25.03.2026 | 05:45
Euphorie und Panik liegt dicht beisammen! BioNTech, Globex Mining, SAP
Die Finanzmärkte sind seit dem Iran-Krieg deutlich angeschlagen und nur die Hoffnung auf einen möglichen zeitnahen Frieden lässt die Märkte in dieser Woche wieder stabilisieren. Doch die Hoffnung ist genauso brüchig, wie die zuletzt wechselnden Aussagen aus Washington und dem Umfeld des Weißen Hauses. Entsprechend zurückhaltend sind die Investoren geworden und derzeit gehen Sicherheit und Liquidität über Rendite, was sich auch mit der Flucht in kurzlaufende Staatsanleihen zeigt. Damit drehten die Märkte seit Jahresanfang von Euphorie in wenigen Wochen hin zu Panik. Welche Aktien abverkauft wurden und welche sich stabil halten, lesen Sie hier:
Lesezeit: ca.
5 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
US09075V1026 , CA3799005093 , DE0007164600
Globex Mining: Aktie sehr stabil
Kontinuierlich aufwärts entwickelte sich der Aktienkurs der Rohstoff-Holding Globex Mining (WKN: A1H735 | ISIN: CA3799005093 | Ticker: G1MN). Seit dem Tief der Aktie im Jahr 2014 stieg sie kontinuierlich und verlässlich bis zuletzt um über 1.500 % an. Das entspricht einer sensationellen Rendite von 27,8 % p. a. Zwar setzten der Aktie im Laufe der letzten zwölf Jahre immer wieder Gewinnmitnahmen und Kursrücksetzer zu, aber wer diese Kursrücksetzer konsequent für Zukäufe genutzt hat, konnte seine Rendite sogar nochmals steigern. Den Grundstein und das Geschäftsmodell von Globex Mining legte CEO Jack Stoch vor über vier Jahrzehnten und entwickelte das Unternehmen beständig weiter.
So geht das Unternehmen bis auf eine Ausnahme nicht das Explorationsrisiko eines „normalen“ Explorationsunternehmens ein, sondern zielt auf den Erwerb von Rohstoffliegenschaften mit nachgewiesenen Vorkommen ab. Diese rohstoffhaltigen Projektgebiete werden anschließend an verschiedene Explorations- und Minenunternehmen verpachtet und daraus konnten in den letzten vier Jahrzehnten beständig steigende Pachteinnahmen generiert werden. Die Weiterentwicklung der Projektgebiete via Bohrprogramme der Explorationsunternehmen wertet die Grundstücke zudem regelmäßig auf.
Wenn zu einem späteren Zeitpunkt die vorhandenen Vorkommen erschlossen werden und Rohstoffe zu Tage gefördert werden, erhält Globex Mining zusätzliche Einnahmen. Mit Stand Anfang März 2026 zählt das Portfolio 270 Projekte und auf 106 dieser Projektgebiete bestehen Royalty-Ansprüche. Teilweise sind ältere Projekte bereits in Produktion und durch die vertraglich fixierten Royaltyvereinbarungen erhält Globex Mining regelmäßige Zahlungen von Cash und/oder Aktien.
Zu den Royaltyzahlern gehören auch bekannte Rohstoffunternehmen wie Agnico Eagle oder IAMGOLD. Ebenso zahlt Nordamerikas größtes Lithiumunternehmen – Elevra Lithium – regelmäßig Royalties an Globex Mining. Auch das derzeit mehr in der Öffentlichkeit stehende Unternehmen Antimony Resources (WKN: A414DM | ISIN: CA0369271014 | Ticker-Symbol: K8J0) zahlt seine Pacht in Form von Cash und Aktien. Zuletzt waren das 125.000 CAD sowie die Übertragung von 250.000 Aktien des Unternehmens, die derzeit ca. 290.000 CAD wert sind.
BioNTech: Beschleunigter Abverkauf! Günstige Einstiegsmöglichkeit?
Das Unternehmen BioNTech (WKN: A2PSR2 | ISIN: US09075V1026 | Ticker-Symbol: BNTX) machte am 10. März 2026 gleich aus zwei Gründen Schlagzeilen. Zum einen veröffentlichte das Unternehmen an diesem Tag die finalen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 und zum anderen wurde bekannt, dass die beiden Mitgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci das Unternehmen verlassen werden. Das Ehepaar will ein neues Unternehmen gründen und sich gezielt auf die mRNA-Forschung konzentrieren. Daraufhin brach die Aktie weiter ein, in der Spitze um mehr als 23 %.
Dabei stufen die jüngsten Analystenratings das Unternehmen als unterbewertet ein. Sowohl Bank of America als auch Morgan Stanley sehen die Aktie als „Buy“ mit Kurszielen von 128 USD bis 134 USD je Aktie. Vom aktuellen Kursniveau von etwa 87 USD je Aktie müsste der Wert zur Zielerreichung um 47 % bis 54 % ansteigen. Doch einfach waren die letzten Jahre für die Aktionäre des Unternehmens nicht und die Kursentwicklung gleicht mehr einer Achterbahn. Der Umsatz stieg 2019 von 108 Mio. EUR im Coronajahr 2020 auf 482 Mio. EUR Umsatz mit einem kleinen Gewinn an. Der Durchbruch erfolgte in 2021 mit einem gigantischen Umsatzsprung auf 18,9 Mrd. EUR und 10,2 Mrd. EUR Gewinn nach Steuern. In 2022 konnte der Umsatz mit 17,3 Mrd. EUR und der Gewinn mit 9,4 Mrd. EUR noch stabil gehalten werden, ehe im Anschluss der massive Einbruch kam. In 2023 lag der Umsatz bei nur noch 3,8 Mrd. EUR und 930 Mio. EUR Gewinn, ehe in 2024 der Umsatz auf 2,7 Mrd. EUR fiel und das Unternehmen einen Verlust von 665 Millionen EUR erzielte und massiv in die roten Zahlen rutschte! Auch in 2025 ging der Rückgang auf 2,8 Mrd. EUR Umsatz weiter und der Verlust steigerte sich auf 1,1 Mrd. EUR. Genauso sprunghaft entwickelte sich auch der Aktienkurs und daher bleibt die Aktie nichts für schwache Nerven.
SAP: Starkes Geschäft, schwache Aktie
Das aktuell wertvollste börsennotierte Unternehmen Deutschlands ist SAP (WKN: 716460 | ISIN: DE0007164600 | Ticker-Symbol: SAP). Der Softwarekonzern kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von etwa 175 Mrd. EUR, doch seit über einem Jahr ist Sand im Getriebe. Die Aktie hat sich seit dem Allzeithoch von Februar 2025 bei rund 283,50 EUR fast halbiert. Laufen hier nur Gewinnmitnahmen nach einer starken Phase oder steckt doch mehr dahinter?
Analysten schauen trotz des Kurssturzes gar nicht so negativ auf die Aktie. Das niedrigste Kursziel liegt derzeit laut HSBC bei 178,00 EUR. Vom aktuellen Kurs von etwa 147,00 EUR wäre das ein Aufwärtspotenzial von mind. 20 %. Das durchschnittliche Kursziel von 29 Analysten liegt bei ca. 243,00 EUR. Damit würde das Anstiegspotenzial bei Erreichen dieses Durchschnittswertes weit über 65 % liegen. Die Markteinschätzungen sind damit im Gegensatz zum Aktienkurs durchweg positiv bei 25 „Kaufempfehlungen“ und 4 Einschätzungen zu „halten“. Im Vergleich zur Aktie zeigen die Anleihen von SAP Stärke. Grundlegende und nachhaltige Probleme sehen anders aus. Eine in Euro denominierte SAP-Anleihe mit Laufzeit bis 2030 hat Ratings von A1 beziehungsweise A+, also klar im Investment-Grade-Bereich. Bis zum AA-Rating fehlt SAP damit nur noch wenig. Die Rendite dieser SAP-Anleihe liegt aktuell bei etwa 3,2 % p. a., während eine deutsche Staatsanleihe mit ähnlicher Laufzeit und AAA-Rating bei ca. 2,6 % rentiert. Das heißt, der Markt verlangt für SAP nur rund 0,6 Prozentpunkte mehr Rendite als für eine deutsche Staatsanleihe.
Die Zahlen für 2025 sehen zudem solide aus. Der Umsatz lag bei rund 36,8 Mrd. EUR nach 34,2 Mrd. EUR im Jahr 2024. Das entspricht einem Umsatzwachstum von etwa 7,7 %, während sich der Gewinn nach Steuern sogar von 3,1 Mrd. EUR auf 7,3 Mrd. EUR mehr als verdoppelte und um 135 % anstieg. Auch die Liquiditätslage war Ende 2025 sehr robust. Der verfügbaren Konzernliquidität von 9,531 Mrd. EUR standen Finanzschulden von 6,150 Mrd. EUR gegenüber. Die Nettoliquidität lag damit bei 3,381 Mrd. EUR. Dazu kommt, dass SAP ab Februar 2026 bis Ende 2027 ein Aktienrückkaufprogramm von 10 Mrd. EUR gestartet hat.
Doch Märkte sehen nicht in die Vergangenheit, sondern fürchten einen kommenden Umsatzeinbruch durch den KI-Boom in der Zukunft. Die Sorge ist, dass künstliche Intelligenz langfristig klassische Softwarelösungen unter Druck setzen könnte. Wenn KI immer besser und günstiger wird und immer mehr Alternativen entstehen, dann dürften etablierte Anbieter wie SAP unter Margendruck leiden. Ob das so kommt, ist völlig offen, doch im Moment schätzen es die Marktteilnehmer in etwa so ein.
Zusammenfassung
Rohstoffaktien sind in den letzten zwei Jahren durch den Anstieg der Edelmetallpreise in den Fokus der internationalen Investoren gerückt. Denn bisher ist nur ca. 3 % des internationalen Kapitals im Rohstoffsektor investiert. Die aktuellen Kursrücksetzer im Edelmetallsektor dürften Investoren daher nutzen, um ihre Positionsgrößen weiter nach oben anzupassen und Aktien aus diesem Segment wie Globex Mining gezielt zuzukaufen. In Ungnade gefallen wegen des KI-Booms ist seit über einem Jahr die Aktie von Softwareanbieter SAP. Fundamental gut aufgestellt, rechnen die Marktteilnehmer jedoch mit zunehmender Konkurrenz aus dem KI-Segment und verkaufen die Aktie weiterhin. Die Tiefs aus August 2024 unterschritten hat die Aktie von BioNTech. Hier hat die Ankündigung des Abgangs des Gründerehepaars zu einem beschleunigten Abverkauf in den vergangenen vier Wochen geführt.