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05.03.2026 | 05:45

Erdgas + Erdölmangel in Europa – A.H.T. Syngas Technology, Equinor ASA, Shell

  • A.H.T. Syngas Technology
  • Equinor ASA
  • Shell
Bildquelle: pixabay.com

Der gemeinsame Angriff von Israel und den USA auf den Iran sowie dessen weitreichenden Gegenmaßnahmen in die gesamte Golfregion hinein lassen die Welt den Atem anhalten. Ein Flächenbrand in der Region ist nicht mehr auszuschließen und auch die Börsen haben längst mit ersten Abschlägen reagiert. So ist bereits jetzt klar, dass u. a. die Rohstoffversorgung Europas und Asiens mit Erdöl und Erdgas gefährdet ist und sich entsprechend verteuern wird. Dementsprechend deutlich werden die Teuerungsraten entlang der Wertschöpfungskette ansteigen. So planen die asiatischen Ölraffinerien bereits, die Rohölverarbeitungsraten um 20 % bis 30 % zu kürzen. Das ist die Folge der indirekten Sperrung der Straße von Hormuz durch die exorbitant gestiegenen Versicherungsraten für die Schifffahrtsunternehmen, die in der Region aktiv sind. Wo kommt der Ersatz her und welche Unternehmen könnten diesen liefern?

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: NL0010872388 , NO0010096985 , GB00BP6MXD84


 

A.H.T. Syngas Technology mit Strategieschwenk

Das innovative niederländische Technologieunternehmen A.H.T. Syngas Technology (WKN: A12AGY | ISIN: NL0010872388 | Ticker-Symbol: 3SQ1) hat sich der dezentralen und regionalen Synthesegasversorgung gewidmet und sehr effektive Biogasanlagen entwickelt. Die Anlagen benötigen in der Regel nur den Abfall aus Holzresten, Klärschlamm oder Gärreste, um diese durch einen thermischen Prozess zu verwerten. Mithilfe eines Doppelfeuervergasers werden unter Luftausschluss die Reststoffe stark erhitzt, bis sich diese in Wasserstoff und Kohlenmonoxid zersetzen. Das gewonnene Synthesegas kann dann direkt als Prozessgas in der Industrie oder aber auch in Energie zur Stromerzeugung verwendet werden. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die Entsorgungskosten für die Abfallstoffe entfallen und gleichzeitig Energie erzeugt werden kann.

Besonders für einige Branchen in der EU wären solche Biogasanlagen sehr interessant, da gesetzliche Auflagen und Vorschriften sowie hohe Energiepreise solche alternativen Energieverfahren zu einer schnellen Amortisierung verhelfen. So fördert das Bundeswirtschaftsministerium die Erforschung und Entwicklung innovativer Technologien um z. B. Abfälle aus Biomasse besser zu verwerten. Erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt haben bereits gezeigt, dass via der Biomasse der Rohstoff Wasserstoff wirtschaftlich gewonnen werden kann. Hier wurden auch die eingesparten CO2-Emissionen berücksichtigt, die entsprechend als Zertifikate über den Emissionshandel weiterverkauft und damit ebenfalls zu Geld gemacht werden können.

Um die Effizienz des Unternehmens zu steigern, hat die Geschäftsführung von A.H.T. Syngas Technology, unter CEO Gero Ferges, zuletzt entschieden, das Geschäftsmodell anzupassen. So sollen zukünftige Anlagen nicht mehr in einem einmaligen Geschäft verkauft werden, sondern die Anlagen sollen vorfinanziert und in Eigenregie betrieben werden. Damit würde das Unternehmen dezentraler Energieproduzent werden, der nicht nur einmalig, sondern kontinuierlich über Jahre Cashflow generieren kann. Entsprechend höher würde mittelfristig auch das Bewertungspotenzial sein und somit auch die Marktkapitalisierung ansteigen.

Equinor ASA – Neues Erdgas- & Erdölfeld und Datenübertragung

Das Partnerunternehmen des norwegischen Erdöl- und Erdgasproduzenten Equinor ASA (WKN: 675213 | ISIN: NO0010096985 | Ticker-Symbol: DNQ), Hydromea, konnte am gestrigen Tage eine interessante Neuigkeit verkünden. Auch wenn es grundsätzlich nichts mit dem eigentlichen Geschäftsmodell von Equinor ASA zu tun hat, könnte sich mittelfristig ein spannendes Geschäftsmodell ergeben und damit zu weiteren Einkommensströmen führen. Bei der Digitalisierung von Offshoreanlagen des Energiesektors ist Hydromea ein bahnbrechender Durchbruch gelungen. So konnten Daten in der ersten drahtlosen Datenübertragung in einer hohen Bandbreite vom Meeresboden aus direkt in die Cloud transferiert werden. Für die Überwachung von Unterwasseranlagen ist das ein entscheidender Durchbruch, der mittels dem DEEPNET-Netzwerk von Equinor ASA mit den FSO-Geräten von Hydromea gelungen ist. In Echtzeit konnten die Daten über einen LUMA-WLAN-Hotspot in die Cloud gestreamt und so auch gleich verarbeitet werden. Die Übertragung mit bis zu 10 Mbit/s konnte bis zu einer Tiefe von 6.000 m durchgeführt werden, sodass zukünftig keine Schiffsnutzung und Kabelverlegung am Meeresboden erforderlich wäre.

Unabhängig davon konnte Equinor ASA auch in seinem Kerngeschäft Neuigkeiten vermelden. So wurde in der Nähe des Snorre-Feldes in der Nordsee ein neues Erdöl- und Erdgasfeld entdeckt. Die Neuentdeckung enthält nach vorläufigen Schätzungen zwischen 25 – 89 Mio. Barrel Öläquivalente (BOE), die schnell und kostengünstig entwickelt und an die bestehenden Unterwasseranlagen der Snorre A-Plattform angeschlossen werden können. Da Norwegen ca. 20 % der europäischen Ölnachfrage und 30 % der Erdgasnachfrage deckt, würde die Neuentdeckung die Lebensdauer des Snorre-Feldes von Equinor ASA deutlich verlängern und das Produktionsniveau von ca. 1,2 Mio. BOE am Tag bis mind. 2035 konstant halten können.

Shell investiert in Brasilien

Die Geschäftsführung des börsennotierten Ölunternehmens Shell (WKN: A3C99G | ISIN: GB00BP6MXD84 | Ticker-Symbol: R6C0) hat sich verpflichtet, 668 Mio. USD bzw. 3,5 Mrd. BRL (Brasilianische Real) in den brasilianischen Zucker- und Ethanolhersteller Raizen zu investieren. Raizen war in den letzten Jahren durch hohe Investitionen und durch schlechte Ernten in Schieflage geraten, sodass Shell zur Stützung des Energieunternehmens eingesprungen ist. Shell würde das Unternehmen gerne nicht zerschlagen; dafür müssten sich aber auch andere Unternehmenseigner an der Stützung beteiligen. Alternativ könnte das Unternehmen in zwei Teile aufgespalten werden: einen für den Kraftstoffvertrieb von Raffinerieprodukten und einen für die restlichen Geschäftsbereiche.

Für den Gesamtkonzern würden diese Investitionen jedenfalls kaum ins Gewicht fallen und wären, durch die gestiegenen Preise im Energiesektor wegen des Irankrieges, durch höhere Gewinne mehr als ausgeglichen. Davon geht zumindest das Analysehaus Jefferies aus und erhöhte das Kursziel für Shell von 3.400 auf 3.500 Pence (40,23 EUR) und beließ die Einstufung auf „Buy“. Am stärksten aber - findet deren Analyst Mark Wilson - dürften von den gestiegenen Preisen die Unternehmen Repsol und Equinor profitieren.

Fazit

Das Technologieunternehmen A.H.T. Syngas Technology beschreitet mit der Änderung seines Geschäftsmodells einen ertragreicheren Weg als Energieproduzent und Energielieferant und dürfte damit einen interessanten Wachstumsmarkt betreten haben. Von dem Angriff auf den Iran und den damit einhergehenden Preissteigerungen von Erdöl und Erdgas in Europa dürften Equinor und Shell direkt profitieren, wobei Equinor laut dem Analysehaus Jeffries das größere Potenzial von den beiden Erdöl- und Erdgasproduzenten besitzt.



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