Menü

12.02.2021 | 05:45

Energiewende 2.0 – Nel ASA, Enapter AG, McPhy Energy

  • nel asa
  • Enapter
  • McPhy Energy
Bildquelle: pixabay.com

Erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Windstrom nehmen seit 30 Jahren einen immer höheren Anteil in der Stromproduktion in Deutschland ein. Sie sind noch vor Biogas und Wasserkraft die Hauptenergieträger des stetig wachsenden Energiemixes. In 2020 wurde erstmalig mehr als die Hälfte des Stromes aus erneuerbaren Energien erzeugt. Doch
Hauptproblem des von Photovoltaik und Wind generierten Stromes ist die bisher ineffiziente und unwirtschaftliche Speicherung der Energie. Ohne eine effiziente und dauerhafte Speicherung der Energie aus Wind und Sonne, kann eine Industrienation wie Deutschland jedoch nicht auf konventionelle Energieträger wie Kohle oder Erdgas verzichten, denn nachts scheint keine Sonne und der Wind weht nicht beständig und überall in Deutschland. Um dieses Nadelöhr zu meistern, wird in die Produktion von grünem Wasserstoff investiert.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Dr. Tim Faustmann
ISIN: NO0010081235 , DE000A255G02 , FR0011742329


 

Enapter AG – H2O zu Wasserstoff

Der deutsche Wasserstoff-Elektrolyseur Enapter AG (WKN: A255G0 ISIN: DE000A255G02 Ticker: H2O) will sich in den kommenden Jahren zu einem Produzenten von hocheffizienten und modularen Wasserstoffgeneratoren entwickeln. An der Anion-Exchange-Membrane (AEM) Elektrolyse forschten die Beteiligten des Unternehmens schon mehr als 16 Jahre, bis CEO Sebastian-Justus Schmidt darauf aufbauend die heutige Aktiengesellschaft Enapter formte. Die Massenproduktion der AEM Elektrolyseure soll im nordrhein-westfälischem Saerbeck erfolgen. Der Grundstein für den neuen Produktions- und Forschungsstandort soll im September 2021 gelegt und von der Firma Goldbeck bis Ende 2022 errichtet werden.

Dieselbe Firma die auch das Teslawerk in Grünwalde baut. Die Klimakommune Saerbeck wurde von der Enapter AG gezielt als Massenproduktionsstandort ausgewählt, weil der Ort mehr eigenen grünen Strom produziert als selber benötigt wird. Damit kann die in 2023 startende Produktion komplett aus dem grünen dezentral vor Ort produzierten Strom erfolgen. Die komplette Wertschöpfungskette ist somit zu 100% aus nachhaltiger Energiegewinnung zurück zu führen. Zu Beginn der Produktion sollen mehr als 100.000 modulare Elektrolyseur-Einheiten pro Jahr erstellt werden.

Nel ASA – Der Platzhirsch erhält Zertifizierung

Im Vergleich zur Enapter AG hat die norwegische Nel ASA (WKN: A0B733 ISIN: NO0010081235 Ticker: D7G) sehr erfolgreich auf die Proton-Exchange-Membrane (PEM) Elektrolyse als Wasserstoff-Produktionsanlage gesetzt. Die Aufträge für die Anlagen von Nel ASA akquiriert das Unternehmen mittlerweile weltweit.
Mit einem Aktienkurs von 3,10 Euro und einer Marktkapitalisierung von 4,45 Milliarden Euro ist Nel ASA deutlich höher bewertet als die Enapter AG. Daher warten die Marktakteure auch schon gespannt auf die Quartalszahlen für Q.4 2020.
Diese sollen kommende Woche, am 18. Februar 2021 veröffentlicht werden.

Diese Zeit nutzen aber anscheinend die Anleger von Nel ASA, um ihre angelaufenen Gewinne zu sichern, denn seit Jahresanfang 2021 pendelt die Aktie in dem Bereich von 2,60 bis 3,40 Euro.Es schadet daher sicherlich nicht, es den anderen Investoren gleich zu tun und ein paar Gewinne mitzunehmen und umzuschichten, denn wie der Markt die zu berichtenden Zahlen auffasst, wissen wir erst mit der AdHoc Meldung vom 18. Februar. Günstig ist die Aktie jedenfalls zum aktuellen Niveau nicht mehr und wer bisher noch nicht von der Rallye partizipiert hat, sollte überlegen, ob nicht ein anderer Wasserstoffwert demnächst spannender sein wird.

McPhy Energy - 740 % - Wie geht es weiter?

Das französische Unternehmen McPhy Energy (WKN: A1XFA8 ISIN: FR0011742329 Ticker: M6P) legte seit Mai 2020 eine fulminante Rallye hin. Um 740 % ging es in den letzten 9 Monaten steil nach oben und die Bewertung des auf Anlagen zur Wasserstoffproduktion und -verteilung spezialisierte Unternehmen beträgt bereits mehr als 910 Millionen Euro.
Das Jahr 2020 wurde zudem noch mit der Aufnahme von McPhy Energy in den Index SBF 120 und CAC Mid 60 abgeschlossen. Der SBF 120 Index der Euronext ist dabei einer der Flaggschiffe der Pariser Börse und hier finden nur die 120 größten und liquidesten französischen Aktien einen auserlesenen Platz.

Doch wie will McPhy Energy in diese Bewertung reinwachsen?
Erst einmal ist das Unternehmen ein Komplettanbieter für Wasserstofflösungen in allen Branchen. Als Konstrukteur, Hersteller und Integrator von Wasserstoffanlagen verfügt McPhy Energy seit 2008 über drei Entwicklungs-, Engineering- und Produktionszentren in Europa (Frankreich, Italien, Deutschland). Da jeder Industriezweig und jedes Unternehmen unterschiedliche Standortbedingungen hat, entwickelt McPhy Energy eine individuelle Lösung mit den Kunden. Da in der EU die Transformation der Energieversorgung ganz oben auf der Agenda des ausgerufenen „Green New Deal“ steht, machen die europäischen Staaten und die Europäische Union Milliarden von Euro locker. Und davon wird sich auch McPhy Energy ein großes Kuchenstück rausschneiden wollen.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Tailerstone Limited sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Tailerstone Limited ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Tailerstone Limited hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Tailerstone Limited sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:


Droht Nel ASA der Kuss des Todes? – BMW, First Hydrogen, Nel ASA Aktie

Droht Nel ASA der Kuss des Todes? – BMW, First Hydrogen, Nel ASA Aktie

Kommentar vom 22.09.2022 | 05:45

Wenn die Bundesregierung die Energiekrise in Deutschland ernst nehmen und einfach praktikable Lösungen umsetzen würde, dann könnte diese innerhalb weniger Wochen gelöst werden. Dafür müssten aber Denkverbote und Parteirichtlinien über Bord geworfen werden. Politik an den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung und der Wirtschaft ausgerichtet werden. Dafür müssten aber alle Anlagen der Energieerzeugung umgehend ans Netz gebracht und mit einer Angebotsausweitung Preise auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau gesenkt werden. Dazu gehört auch das Vorantreiben von speicherfähigen Energien wie Wasserstoff, bei der sich etliche Unternehmen in der Vergangenheit einen Namen gemacht haben.

Zum Kommentar


Wasserstoff profitiert von Energiekrise – First Hydrogen, Nel ASA, SFC Energy

Wasserstoff profitiert von Energiekrise – First Hydrogen, Nel ASA, SFC Energy

Kommentar vom 08.08.2022 | 05:45

Die Energiekrise in der Bundesrepublik nimmt immer skurrilere Ausmaße an. Statt das Kernproblem der mangelnden deutschen Erdgasversorgung, welches erst durch die (Selbst-) Sanktionierung von Russland eingetreten ist, zu lösen, wollen die vermeintlichen Vertreter des Volkes nicht über ihren eigenen Schatten springen. Stattdessen soll jeder Erdgas sparen und darf dafür aber noch den dreifachen oder gar vierfachen Preis im Monat bezahlen. Dadurch wird aber gleichzeitig die Wasserstoffproduktion und -anwendung wettbewerbsfähig und kommt schneller als erwartet in die grünen Zahlen. Ob diese drei Unternehmen davon profitieren?

Zum Kommentar


Nächster Wasserstoff-Hype voraus? Nel ASA, First Hydrogen, SFC Energy

Nächster Wasserstoff-Hype voraus? Nel ASA, First Hydrogen, SFC Energy

Kommentar vom 07.06.2022 | 05:45

Mit immer schärferen Sanktionen gegen Russland führte die EU-Kommission zusammen mit den EU-Staaten ein Teil-Embargo für russisches Öl ein. Dadurch werden nun sämtliche Importe von Erdöl und Destillaten boykottiert, die nicht via Pipeline transportiert werden. Von dem Embargo betroffen sind nun alle Transporte über Land per LKW, See per Tanker oder dem Transportflugzeug . Damit steigen die Kosten für den Endverbraucher mit Ansage immer schneller. Gleichzeitig sinken aber auch die Opportunitätskosten für Wasserstoff immer schneller und das könnte den nächsten Boom für den Sektor einleiten.

Zum Kommentar