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18.02.2022 | 05:45

Die Positionierung macht‘s – Bayer AG, Defence Therapeutics, Pfizer Aktie

  • Bayer
  • Defence Therapeutics
  • Pfizer
Bildquelle: pixabay.com

Der Pharmamarkt ist nach dem Hoch durch die Corona-Pandemie wieder deutlich zurückgekommen und die Profiteure des milliardenschweren Geldregens schichten ihre verdienten Gelder in Forschung und Entwicklung um und/oder investieren in die Übernahme attraktiver Unternehmen aus dem Biotechnologiesektor. Die dortigen Unternehmen machen in jahrelanger Arbeit die Basisforschung für die großen Player und wenn der Durchbruch gelingt, schlagen diese gezielt zu oder vereinbaren milliardenschwere Kooperationen, wie Pfizer dies mit BioNTech zuletzt getan hat.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , PFIZER INC. DL-_05 | US7170811035


 

Durchbruch in der Krebstheraphie?

In der weltweiten Krebsforschung gehört das kanadische Unternehmen Defence Therapeutics (WKN: A3CN14 ISIN: CA24463V1013 Ticker: DTC) zu den Pionieren der Branche. Bei den jahrelangen Forschungsarbeiten ist dem Biotech-Unternehmen mit zwei patentierten Technologien ein erster Durchbruch bei dem Krebstheraphieansatz gelungen. Dabei setzte Defence Therapeutics auf die ADC-Technologie (Antibody Drug Conjugates – Antikörper Wirkstoff-Konjugate) und hat diese weiterentwickelt. Mit Hilfe dieser ADC-Technologie können Wirkstoffe exakt in die Zelle eingeschleust werden. Dieses Verfahren kann die Wirkkraft der Wirkstoffe um den Faktor 10 erhöhen.

Das Revolutionäre daran ist, dass damit bei jedem Pharmaunternehmen, deren Wirkstoffe zwar gegen Krebs hilfreich sind, die aber wegen ungezielter Ausbringung auf den Gesamtkörper eine toxische (giftige) Wirkung haben und verworfen werden mussten, mit Hilfe dieser Technologie ggf. wieder getestet und zum Erfolg gebracht werden können. Damit öffnen sich die Türen zum Pharmamarkt und das Unternehmen dürfte viele Anfragen für diese ADC-Technologie bekommen. Zusammengefasst wird diese Entwicklung in der ACCUM™-Plattform, wo auch die Modellierung vorgenommen werden kann. Am Beispiel von Brustkrebsmitteln, können diese deutlich effizienter und in geringerer Konzentration verabreicht werden. Daher kommen die Analysten der GBC AG auch zu einer Kaufempfehlung mit Kursziel 11,02 CAD, was ca. 7,06 EUR entspricht.

Spitzenumsatzpotential bei Bayer

Im Rahmen der Aktualisierung seiner Crop Science F&E Produktlinie und den dortigen Fortschritten im Agrargeschäft, erwartet der Bayer Konzern (WKN: BAY001 ISIN: DE000BAY0017 Ticker: BAYN) das Potential von sehr hohen Umsätzen. Durch die wichtigen Fortschritte in seiner Pflanzenschutzsparte, informierte der Konzern am Mittwoch seine Aktionäre über die aktuellen Entwicklungen. Der Konzern hat ein neuartiges Mais-Saatgut entwickelt, für niedrig wachsenden Mais. Für diese neue Sorte sieht der Konzern einen Spitzenumsatzpotential von über 1 Mrd. EUR alleine auf dem nordamerikanischen Markt pro Jahr.

In 2023 soll der kommerzielle Testlauf starten. Der von Bayer entwickelte Mais hat kurze Halme, die der Maispflanze mehr Standfestigkeit und Stabilität verleiht. Damit kann die Pflanze auch unter schwierigen Umweltbedingungen und extremen Wetterereignissen gut wachsen und vor allem weniger häufig umknicken und damit potentielle Ernteausfälle vermindern. Daher sieht Bayer ein Spitzenumsatzpotential aus seiner Entwicklungsabteilung allein im Agrargeschäft bei bis zu 30 Mrd. EUR. Bis 2031 sollen rund 40% dieses Potentials realisiert werden.

20% Kursrückgang bei Pfizer

Seit Ende Dezember 2021 ist die Aktie des US-amerikanischen Pharmariesen Pfizer (WKN: 852009 ISIN: US7170811035 Ticker: PFE) deutlich zurückgekommen. Von 54,57 EUR im Hoch ging es bis dato auf 43,83 EUR zurück und damit um fast 20% innerhalb der letzten zwei Monate. Dafür verantwortlich dürfte die Verzögerung bei der Auslieferung der Omikron-spezifischen Gentherapeutika sein. CEO Ugur Sahin vom Kooperationspartner BioNTech erklärte dazu, dass sobald der neue Wirkstoff verfügbar ist, das Unternehmen den Bedarf neu bewerten wird. „Nur weil die Omikron-Welle ggf. endet, heißt das nicht, dass sie nicht wieder beginnen könnte.“ Bei Bedarf könnte das Unternehmen aber jeweils die Formel der mRNA-Gentherapie anpassen und neue Wirkstoffe entwickeln, wenn sich neue Varianten ergeben.

Die Börse sieht diese Aussagen nicht so gelassen und strafte BioNTech aber auch Pfizer Aktien ab, denn schließlich dürfte durch das Auslaufen der Corona-Pandemie der wesentliche Cashflow aus 2021 wegfallen bzw. zumindest deutlich niedriger ausfallen, als viele Marktteilnehmer bisher erwartet haben. Ein Joker könnte die Corona-Tablette Paxlovid werden. Die Nachfrage nach dem Mittel ist groß, aber in Deutschland noch nicht erhältlich. In den USA wurde das Medikament bereits am 23.12.2021 zugelassen und auch in China wurde eine bedingte Zulassung in der vergangenen Woche erteilt. Damit ist Pfizer der erste ausländische Konzern, der im Kampf gegen das Coronavirus bei dem Milliardenvolk zugelassen worden ist. In der EU ist bisher nur der Notfalleinsatz erlaubt und mit der Bundesregierung in Berlin ist der Konzern bisher nicht über einen Vorvertrag hinaus gegangen. Insgesamt will das Unternehmen bis Jahresende 120 Mio. Packungen herstellen, davon 90 Mio. in der zweiten Jahreshälfte.


Fazit

Der Markt für Medikamente ist milliardenschwer und daher heiß begehrt. Doch der Weg dorthin ist meist langwierig, schwer und kostet zig Millionen. Dabei ist nie klar, ob der Durchbruch tatsächlich kommt oder wie bei BioNTech, die eigentlich an Krebsmitteln forschen und geforscht haben, der Erfolg in einem ganz anderen Segment geschafft wird. Wenn aber die Wirkung eines Mittels am Menschen nachgewiesen werden kann, dann stehen die Big-Player Schlange.


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