Menü

15.04.2024 | 05:45

Energieaktien im Fokus – BP, Kraken Energy, RWE AG Aktie

  • BP
  • Kraken Energy
  • RWE
Bildquelle: pixabay.com

Nach dem Anschlag Israels auf die iranische Botschaft in Syrien und der Tötung hochrangiger iranischer Militärangehöriger, übte der Iran in der Nacht auf Sonntag Vergeltung gegenüber Israel. Es wurden ca. 300 leicht zu ortende Drohnen Richtung Israel geschickt, welche fast vollständig von der israelischen Luftverteidigung mit Unterstützung der USA abgefangen werden konnten. Diese sich gerade entladenden Spannungen im Nahen Osten dürften auf die Energiepreise - allen voran auf Erdöl - eine preistreibende Wirkung haben. Daher sollten Aktien aus dem Energiesektor wieder stärker in den Fokus der Anleger rücken.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Sven Ferber
ISIN: GB0007980591 , CA50075X1024 , DE0007037129


 

Kraken Energy will Bohrungen starten

Durch den massiven internationalen Ausbau der Atomenergie ist die Nachfrage nach Uran wieder deutlich angestiegen. Um den wachsenden Bedarf auch in Zukunft bedienen zu können, hat sich das kanadische Unternehmen Kraken Energy (WKN: A3DLDF | ISIN: CA50075X1024 | Ticker-Symbol: F2C) auf die Entwicklung von Uranprojekten fokussiert. Von den vier Uranprojekten des Unternehmens befinden sich drei in dem Bundesstaat Nevada und eines im Bundesstaat Utah.

Auf der Harts Point Liegenschaft in Utah hat das Unternehmen im März 2024 sein diesjähriges Bohrprogramm gestartet und zwei Zielzonen für die Bohrungen ausgesucht. In beiden Zielzonen konnte Uran nachgewiesen werden, wie Kraken Energy berichtete. So wurden im ersten Bohrloch erhöhte Radioaktivität auf einer Länge von 12,9 m und im zweiten Bohrloch auf einer Länge von 16,2 m nachgewiesen. Somit bestätigte sich die Vermutung des Kraken Energy Teams um CEO Matthew Schwab, in diesem Gebiet auf Uran zu stoßen.

Das Harts Point Grundstück befindet sich im Zentrum des Colorado Plateau, in dem seit den 1950er-Jahren mehr als 590 Mio. Pfund Uran mit einer Konzentration von 0,2 – 0,4 % abgebaut worden ist. Entsprechend gut ist die dortige Region infrastrukturell erschlossen und zugänglich. Auch für einen später möglichen Uranabbau befindet sich das 2.622 ha große Areal nur 64 km entfernt von der Uranaufbereitungsanlage White Mesa. Das bedeutet die Ersparnis von millionenschweren Investitionen in Infrastruktur bei niedrigen Transportkosten des zukünftigen Abraummaterials.

BP im Fokus

Durch den Anstieg des Ölpreises Brent seit Jahresanfang um 15 USD je Barrel auf zuletzt 90 USD profitieren die Ölfirmen wie BP (WKN: 850517 | ISIN: GB0007980591 | Ticker-Symbol: BPE5) durch deutlich höhere Gewinnmargen. Im Zuge dessen stieg auch die Nachfrage nach den Aktien des Konzerns an und so legte der Aktienkurs innerhalb von drei Monaten um über 20 % zu. Am vergangenen Freitag konnte die Aktie mit 6,26 EUR je Anteilsschein ein neues Jahreshoch erreichen, ging aber nach ersten Gewinnmitnahmen mit 6,10 EUR aus dem Handel ins Wochenende. Durch den Drohnenangriff des Irans auf Israel dürften aber in dieser Woche die Ölpreise in den Fokus der Anleger rücken und somit auch die Aktien von BP.

Fundamental unterbewertet, befindet die Aktie von BP die britische Investmentbank Barclays. Die Analystin Lydia Rainforth schrieb in ihrer am Freitag veröffentlichten Studie, dass die Aktien des Ölkonzerns in Relation zu ihrem fundamentalen Wert zu niedrig bewertet werden. Daher wird die Aktie mit „Overweight“ eingestuft und das Kursziel bei 1.000 Pence (ca. 8,54 EUR) belassen. Rainforth findet es daher auch nicht überraschend, dass ADNOC (Abu Dhabi National Oil Company) Interesse an einer Übernahme von BP hatte.

RWE Aktien gefragt

Stark gefragt waren am Freitag die Aktien der RWE AG (WKN: 703712 | ISIN: DE0007037129 | Ticker-Symbol: RWE). Um 3,7 % stiegen die Aktien des Versorgers allein am Freitag und gehörten zusammen mit den Aktien von E.ON zu den Tagesgewinnern im DAX. Bereits am Donnerstag stieg die Nachfrage nach den Aktien an, weil Russland in der Ukraine zwei große unterirdische Gasspeicher angegriffen hat. Da die Ukraine über die größten Gasspeicherkapazitäten verfügt und diese für die Versorgung des westeuropäischen Gasnetzes von hoher Bedeutung sind, stiegen die Energiepreise in Europa an.

Ebenfalls stark nachgefragt war in der vergangenen Woche auch die erste grüne USD-Anleihe von RWE. Die beiden Tranchen mit einer Laufzeit von 10 und 30 Jahren waren um den Faktor 3,8 überzeichnet. Das jeweilige Anleihevolumen lag bei 1 Mrd. USD und wird mit 5,875 % bei der zehnjährigen bzw. 6,25 % bei der 30-jährigen Anleihe verzinst. Das eingeworbene Kapital dient dem Investitions- und Wachstumsprogramm „Growing Green“ von RWE, mit dem sie bis 2030 ihr grünes Portfolio weltweit auf 65 GW ausbauen wollen. RWE will bis 2030 nun jährlich Anleihen mit einem Volumen von 3 – 3,5 Mrd. USD ausgeben.

Fazit

Durch den Anstieg der Energiepreise in Europa könnten die Aktien von RWE nun eine nachhaltige Trendwende eingeleitet haben. Von den ebenfalls wieder anziehenden Uranpreisen dürfte mittelfristig auch der Uranexplorer Kraken Energy profitieren, der mit neuen Uranfunden derzeit auf sich aufmerksam macht. Aufmerksamkeit erhalten hat BP bereits nicht nur durch die steigenden Ölpreisnotierungen, sondern auch über die Möglichkeit einer Übernahme durch ADNOC.



Interessenskonflikt

Gemäß § 85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Ita Joka S. A. sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Ita Joka S. A. (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

Die Ita Joka S. A. ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Ita Joka S. A. für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

Risikohinweis

Die Ita Joka S. A. bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf derfinanzinvestor.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Ita Joka S. A. und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Ita Joka S. A. und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


Weitere Kommentare zum Thema:


Angeschlagen und aufkommende Kursphantasie! American Atomics, Redcare Pharmacy, RWE

Angeschlagen und aufkommende Kursphantasie! American Atomics, Redcare Pharmacy, RWE

Kommentar vom 05.06.2026 | 05:45

Der Iran-Konflikt ist in den letzten Tagen wieder in den Fokus der Anleger und Investoren gerückt und führte entsprechend zu Gewinnmitnahmen an den teilweise stark gestiegenen Indizes. Der DAX legte vor allem am Mittwoch einen Rücksetzer von 1,8 % hin, der aber am gestrigen Handelstag wieder fast vollständig aufgekauft worden ist. Noch stärker war der Dow-Jones-Index, der am gestrigen Handelstag mit 51.503 Punkten sogar ein neues Allzeithoch generieren konnte.

Zum Kommentar


Profiteure der Nahost-Eskalation - A.H.T. Syngas Technology, BP, Harbour Energy

Profiteure der Nahost-Eskalation - A.H.T. Syngas Technology, BP, Harbour Energy

Kommentar vom 06.05.2026 | 05:45

Nach dem Waffenstillstand im Angriffskrieg von Israel und den USA gegen den Iran ist seit dieser Woche wieder eine erneute eskalative Phase entstanden. Die Börsen reagierten sofort und nach den Allzeithochs von Nasdaq und S&P 500 in der letzten Woche sind diese kurzfristig in einen Abverkaufsmodus übergegangen. Am gestrigen Handelstag wurden diese Kursrücksetzer aber schon wieder komplett aufgekauft. Der Ölpreis ist im Zuge dessen ebenfalls angesprungen, befürchten die Marktteilnehmer doch eine weiter anhaltende Unterbrechung der Lieferrouten durch die Straße von Hormus. Damit verpuffte auch an deutschen Tankstellen die steuerliche Senkung der Benzin- und Dieselpreise der Bundesregierung um 0,17 EUR nur drei Tage nach der Einführung der auf zwei Monate begrenzten Maßnahme. Profitieren können aber diese börsennotierten Unternehmen:

Zum Kommentar


Energiebedarf wächst immer schneller! CHAR Technologies, Orsted, RWE

Energiebedarf wächst immer schneller! CHAR Technologies, Orsted, RWE

Kommentar vom 02.03.2026 | 05:45

Der Angriffskrieg der USA und Israel auf den Iran wird nicht nur die Rohstoffversorgung Europas mit Erdöl und Erdgas gefährden und verteuern, sondern auch die Teuerungsrate entlang der ganzen Wertschöpfungskette über die nächsten Jahre deutlich erhöhen. Da die Prognose für 2026 mit 1,9 % Inflationsrate durch die deutlich anziehenden Energiepreise nicht zu halten sein wird, dürften nicht nur Zinssenkungen in diesem Jahr vom Tisch sein, sondern mittelfristig Zinserhöhungen eine einzukalkulierende Option werden. Da der globale Energiebedarf aber im Zuge der KI-Revolution noch stärker wächst als bisher angenommen, werden Energieerzeuger aus den unterschiedlichsten Bereichen immer interessanter.

Zum Kommentar