziel bei 13,50 EUR. Das dürfte aber zu niedrig angesetzt sein, denn selbst wenn der Verkaufserlös aus dem diesjährigen Gewinn herausgerechnet wird, dürften noch 2,37 EUR Anteilsgewinn je Aktie verbleiben. Bei einem Kurs von 12,59 EUR ergibt das ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gerade einmal von 5,31. Das sieht doch durchaus attraktiv aus.


Fazit

Es gibt an der Börse bessere Alternativen, als den Kopf in den Sand zu stecken. Die anziehende Inflation auf dem Sparbuch oder auf dem Girokonnte auszusitzen, kann richtig teuer werden. Die vorgestellten Aktien profitieren auf unterschiedlichste Weise in verschiendenen Branchen von der Geldentwertung und könnten diese sogar überkompensieren.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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Kommentar vom 12.08.2021 | 05:45

Die guten Unternehmenskennzahlen im positiven Börsenumfeld lassen vermeintlich hohe Börsennotierungen in einem anderen Licht erscheinen. Es kann auch keine Rede davon sein, dass die Aktienmärkte zu teuer sind. Im Vergleich zu den Anleihenmärkten mit Negativzinsen, die sich überhaupt nicht mehr als Investment rechnen oder Immobilien, die bei einem aktuellen Mietzins von 1-2% erst nach 50 bis 100 Jahren spannend werden, sind Aktien sogar sehr billig. Klar gibt es auch hier ein Ausfallrisiko. Aber im Vergleich zu den Bilanzen der Staaten oder den Risiken des derzeitig heißgelaufenen deutschen Immobilienmarktes, erscheinen Risiken bei Aktien deutlich geringer. Auch ist die Handelbarkeit des schnellen Ein- und Ausstieges nur noch hier im großen Umfang gegeben, während im Anleihenmarkt fast „nur“ noch die EZB als Aufkäufer auftritt. Daher raus aus Immobilien und Staatsanleihen, denn Aktien sind günstig.

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Kommentar vom 20.07.2021 | 05:45

Der Wandel durch die Digitalisierung geht unvermindert weiter und die Niedrigzinsen haben das ursprünglich lukrative Geschäftsmodell der Fristentransformation zu einem Risikogeschäft mit kleiner werdender Marge gemacht. Hier greift das Sprichwort: „Viele Köche verderben den Brei“, denn zahlreiche Banken haben sich auf das Kreditgeschäft mit „Häuslebauern“ gestürzt und damit die Zinsmarge durch den starken Wettbewerb gedrückt. Lag die Zinsmarge z.B. bei über zehnjährigen Kreditverträgen im Dezember 2020 noch bei ca. 1,03 %, so sank diese im April 2021 auf nur noch 0,7% p.a.. Statt auf Wachstum zu setzen, müssen gerade die Geschäftsbanken Kosten eindampfen.

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