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22.09.2022 | 05:45

Droht Nel ASA der Kuss des Todes? – BMW, First Hydrogen, Nel ASA Aktie

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Bildquelle: pixabay.com

Wenn die Bundesregierung die Energiekrise in Deutschland ernst nehmen und einfach praktikable Lösungen umsetzen würde, dann könnte diese innerhalb weniger Wochen gelöst werden. Dafür müssten aber Denkverbote und Parteirichtlinien über Bord geworfen werden. Politik an den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung und der Wirtschaft ausgerichtet werden. Dafür müssten aber alle Anlagen der Energieerzeugung umgehend ans Netz gebracht und mit einer Angebotsausweitung Preise auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau gesenkt werden. Dazu gehört auch das Vorantreiben von speicherfähigen Energien wie Wasserstoff, bei der sich etliche Unternehmen in der Vergangenheit einen Namen gemacht haben.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: BAY.MOTOREN WERKE AG ST | DE0005190003 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235


 

Logistik mit Wasserstoff durch First Hydrogen

Aufgrund des Anheizens von geopolitischen Konflikten in der Welt, haben sich die westlichen Staaten entschieden, den Ausbau der Erneuerbaren Energien noch schneller voran zu treiben. Damit soll zum einen die Energieversorgung unabhängiger von Staaten wie Russland werden und zum anderen der CO2-Ausstoß deutlich gesenkt werden. Dieses Ziel in der Automobilbranche umzusetzen, hat sich First Hydrogen aus Kanada auf die Fahnen geschrieben. Das Unternehmen arbeitet dabei mit den etablierten Partnern von Ballard Power oder auch AVL Powertrain aus Großbritannien zusammen. Bei dieser Kooperation geht es um die Entwicklung und die Produktion von emissionsfreien, wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen. Die ersten Testfahrten der zwei Demonstrationsfahrzeuge wurden in Großbritannien bereits abgeschlossen und derzeit werden die Erfahrungen für die Optimierung der Fahrzeuge genutzt. Bereits Anfang 2023 sollen die Fahrzeuge mit großen Fuhrparksbetreibern unter Praxisbedingungen getestet werden.

Eine Replizierung der in Großbritannien gemachten Erfahrung auf andere Märkte, wie den kanadischen und den US-amerikanischen Markt, wäre im Anschluss machbar. In den USA hätte First Hydrogen sogar dann Zugriff auf das erst kürzlich verabschiedete Inflationsbekämpfungsgesetz der US-Regierung, das u.a. Ausgaben i.H.v. von 369 Mrd. USD für Energie und den Klimawandel vorsieht. Rob Campbell, Direktor und CEO von First Hydrogen Energy, meint dazu: "Dieses Gesetz ist genau das, was der Markt braucht, und wir werden unser Bestes geben, um die Erzeugung und den Vertrieb von grünem Wasserstoff insgesamt zu beschleunigen und so den emissionsfreien Verkehr auch leistbar zu machen. Wir gehen davon aus, dass Flotten für den Transport von Packgut die ersten sein werden, die „grünen“ Wasserstoff verwenden.“ Die nordamerikanische Flottenkunden sollen dann von den Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge von First Hydrogen begeistert werden. First Hydrogen wurde auch zum 4. International Investment Forum (IIF) eingeladen.

BMW strahlt Zuversicht aus

Trotz extremer Energiepreise, hoher Inflationsrate und um sich greifender Rezessionsangst, bleibt nicht nur BMW-Chef Oliver Zipse zuversichtlich. Auch Analyst Daniel Roeska von Bernstein Research bestätigt seine Kaufempfehung und bleibt bei seinem Kursziel von 100 EUR. In der Branchenstudie, die Roeska veröffentlichte, sei aufgrund der drohenden Rezession in den Kursen ein Gewinnrückgang von 40% bereits eingepreist, was aus seiner Sicht aber ein sehr pessimistisches Szenario sei. Dennoch sieht er den Sektor weiter unter Druck, wenn seitens der Energiekrise in Deutschland keine Klarheit von der Politik geschaffen wird.

Optimistischer dagegen ist der BMW-CEO Oliver Zipse. Dieser sieht weiterhin einen ungebrochenen Bedarf an individueller Mobilität. Auch konnte BMW trotz eines schrumpfenden Marktes die Marktanteile ausbauen. Auch sollte das laufende Aktienrückkaufprogramm von BMW den Aktienkurs stabilisieren und mit der Fokussierung auf das Premiumsegement im Bereich der E-Mobilität auch die Gewinnmargen weiterhin hoch bleiben.

Nel ASA droht Kuss des Todes!?

Die Aktie von Nel ASA gehörte im Wasserstoffhype der Börse im Jahr 2020 bis Anfang 2021 zu den stark nachgefragten Aktienwerten der Wasserstoffbranche. Im Allzeit-Hoch kostete die Aktie 3,40 EUR im Januar 2021, um von dort bis in den September 2022 hinein ungefähr zwei Drittel der Börsenbewertung wieder abzugeben. Der Aktienkurs von Nel ASA hat sich aber in den letzten 12 Monaten verkeilt und engt sich immer weiter ein. Im rot markierten Abwärtstrend konnten drei Auflagepunkte den Trend bestätigen, während der blau markierte Aufwärtstrend nun zum fünften Mal getestet wird.

Doch dieses Mal wird der Kurs nicht durch Anschlusskäufe wieder Richtung roten Abwärtstrend geschoben, sondern die zweite Tageskerze eröffnete sogar unterhalb des etablierten Aufwärtstrends. Damit könnte dieser Trend der letzten Monate gebrochen worden sein. Wenn dem so wäre, dann käme die anschließende charttechnische Entwicklung einem Kuss des Todes gleich. Es stünde ein drastischer Abverkauf ähnlich wie bei ITM Power oder McPhy Power bevor. Eine mögliche Kurshalbierung sollte die Marktteilnehmer daher nicht überraschen.


Die Herausforderungen, vor denen Deutschland steht, können nicht durch Talkshowgespräche und medienwirksame Oktoberfestbesuche gelöst werden, sondern erfordern Sachverstand und Hemdsärmeligkeit. Während der Industriestandort Deutschland durch eine ideologisierte und festgefahrene Politik der vermeintlichen Eliten über die Klippe gestoßen wird, positionieren sich etablierte und neue Unternehmen aus anderen Ländern bereits, um diese Lücke mit Freuden zu füllen.


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