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13.07.2022 | 05:45

Durchbruch geschafft? BioNTech, Defence Therapeutics, Valneva Aktie

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Bildquelle: pixabay.com

Nach dem Hype um die Biotechnologie Aktien in 2021, ist innerhalb der vergangenen 12 Monate bei vielen Werten Ernüchterung eingetreten. Die Kurse stürzten teilweise um 60 bis 80% ab. Doch seit Mitte Juni 2022 kommt wieder Bewegung in die Branche rein. Der Zufluss an Kapital nimmt entgegen des Gesamtmarktes zu und die ersten Aktien sind bereits wieder um über 50% angestiegen. Da sich scheinbar wieder Stärke entwickelt, wird es Zeit hier nach zu schauen, was einzelne Aktiengesellschaften in den letzten Wochen umgesetzt haben, um Kapitalzuflüssen zu begründen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851


 

Defence Therapeutics gegen Gebärmutterhalskrebs

Das kanadische Biotechnologieunternehmen Defence Therapeutics (WKN: A3CN14 ISIN: CA24463V1013 Ticker: DTC) mit Sitz in Vancouver kommt in der Krebsbekämpfung immer schneller voran. Der auf der unternehmenseigenen Accum™-Plattformtechnologie hergestellte Impfstoff ACCUVAC-PTE7 hat sehr gute Ergebnisse gegen den Gebärmutterhalskrebs (HPV - Human Papilloma Virus) gezeigt. Dabei konnte eine vollständige Schutzwirkung festgestellt werden. Darüber hinaus reduzierte sich bei etlichen Probanden mit Gebärmutterhalskrebs die Krebszellen und damit hatte wohl niemand gerechnet.

Dieses Novum in der Biotechnologie lässt die Branche aufhorchen, denn die antitumorale Wirkung von ACCUVAC-PTE7 könnte gegebenenfalls der Durchbruch auch für andere Krebsarten bedeuten. Dafür muss natürlich weiter geforscht werden aber der bereits jetzt angesprochenen HPV-Impfmarkt ist mit über 4 Mrd. USD Jahresumsatz ein sehr spannender und vor allem stark wachsender Markt. Für ein mit 50 Mio. notiertes Unternehmen Defence Therapeutics ein riesiger Sprung, wenn sich der Erfolg in den folgenden Studien fortsetzen lässt. Anfang des vierten Quartals werden auch erste Ergebnisse aus der Brustkrebsstudie des T-DM1 Wirkstoffes erwartet und damit bleiben die kommenden Monate sehr spannend.

Wieder Einsteigen bei BioNTech?

Vom August 2021 bis Mitte Juni 2022 ging es für BioNTech Aktien (WKN: A2PSR2 ISIN: US09075V1026 Ticker: 22UA) in 316 Tagen um knapp 72% in der Spitze abwärts. Doch seit dem 22. Juni drehte die Aktie und konnte von 111.45 EUR auf aktuell 164,80 ansteigen. Ein Kursplus von ca. 48% innerhalb der letzten 20 Tage. Um aber den Konsolidierungsbereich nachhaltig zu verlassen ist ein Wochenschlusskurs oberhalb des bisherigen Widerstandes von 170 EUR zu erreichen. Erst dann würden Anschlusskäufe freigesetzt und sollten den Kurs weiter steigen lassen.

Fundamental dürfte es mit Gesundheitsminister Lauterbach einen willfähigen Unterstützer eines vierten Auffrischungsstiches gegen Covid-19 bei über 60-jährigen zu geben und damit auch den Absatz des von BioNtech entwickelten Gentherapeutikums zu sichern. Auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA empfahlen den wiederholten Booster für Personen ab 60 sowie Vorerkrankte. Die Ständige Impfkommission (Stiko) sah bisher den zweiten Booster erst für Personen ab 70 sowie für Gruppen mit geschwächten Immunsystem vor. Der Absatz des BioNTech/Pfizer Produktes dürfte in den kommenden Wochen und Monaten wieder ansteigen und damit die Gewinne sprudeln lassen.

Zulassung und Übernahmephantasie

Auf die Entwicklung und Vermarktung von Impfstoffen ist dieser französische Biotech-Wert fokussiert. Deren Tot-Impfstoff VLA2001 wurde in der EU zu Ende Juni gegen Covid-19 zugelassen und sorgte damit bei den Aktien von Valneva (WKN: A0MVJZ ISIN: FR0004056851 Ticker: AYJ) für Kurssprünge. Diese hielten jedoch nicht lange und wurden in den vergangenen Tagen wieder zu 50% abgegeben und die Aktien notiert derzeit bei ca. 11,43 EUR. First Berlin Equity Research nahm sich daher den Wert nochmal unter die Lupe und veröffentlichte ihren Bericht am Montag. Die Aktie wird von „Kaufen“ auf „Hinzufügen“ zurückgestuft und das Kursziel wurde signifikant für die nächsten 12 Monate von 22,10 EUR auf 12 EUR gesenkt.

Damit sieht der Analyst Simon Scholes kein Potential mehr, da durch die späten und verzögerten Nachbesserungen im Zulassungsantrag die Lieferverträge mit der Europäischen Kommission hinfällig geworden sind. Damit wäre eine Produktionsaufnahme für Valneva aber nicht mehr wirtschaftlich, um das VLA2001-Programm aufrecht zu erhalten. Doch kurz vor der Zulassung ist Pfizer bei Valneva eingestiegen und das Unternehmen könnte den aktuellen niedrige Marktkapitalisierung nutzen, um nicht nur den Totimpfstoff gegen Covid-19 weltweit zu vermarkten, sondern auch den Borreliose-Impfstoffkandidaten gleich mit einzukaufen. Schafft es Valneva in den nächsten Wochen und Monate neue Lieferverträge abzuschließen, steht einem Anlaufen des alten Kurszieles von 22,10 EUR nichts entgegen.


Die Plattformtechnologie von Defence Therapeutics scheint sehr vielbersprechend zu sein und auch die Zulassung vom Totimpfstoff von Valneva könnte der Markt derzeit noch unterschätzen. Dagegen sind die ersten Investoren bei BioNtech schon optimistischer und kaufen in den letzten drei Wochen ordentlich zu, denn nach dem Sommer kommt im Herbst die nächste Grippesaison und damit auch wieder die wachsende Thematisierung von Impfstoffbedarfen in den Medien.


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