18.06.2026 | 05:45
Dividenden- und Wachstumsmaschine - DBS Group, Legal & General, Volatus Aerospace
Die europäischen Börsen reagieren wegen der weiter vorherrschenden Unsicherheiten im Nahen Osten, aber auch der Entwicklung der Löhne und Inflation bisher sehr unentschlossen. Die Gehaltsbeobachtungen der EZB deuten auf einen weiter verlangsamten Lohndruck im Euroraum hin, was die Inflationserwartungen dämpft. Dadurch könnte sich der geldpolitische Spielraum der EZB vergrößern und die Aussicht auf weitere Zinsanhebungen senken. Die moderaten Lohnanstiege dürften die Ertragslage der Unternehmen verbessern und damit auch die Gewinnmargen erhöhen oder zumindest stabilisieren. Welche Unternehmen in diesem Umfeld wachsen und welche dazu auch hohe Dividenden ausschütten, lesen Sie hier:
Lesezeit: ca.
4 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
SG1L01001701 , GB0005603997 , CA92865M1023
DBS Group Holdings: Singapurs Bankenriese bleibt eine Dividendenmaschine
Inmitten internationaler Spannungen profitiert die DBS Group (WKN: 880105 | ISIN: SG1L01001701 | Ticker Tradegate: DEVL | Ticker SGX: D05) massiv vom Status Singapurs als verlässlicher sicherer Hafen Asiens für Kapitalvermögen. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 180 Mrd. Singapur-Dollar (SGD) bzw. ca. 120 Mrd. EUR hat sich das Finanzinstitut längst als dominierender Akteur im asiatischen Kapitalmarktumfeld etabliert. Fundamentale Kennzahlen wie ein Nettogewinn von 11,0 Mrd. SGD im Jahr 2025 und eine Eigenkapitalrendite von über 16 % unterstreichen diese institutionelle Stärke. Die anhaltenden Zuflüsse im Wealth Management sorgen für eine exzellente Liquidität und Rekordeinnahmen. Das operative Fundament ist trotz volatiler Märkte außerordentlich stabil.
Für dividendenorientierte Anleger stellt die Bank durch eine konsequente und aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik ein attraktives Investment dar. Im Auftaktquartal 2026 generierte das Finanzhaus neben einem auf 2,93 Mrd. SGD gesteigerten Nettogewinn erneut eine annualisierte Dividendenrendite im Bereich von 5 %. Die harte Kernkapitalquote (CET1) beträgt 16,9 % und die Problemkreditquote liegt lediglich bei 1 % und bestätigen die bilanzielle Qualität des Bankhauses. Investoren sollten aber berücksichtigen, dass die jüngsten Ausschüttungen teilweise aus Sonderdividenden bestehen, die sich im stetig verändernden Zinsumfeld auch ändern können.
Gegenwind erfährt das asiatische Schwergewicht aktuell durch die regionalen Währungsschwächen. Gerade die operativen Geschäfte in Indien und Indonesien, die ca. 7,4 % der Gesamterträge ausmachen, sind davon betroffen. Um diesen Unsicherheiten im Devisenbereich vorbeugend zu begegnen, hat das Management das Kreditportfolio bereits gegen drastische Ölpreisschocks sowie Währungsabwertungen von bis zu 30 % stark gestresst. Nach einem Kurszuwachs von über 40 % auf Jahressicht spiegelt die aktuelle Marktbewertung diese strukturelle Widerstandsfähigkeit bereits größtenteils wider.
Volatus Aerospace: NATO-Profiteur im Milliardenmarkt
Geopolitische Unsicherheiten und eine zunehmende Kriegsführung mit unbemannten Drohnen gegen militärische Einrichtungen wie auch systemkritische Infrastruktur, haben autonome Flugsysteme in den Mittelpunkt des Militärs aber auch bei vielen Akteuren der Wirtschaft gerückt. Wachsende Verteidigungsbudgets und ein massiver Bedarf an Überwachung der kritischen Infrastruktur haben Drohnenunternehmen bei institutionellen Kapitalgebern bereits in den Investmentfokus gebracht. Bis zum Jahr 2034 soll der unbemannte Drohnenmarkt auf über 160 Mrd. USD global anwachsen. Davon werden Unternehmen wie Volatus Aerospace (WKN: A2JEQU | ISIN: CA92865M1023 | Ticker-Symbol: ABB) als wesentlicher kanadischer Systemanbieter voraussichtlich stark profitieren. Das Unternehmen bedient neben Unternehmen aus der Wirtschaft auch zunehmend den staatlichen Bedarf an militärischer Aufklärung.
Das wirtschaftliche Fundament des Erfolgs bildet eine klar kommunizierte Dual-Use-Strategie, welche wirtschaftsnahe Anwendungsfelder intelligent mit militärischen Verteidigungsinteressen verknüpft. Im Mai 2026 erfuhr diese Ausrichtung durch eine strategische Allianz mit dem kanadisch-ukrainischen Partner UCan Brave Tech eine neue Qualität. Beide Unternehmen wollen vom jeweiligen Know-how profitieren. Da westliche Staaten ihre technologische Hardware-Abhängigkeit von China zügig reduzieren wollen, ist die firmeneigene Fabrik in Mirabel ins Zentrum der kanadischen Beschaffungsbehörden gerückt. Der Konzern positioniert sich aber nicht nur als verlässlicher nordamerikanischer Knotenpunkt für kommende Rüstungsaufträge des kanadischen Militärs, sondern wegen der NATO-Zertifizierung für die ganze Allianz des Nordatlantikpaktes.
Ein wesentlicher Skalierungstreiber für Volatus Aerospace ist die hauseigene SaaS-Software SKYDRA, deren komplexe Drohnenabwehr-Simulationen im ersten Quartal 2026 eine beachtenswerte Gewinnmarge von 35 % erzielte. Um mehr Chancen im Vergabeverfahren bei margenträchtigen Regierungsverträgen zu erhalten, erweitert die ehemalige Politikberaterin Catherine Loubier seit Juni 2026 den Verwaltungsrat mit ihrem exzellenten Netzwerk in der kanadischen Politik. Als zertifizierter NATO-Dienstleister verbuchte das Unternehmen bereits Trainingsmandate von über 9 Mio. CAD und baut damit sukzessive eine Markteintrittsbarriere gegen potenzielle Wettbewerber auf. Angesichts fundamentaler Analystenziele, die zwischen 0,90 und 1,25 CAD liegen, bietet die aktuelle Bewertung Investoren ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) in einem durch Geopolitik angeheizten Wachstumsmarkt.
Legal & General: Stärkste Dividenden im Sektor
Im europäischen Finanzsektor positioniert sich der britische Konzern Legal & General (WKN: 851584 | ISIN: GB0005603997 | Ticker-Symbol: LGI) mit einer attraktiven Dividendenrendite von rund 7,7 % als hochprofitable Alternative zu etablierten Branchengrößen von Festland-Europa. Bei einer Marktkapitalisierung von 15,6 Mrd. GBP profitiert das Institut massiv von strukturellen demografischen Verschiebungen am globalen Vorsorgemarkt. Durch die intelligente Verzahnung von institutionellem Asset Management und Risikotransfergeschäften ist das Unternehmen weniger abhängig vom klassischen Versicherungszyklus.
Die finanzielle Widerstandsfähigkeit zeigt sich in der Bilanz für 2025, welche einen bereinigten Gewinnzuwachs von 6 % auf 1,62 Mrd. GBP vorweist. Ein massives Neugeschäftsvolumen von 11,8 Mrd. GBP durch lukrative Übertragungen von Pensionsverpflichtungen federt dabei bilanzielle Bewertungsverluste des Pensionsportfolios effektiv ab. Parallel verzeichnet die Vermögensverwaltung bei einem Gesamtvolumen von 1,2 Bio. GBP starke Zuwächse bei alternativen Investments, die um ein Drittel auf 75 Mrd. GBP anstiegen.
Trotz eines auf 20,93 Pence gesteigerten Gewinns je Aktie preist die Börse durch die außergewöhnlich hohe Rendite bereits makroökonomische Transformationsrisiken ein. Die Solvency-II-Kapitalquote verzeichnete einen bilanziellen Rückgang von 232 % auf 203 %, was regulatorisch betrachtet jedoch noch ein äußerst robustes Fundament für die Zukunft ist. Dessen ungeachtet forciert das Management durch historische Aktienrückkäufe über 1,2 Mrd. GBP den Shareholder Value, die bis Ende 2027 auf fünf Mrd. GBP ausgeweitet werden können.
Fazit
DBS Group ist ein solider asiatischer Qualitätswert mit attraktiver Dividende, jedoch darf die Anfälligkeit für Wechselkursschwankungen nicht außer Acht gelassen werden.
Volatus Aerospace profitiert als NATO-zertifizierter Drohnenanbieter stark von wachsenden globalen Rüstungsbudgets und der Absicherung kritischer Infrastruktur.
Legal & General bietet hohe Dividenden, wächst stark im globalen Vorsorgemarkt, ohne aber vollständig dem Versicherungszyklus zu unterliegen.