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29.11.2022 | 05:45

Dysfunktionale Finanzmärkte und Grabstein Doji – Allianz, Aspermont, PayPal Aktie

  • Allianz
  • Aspermont
  • PayPal
Bildquelle: pixabay.com

Die Notenbank des südostasiatischen Stadtstaates Singapur sieht die Gefahr einer neuen Finanzkrise aufziehen und reiht sich damit als nächste Aufsichtsbehörde in die Reihe der warnenden Notenbanken ein. Auch die Bundesbank und die Europäische Zentralbank (EZB) sehen die Marktlage kritischer, als dies die Börsen im Moment einpreisen. Die Singapore Monetary Authority sieht jedenfalls wachsenden Stress im Finanzsystem und warnt vor potentiell dysfunktionalen Finanzierungsmärkten. Doch wann die Börse wieder auf Rückwärtsgang umschaltet, ist derzeit noch nicht erkenntlich aber bei so mancher Aktie werden Ermüdungserscheinungen sichtbar.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: ALLIANZ SE NA O.N. | DE0008404005 , ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , PAYPAL HDGS INC.DL-_0001 | US70450Y1038


 

Aspermont erweitert Geschäftsmodell

Seit Jahresanfang pendelt die Aktie des Medienunternehmens Aspermont (WKN: A0NGFS ISIN: AU000000ASP3 Ticker: 00W) in einer ausgeprägten Seitwärtsphase. Dennoch konnte der Aktienkurs seit Jahresanfang um ca. 14% zulegen und auch die geschäftliche Entwicklung der letzten Jahre kann sich sehen lassen. Der jüngste Geschäftsbereich ist die neue Finanzierungsplattform „Blu Horseshoe“, die als Joint Venture mit International Pacific Capital (IPC) aufgebaut worden ist. Über die Plattform werden Unternehmen mit Kapitalbedarf und Investoren zusammengebracht. Einmal registriert können Investoren in nur vier Klicks entscheiden, ob sie den Unternehmen auf der Kapitalbeschaffungsplattform Geld zur Verfügung stellen wollen oder nicht.

Durch die jahrzehntelange Vernetzung von Aspermont in der Finanz- und Rohstoffindustrie, wurde die Plattform sehr gut in Australien angenommen und durch die Digitalisierung der Prozesse, ist eine schnelle Kapitalvermittlung möglich. Zudem ist die replizierbare Plattform auch auf anderen Märkten weltweit anwendbar und bietet dem Unternehmen weiteres Wachstumspotential. Doch auch in den anderen Bereichen des Unternehmens läuft es sehr gut. CEO Alex Kent hat ein Wachstum für alle Unternehmensteile von 20% ausgegeben und diese scheint das Unternehmen im Jahresverlauf auch zu erreichen. Der Umsatz je Kunde konnte zum Vorjahreshalbjahr bereits um 27,5% auf über 1.500 AUD gesteigert werden und mit einem erwarteten Gesamtjahresumsatz von 19,7 Mio. AUD würde das Unternehmen insgesamt in 2022 um 22,3% mehr Umsatz wachsen. Mit ca. 7 Mio. CAD Cash auf der Bank ist das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 58 Mio. AUD gut ausgestattet und kann weiteres Wachstum aus dem Cashflow finanzieren.

PayPal – Bodenbildungsphase?

Eines der größten Fintech-Unternehmen der Welt ist Paypal (WKN: A14R7U ISIN: US70450Y1038 Ticker-Symbol: 2PP), doch die hohen Kosten zwangen die Unternehmensleitung Sparmaßnahmen umzusetzen. Insgesamt will das Unternehmen in diesem Jahr 900 Mio. USD eingespart wissen und ist dabei auf einen guten Weg. Auch wurden in der laufenden Schwächephase des Unternehmen Aktien im Wert von 3,2 Mrd. USD in diesem Jahr zurückgekauft, denn seit dem Hoch im Juli 2021 rauschte die Aktie bis dato um 74% gen Süden und notiert derzeit bei 77,80 USD.

Doch so schlecht, wie die Börse derzeit PayPal einschätzt, desto interessanter ist ein Blick in die letzten Quartalszahlen. Die Umsatzkennzahlen für Q3 2022 lagen mit 6,85. Mrd. USD ca. 11% über denen vom Vorjahr und damit konnten die Erwartungen der Analysten positiv überrascht werden. Auch die P2P-App Venmo von PayPal kann mittlerweile auf 90 Mio. aktive Konten verweisen und dass darüber abgewickelte Handelsvolumen stieg um 150% zum Vorjahresquartal. Der freie Cashflow des Konzerns stieg um 37% auf 1,8 Mrd. USD im dritten Quartal und stellt einen neuen Rekord für das Unternehmen dar. Durch die Kooperation mit Apple dürfte zudem weiteres Wachstum in 2023 und folgende frei geschaltet und die bisherigen Annahmen von 10% p.a. Wachstum übertroffen werden. Das könnte der Aktie wieder mehr Phantasie verleihen und die aktuelle Bodenbildungsphase gen Norden verlassen werden.

Vorsicht Trendumkehr - Allianz mit Grabstein-Kerze

Stärker als der DAX40 konnte sich seit Ende September 2022 die Aktie der Allianz (WKN: 840400 ISIN: DE0008404005 Ticker-Symbol: ALV) entwickeln. Um 30% auf 203,55 EUR wurde die Aktie hochgekauft, während der breite DAX40 Index „nur“ um 22% ansteigen konnte. Doch was so stark in so kurzer Zeit steigt, ist oftmals anfällig für Korrekturen und diese Korrektur könnte mit dem Hoch von letzter Woche eingeläutet worden sein. Die Allianz Aktie bildete zudem am vergangenen Donnerstag mit der sogenannten Grabstein Tageskerze (Gravestone Doji) eine klassische Umkehrformation aus.

Auch der Relative-Stärke-Index bildete bereits eine erste Divergenz aus und bestätigte die Hochs der letzten Woche nicht mehr. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von anstehenden Kursrücksetzern im Laufe der kommenden Tage. Diese überfälligen Kursrücksetzer könnte aber die Aktie für Investoren wieder interessanter machen, denn mit einer Dividenden-Ausschüttung von 10,80 EUR je Aktie, entspricht dies beim aktuellen Kurs bereits einer Rendite von 5,3% p.a.. Sollte die Aktie wieder auf die 180 EUR Marke zurückfallen, entspräche ein Kauf zu diesem Kurs einer Rendite von immerhin 6% p.a..


Während die PayPal Aktie 74% unter dem Allzeit-Hoch notiert, konnte sich diese in den letzten Wochen um die 80 USD Marke stabilisieren. Dagegen ging es mit der Allianz-Aktie in den letzten acht Wochen steil bergauf und erste Ermüdungserscheinungen deuten auf eine Trendumkehr hin. Kaum Beachtung dagegen findet derzeit noch die Aktie von Aspermont und dass trotz guter und vor allem profitabler Wachstumskennzahlen.


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