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27.01.2021 | 05:45

Die alte und neue Bankenwelt – PayPal, wallstreet:online AG, Deutsche Bank

  • PayPal
  • Wallstreet:Online
  • Deutsche Bank
  • Smartbroker
Bildquelle: pixabay.com

Seit 2 Jahrzehnten ist die Bankenwelt im Umbruch und mit jeder Krise und mit jedem Rettungspaket beschleunigt sich der Wandel. Weg vom klassischen Bankgeschäft, hin zum Onlinehandel, zu Onlinetransaktionen und gerade auch zum Onlineabschluss bzw. Onlineaktienkauf/-verkauf. Doch viele klassische Banken haben den Wandel und die damit einhergehende Organisationsanpassung verschlafen oder nicht energisch genug vorangetrieben. Jetzt können die Fehler der Vergangenheit nicht mehr ausgesessen werden, sondern führen zwangsläufig zu noch mehr Filialschließungen und Zusammenschlüssen, wie es die Sparkassen, Raiffeisenbanken aber auch die Commerzbank umsetzen. Jeder Anleger und Investor sollte sich daher genau überlegen, wo er seine Spareinlagen parkt, denn nicht jeder Banken- oder Kassenverbund wird letztendlich die nächsten Jahre überleben. Dafür fehlen seit Jahren in Deutschland die Margen und innovativere Gesellschaften wirbeln zudem den Markt der Banken und Broker durcheinander.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: US70450Y1038 , DE000A2GS609 , DE0005140008


 

Deutsche Bank – inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation?

Die Deutsche Bank (WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Ticker: DKB) könnte seit Anfang 2019 eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter Formation ausbilden und sich damit charttechnisch in einer Bodenbildungsformation befinden. Der Aktienkurs der „Skandalbank“ pendelte in den letzten zwei Jahren um den Mittelwert von 7 Euro je Aktie und das in einer Schwankungsbreite von +/- 3 Euro. Einen weiteren charttechnisch positiven Lichtblick würde die Aktie der Deutschen Bank liefern, wenn der Aktienkurs das 2020er Jahreshoch von 10,38 Euro aus dem Markt nimmt. Dann würde nicht nur ein höheres Hoch im Vergleich zum Februar 2020 ausgebildet, sondern gleichzeitig auch der übergeordnete Abwärtstrend gebrochen werden. Daher sollten die Aufräumarbeiten von CEO Sewing weiter vorangetrieben werden, auch wenn etliche Baustellen in die hauseigene Bad Bank der Deutschen Bank ausgelagert werden. Wichtige Kennzahlen für Q.4 2021 sollen den Investoren zum 04.02.2021 zur Verfügung gestellt werden. Vielleicht überrascht das Unternehmen die Märkte positiv und bricht über die genannte Marke von 10,38 Euro nachhaltig aus.

wallstreet:online AG und Deutschlands smartester Broker

Von Allzeithoch zu Allzeithoch trifft bei der Aktie von wallstreet:online AG (WKN: A2GS60 ISIN: DE000A2GS609 Ticker: WSO1) wohl den Nagel auf den Kopf. Das Unternehmen ist vielen Aktionären in Deutschland ein Begriff, denn zur wallstreet:online AG gehört die größte Finanzcommunity Deutschlands.
Über die Finanzportale Börsennews, Ariva, wallstreet:online und finanznachrichten erreicht das Unternehmen regelmäßig mehr als 75 Prozent der deutschsprachigen Aktiencommunity und zwar online, ob per App oder im jeweiligen Forum. Doch richtig wahrgenommen wurde die Aktie von wallstreet:online AG erst Ende 2019, denn im Dezember 2019 erblickte der Smartbroker die deutsche Anlegerbühne. Mit einem Gebührenmodel von Null Euro Handelsgebühr bei Käufen/Verkäufen von 500 Euro aufwärts hat das Unternehmen den Nerv der Anleger und Aktiensparer getroffen. Bereits 80.000 Depots wurden in den letzten 14 Monaten eröffnet und die Anleger haben über 2 Milliarden Euro Assets zum Smartbroker transferiert. Damit fallen den klassischen Banken auch in dieser Sparte zunehmend die Gebühren und Margen von den An- und Verkäufen bei Aktien, Optionsscheinen, Zertifikaten, Aktienfonds oder auch ETF’s weg und damit einhergehend auch die vereinbarten KickBacks mit den Fondsgesellschaften.
Gut für den Smartbroker und die wallstreet:online AG!
Als im Juli 2020 das Research-Unternehmen GBC AG das Kursziel zudem auf 11,88 Euro anhob, verdoppelte sich der Aktienkurs innerhalb von drei Monaten und erreichte dieses Kursziel bereits im Oktober 2020. Doch im Juli 2020 war der starke Zuwachs beim Smartbroker noch nicht abschätzbar, so dass bereits im Oktober 2020 die GBC AG ein höheres Kursziel von 15 Euro ausgab.
Und wieder übertraf der Smartbroker die Erwartungen. Aktuell notiert die Aktie zum 27.01.2021 bei 18,40 Euro.
Doch damit ist das Ende des Anstiegs noch lange nicht erreicht. Auch wenn immer wieder mit Kursrücksetzern zu rechnen ist, sollte die Aktie in Schwächephasen hinzugekauft werden, denn der Trend weg von den klassischen Banken ist ungebrochen.

PayPal – Vom Allzeithoch zum Nächsten?

Seit Mai 2020 rennt die Aktie von dem Online-Bezahldienst PayPal (WKN: A14R7U ISIN: US70450Y1038 Ticker: 2PP) von einem Allzeithoch zum Nächsten. Über 116 Prozent Kursanstieg standen allein 2020 für die Investoren auf der Jahresabschlussrechnung. Wer mutig war und erst im Crash vom März 2020 eingekauft hat, dem stehen sogar 200 Prozent Kurszuwachs zugute. Doch wen interessiert die Vergangenheit, denn an der Börse wird die Zukunft gehandelt!
Mit derzeit über 320 Millionen regelmäßigen PayPal-Nutzern bei Onlinekäufen dürfte durch die Schließung des Einzelhandels per LockDown auch das vierte Quartal 2020 bei PayPal ein Rekordumsatz bedeuten. Es ist davon auszugehen, dass im Gesamtjahr 2020 ca. USD 21 Milliarden Umsätze über PayPal abgewickelt worden sind und an fast jeder Transaktion verdient PayPal mit.
Der Gewinn könnte damit in den Bereich von USD 3 Milliarden p.a. vorstoßen. Doch kann das bisherige Wachstum unbegrenzt so weiter gehen und die bisherige Marktkapitalisierung von USD 286 Milliarden bzw. USD 244,38 je Aktie rechtfertigen?
Was dafür sprechen würde, sind die zunehmenden Umsätze mit PayPal im Bereich des Kryptowährungshandels. Hier erschließt sich das Unternehmen zusätzliches Umsatzpotential von ein bis zwei Milliarden USD bis 2023. Genauere Prognosen dürften mit den zu berichtenden Geschäftszahlen für Q.4/2020 zum 03.02.2021 möglich sein.
Anleger sollten bis dahin bei der PayPal-Aktie erst einmal etwas vorsichtiger werden. Im Zweifel könnten erste Gewinne mitgenommen und der StopLoss auf USD 212 hochgezogen werden.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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Kommentar vom 15.09.2021 | 05:45

Die Stimmung und der Gewinn, zumindest bei den Konzernen, ist gut. Die erhöhte Inflation im Euro-Raum ist zumindest laut EZB Präsidentin Lagarde nur vorübergehend. Bundesbankchef Weidmann spricht dagegen von 5% bis zum Jahresende. Ihm springt Deutsche Bank Vorstand Sewing bei. Der denkt ebenfalls laut darüber nach, dass auch 2022 und ggf. 2023 mit höherer Inflation gerechnet werden sollte, denn allein die beschlossenen Energiepreissteigerungen der aktuellen Bundesregierung werden die Inflation anheizen. Die Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften werden dies wiederum für Lohnerhöhungsforderungen umsetzen. Die Inflationsspirale ist damit bereits in Gang gesetzt!

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Kommentar vom 12.08.2021 | 05:45

Die guten Unternehmenskennzahlen im positiven Börsenumfeld lassen vermeintlich hohe Börsennotierungen in einem anderen Licht erscheinen. Es kann auch keine Rede davon sein, dass die Aktienmärkte zu teuer sind. Im Vergleich zu den Anleihenmärkten mit Negativzinsen, die sich überhaupt nicht mehr als Investment rechnen oder Immobilien, die bei einem aktuellen Mietzins von 1-2% erst nach 50 bis 100 Jahren spannend werden, sind Aktien sogar sehr billig. Klar gibt es auch hier ein Ausfallrisiko. Aber im Vergleich zu den Bilanzen der Staaten oder den Risiken des derzeitig heißgelaufenen deutschen Immobilienmarktes, erscheinen Risiken bei Aktien deutlich geringer. Auch ist die Handelbarkeit des schnellen Ein- und Ausstieges nur noch hier im großen Umfang gegeben, während im Anleihenmarkt fast „nur“ noch die EZB als Aufkäufer auftritt. Daher raus aus Immobilien und Staatsanleihen, denn Aktien sind günstig.

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Kommentar vom 20.07.2021 | 05:45

Der Wandel durch die Digitalisierung geht unvermindert weiter und die Niedrigzinsen haben das ursprünglich lukrative Geschäftsmodell der Fristentransformation zu einem Risikogeschäft mit kleiner werdender Marge gemacht. Hier greift das Sprichwort: „Viele Köche verderben den Brei“, denn zahlreiche Banken haben sich auf das Kreditgeschäft mit „Häuslebauern“ gestürzt und damit die Zinsmarge durch den starken Wettbewerb gedrückt. Lag die Zinsmarge z.B. bei über zehnjährigen Kreditverträgen im Dezember 2020 noch bei ca. 1,03 %, so sank diese im April 2021 auf nur noch 0,7% p.a.. Statt auf Wachstum zu setzen, müssen gerade die Geschäftsbanken Kosten eindampfen.

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