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26.05.2022 | 05:45

Gelingt der Befreiungsschlag? BYD, Nevada Copper, Nordex Aktie

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Bildquelle: pixabay.com

Der wirtschaftliche Frühjahrsaufschwung bleibt zumindest in diesem Jahr in der deutschen Wirtschaft aus. Lieferengpässe, Inflation und die direkte Einmischung der Bundesrepublik in den Ukrainekrieg lassen den Optimismus der Unternehmenslenker weiter sinken und damit auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Die Bundesbank rechnet allenfalls mit einer leichten Belebung im zweiten Quartal, doch der Konsum der privaten Haushalte wird durch die hohe Inflation deutlich eingeschränkt. Gleichzeitig belasten hohe Energie- und Materialkosten die Produktion der Industrie und das verschärft die Lieferengpässe. Was aber wächst, ist der weltweite Kupferverbrauch, der durch E-Mobilität und den Ausbau der Erneuerbaren Energien stetig zunimmt.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , NEVADA COPPER CORP. | CA64128F7039 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554


 

Nevada Copper – Wichtiger Meilenstein erreicht

Die Weiterentwicklung eines Explorers zu einem Projektentwickler und dann zu einem Produzenten ist für Investoren und Anleger oftmals sehr herausfordernd. Überstrapaziert hatte diese Entwicklung die Aktionäre und Kreditgeber von Nevada Copper (WKN: A0MK4X ISIN: CA64128F1099 Ticker: ZYT). Mehrfach musste der Produktionsstart verschoben werden und die Finanzierungspläne mussten ständig angepasst und erhöht werden. Doch mit den Ergebnissen zum ersten Quartal 2022 sind wichtige Meilensteine endlich erreicht und im Plan. Die Untertagemine ist in Produktion und das Hochfahren geht voran.

Im ersten Quartal konnten insgesamt 97.518 t Material gefördert und ca. 2.099t Kupferkonzentrat mit 23%igen Kupfergehalt hergestellt werden. Das entspricht einem wiedergewinnbaren Kupfergehalt aus dem Erz von 0,495%. Im zweiten Quartal soll dieses Ergebnis mit 3.000 Tonnen pro Tag (tpd) wiederholt und im dritten Quartal bereits 4.000 bis 4.500 tpd abgebaut werden. Parallel wurde der grobe Aushub des dritten Stollens fertig gestellt und die Bauarbeiten sollen im Laufe des dritten Quartals fertig gestellt sein. Dann kann noch mehr Erz abgebaut und gefördert werden. Bis zum Ende des dritten Quartals 2022 soll auch die Vormachbarkeitsstudie (PFS) für das Tagebauprojekt abgeschlossen sein. Anscheinend ist das Unternehmen nun in ruhigeres Fahrwasser eingetreten und hat den Turnaround geschafft. Wann gelingt aber der Aktie der Befreiungsschlag?

Nordex - wird’s jetzt besser?

Der noch in Rostock ansässige Windkraftanlagenbauer Nordex (WKN: A0D655 ISIN: DE000A0D6554 Ticker: NDX1) ist einer der weltweit großen Auftragnehmer für den Bau von Festland-Windkraftanlagen. Mit über 39 GW Windenergieleistung in über 40 Ländern, konnte in 2021 ein Umsatz von ca. 5,4 Mrd. EUR erzielt werden. Mit der Konzentration auf Festland-Turbinen im Bereich der 4 bis 6,X MW-Klasse, ist das Unternehmen auf sehr große und effektive Anlagen fokussiert. Durch Probleme mit der IT durch einen Hackerangriff musste der Quartalsbericht zu Q1 2022, der für den 12. Mai vorgesehen war, auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Dieser Bericht dürfte mit Spannung erwartet werden, denn durch die Lieferkettenproblematik, die gestiegenen Rohstoffkosten und den Krieg in der Ukraine, ist Nordex zuletzt immer stärker in die roten Zahlen gerutscht. Das Management zog bereits die Notbremse und wird die Produktion der Rotorblätter in Rostock zu Ende Juni 2022 einstellen. Damit würde 600 Mitarbeiter der 3.150 deutschen Arbeitsplätze ihren Job durch die Verlagerung verlieren. Damit gibt es im Land der politisch propagierten Energiewende kein einziges Werk mehr, das Rotorblätter für Windkraftanlagen herstellt. Wieder einmal passen politischer Anspruch und wirtschaftliche Wirklichkeit nicht übereinander und eine Garantie, dass dadurch der Nordex Konzern endlich in die schwarzen Zahlen rutscht, ist es auch nicht. Anleger sollten daher bei dieser Aktie unbedingt mit Stoppkursen arbeiten oder den Wert bis auf weiteres meiden.

BYD – vorwärts geht's

Der E-Mobilitätskonzern und einer der weltweit führenden Hersteller für Elektrofahrzeug ist BYD (WKN: A0M4W9 ISIN: CNE100000296 Ticker: BY6). Das Unternehmen stellt E-Autos, E-Busse und E-LKW her. Auch in der Herstellung von Batterien und Halbleitern ist das Unternehmen führend und im Vergleich zu den Wettbewerbern signifikant unabhängiger von Zulieferbetrieben. Durch die vertikale Integration profitiert das Unternehmen sogar von den schwächelnden Wettbewerbern, die oftmals bestellte Autos wegen mangelnder Teile erst gar nicht produzieren können.

Die Q1 Zahlen 2022 waren sehr gut und mit einer Steigerung des Nettogewinns um 241% auf 123 Mio. USD haben wohl die wenigsten Marktteilnehmer gerechnet. Auch die ersten Aprilkennzahlen sind gut und die Verkäufe zum Vorjahr um 270% gestiegen. Da konnten die Hauptkonkurrenten auf dem chinesischen Markt mit Nio, Li Auto oder auch XPeng nicht mithalten. Der hochgelobte Autobauer Tesla setzte in China nur 1.512 Fahrzeuge im April ab, was aber an der zu diesem Zeitpunkt geschlossenen Gigafabrik lag. Auf dem chinesischen Autobatteriemarkt konnte BYD seinen Marktanteil von 16,2% im April 2021 auf 32,18% im April 2022 verdoppeln. Daher überrascht auch die Stärke der Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt nicht.


Die geopolitischen Unsicherheiten und Lieferengpässe werden den Marktteilnehmern noch wenigstens die nächsten zwei Jahre beschäftigen. In dieser Zeit wird es nicht immer einfach für Anleger sein, die richtige Entscheidung zu treffen. Wesentlich wird aber sein, auf Marktteilnehmer zu setzen, deren Produkte in den nächsten Jahren noch gebraucht und die auch eine entsprechende Preissetzungsmacht haben.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

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Der Wandel der Welt in den letzten 2 ½ Jahren war bereits enorm und wenn es nach den Führern vieler westlicher Nationen geht, soll dieser in den kommenden Jahren noch schneller vollzogen werden. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist dabei eines der Kernthemen der Politik, aber dies geht in Deutschland bisher nur schleppend voran. Und das in Anbetracht der verhängten Energiesanktionen gegen den bisherigen Hauptenergielieferanten Russland, für den es auf Jahre keine günstige Alternative gibt. Welche Unternehmen profitieren?

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Die Börse bewertet nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft. Dabei kommt es immer wieder zu Überraschungen, aber auch zu Übertreibungen in die eine wie auch die andere Richtung. Etliche Unternehmen werden dabei trotz guter Wachstums- und Gewinnkennzahlen von den Marktteilnehmern in Sippenhaft genommen und weiter unter Druck gesetzt. Das bietet Investoren je nach Ausrichtung der Anlagestrategie die Chance, sich bei langfristig interessanten Werten günstiger einzukaufen, als dies ggf. noch vor 12 Monaten der Fall war.

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