25.02.2026 | 05:45
Diese Dividendenaktien schlagen die Inflation! Freenet, RE Royalties, Ströer
Die Inflationsrate in Deutschland lag im Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat in der Form der Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) um 2,1 % höher. Wird seitens des Statistischen Bundesamts (Destatis) der Preisanstieg von Nahrungsmittel und Energie herausgerechnet, betrug die sogenannte Kerninflation nach den veröffentlichten Kennzahlen sogar +2,5 %. Um einen Schutz gegen den stetigen Kaufkraftverlust aufzubauen, bieten sich Dividendenpapiere wie die folgenden Aktien an:
Lesezeit: ca.
4 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
DE000A0Z2ZZ5 , CA75527Q1081 , DE0007493991
Ströer mit Insiderkäufen
Die deutsche wie auch die europäische Werbebranche sind durch die Digitalisierung, aber vor allem durch den zunehmenden Wettbewerb durch die Künstliche Intelligenz (KI) in den letzten Quartalen unter Druck geraten. Das hat auch beim führenden deutschen Medienhaus Ströer SE (WKN: 749399 | ISIN: DE0007493991 | Ticker-Symbol: SAX) Spuren hinterlassen, die am Aktienkurs ablesbar sind. So fiel die Aktie zuletzt mit Erreichen der 31,75 EUR auf den tiefsten Stand seit Mai 2015.
Doch der seit fünf Jahren anhaltende Abverkauf verlangsamte sich zuletzt und etliche Insider des Unternehmens nutzten zuletzt das niedrige Kursniveau, um Aktien am Markt einzusammeln. So kaufte die Familie von Vorstand Udo Müller Anfang Februar Aktien im Gegenwert von 59.443,70 EUR auf. Diese Käufe deuten darauf hin, dass der Vorstand bzw. dessen Familie die Aktie als attraktiv bewertet einschätzt, zumal die Dividendenrendite bei dem aktuellen Kursniveau von 33,90 EUR derzeit ca. 6,8 % p. a. entspricht. Auch für den Analysten Marcus Diebel von der US-Bank J.P. Morgan ist die Aktie interessant. Der Analyst schätzt die Aktie mit „Übergewichten“ ein und gibt ein Kursziel von 48,00 EUR aus. Sollte die Aktie dieses Ziel erreichen, würde zur jährlichen Dividende noch ein Kursanstieg von 41,6 % kommen.
RE Royalties lockt mit zweistelliger Dividende
Im Bereich der erneuerbaren Energien hat das kanadische Unternehmen RE Royalties (WKN: A2PN0F | ISIN: CA75527Q1081 | Ticker-Symbol: Y2V) seine Nische gefunden. Der Spezialfinanzierer stellt Unternehmen aus dem Bereich der Photovoltaik-, Windkraft-, Wasserkraft und Energiespeicherlösungen Kapital zur Verfügung und/oder beteiligt sich direkt an ihnen. So geschehen auch zuletzt an einem Solarparkportfolio in den USA. Dieses wurde und wird teilweise noch von Solaris Energy entwickelt und dient der dezentralen Energieerzeugung.
An dem Portfolio beteiligt sich RE Royalties in mehreren Tranchen für insgesamt 4,8 Mio. USD, wobei die letzte Tranche über 1 Mio. USD im Laufe des zweiten Quartals gezahlt werden soll. Dafür muss Solaris Energy noch weitere Vertragsbedingungen erfüllen. Eine weitere Investition über 4,2 Mio. USD ist für das zweite Solarparkportfolio von Solaris Energy vorgesehen und bereits vorverhandelt. Die entsprechende Due-Diligence-Prüfung findet derzeit noch statt und soll spätestens im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Durch die bereits getätigten und geplanten Investitionen erhält RE Royalties für mind. 25 Jahre Rückflüsse aus diesen über fünf US-Bundesstaaten verteilten 15 Solarparkprojekten und diversifiziert somit seine Ertragsquellen weiter.
Der Chief Operating Officer (COO) von RE Royalties, Herr Peter Leighton, fasste die Investitionsentscheidung wie folgt zusammen: „Unsere fortgesetzte Investition in Solaris Energy spiegelt die Strategie von RE Royalties wider, Partnerschaften mit hochkarätigen Entwicklern einzugehen, sodass wir uns langfristige Royalties für vertraglich vereinbarte Projekte zur Erzeugung sauberer Energie sichern können. Der Markt für die dezentrale Energieerzeugung im Gewerbe und in der Industrie bietet attraktive Wachstumschancen, und wir freuen uns, gemeinsam mit Solaris Energy und vertrauenswürdigen Branchenberatern wie CG/CRC-IB die Erweiterung des Portfolios zu unterstützen und gleichzeitig den Übergang zu einem kohlenstoffarmen Energiesystem voranzutreiben.“
Mit Fokus Nordamerika ist RE Royalties an über 120 Projekten beteiligt, die 492 MW Energie für über 152.000 Haushalte zu mehr als 85 % in den USA und Kanada produzieren. Investoren, die eine nachhaltige Rendite erzielen wollen, können zum einen über die Aktie eine Quartalsdividende von derzeit 10,26 % p. a. erwirtschaften oder zum anderen in eine der Green Bonds (Grüne Anleihen) investieren, welche die entsprechenden ICMA Green Bond Prinzipien und den S&P Global Standard Green Bond Framework berücksichtigen.
Freenet auf „Outperform“
Am morgigen Donnerstag will die Freenet AG (WKN: A0Z2ZZ | ISIN: DE000A0Z2ZZ5 | Ticker-Symbol: FNTN) die Jahreszahlen zum abgelaufenen Jahr präsentieren. Die Analysten von der Deutschen Bank erwarteten zuletzt einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Das Unternehmen rechnet mit einem EBITDA von 534 bis 554 Mio. EUR, während Analysten im Schnitt 547 Mio. EUR erwarten. Beim freien Cashflow will das Unternehmen 300 bis 320 Mio. EUR erzielen und die Analystenschätzungen liegen bei 307 Mio. EUR.
Der Analyst Lars Vom-Cleff von der Deutschen Bank Research sieht ein Kursziel von 36,70 EUR als gerechtfertigt an und stuft die Aktie als „Kauf“ ein. Auch die Privatbank Berenberg und deren Analyst Shekan Ali blicken optimistischer auf das Jahr 2026 und stufen die Aktie ebenfalls als „Kauf“ mit einem Kursziel von 36 EUR ein. Günstig in diesem Geschäftsjahr sollten sich zudem die übernommenen Unternehmen mobilezone und waipu (IPTV) auf den Konzerngewinn auswirken. Deutlich pessimistischer ist dagegen in der letzten Woche die Schweizer Großbank UBS gewesen. Sie beließ das Kursziel zwar bei 28,50 EUR, stufte die Aktie aber von „neutral“ auf „Verkaufen“ herab. Deren Analyst Polo Tang sieht die Branche durch KI bedroht und das dürfte die Margen unter Druck setzen. Dennoch könnte die Aktie bei aktuell 31,20 EUR als attraktiv angesehen werden, zumal die Dividendenrendite nun ca. 6,3 % beträgt.
Fazit
RE Royalties lockt im Bereich der erneuerbaren Energien mit einer zweistelligen Dividendenrendite die Investoren an, während Freenet mit 6,3 % oder Ströer mit 6,8 % Rendite ebenfalls die offizielle Inflationsrate mehr als ausgleichen können.