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14.10.2025 | 05:45

Topbildung oder nächster Anlauf für Allzeithochs? BYD, Gerresheimer, Volatus Aerospace

  • BYD
  • Gerresheimer
  • Volatus Aerospace
Bildquelle: pixabay.com

Nachdem der US-Präsident wieder einmal der Republik China 100 % Zölle angedroht hat, drehten die Börsen zum Ende der Woche ins Minus mit teils deutlichen Abverkäufen. Die großen Indizes wie Dow Jones und S&P 500 schlossen mit roten Kerzen im Minus, so dass am Wochenende Donald Trump seine Zollandrohungen relativierte. Er gab den Investoren wieder Zuversicht, dass zum Monatsende beim Treffen in Südkorea zwischen den beiden Präsidenten Xi und Trump eine Lösung im Zollstreit gefunden werden dürfte.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: CA92865M1023 , CNE100000296 , DE000A0LD6E6


 

Volatus Aerospace erweitert Kooperation

Das kanadische Luftfahrtunternehmen Volatus Aerospace (WKN: A2JEQU | ISIN: CA92865M1023 | Ticker-Symbol: ABB) hat sich auf die Entwicklung von Drohnen und unbemannten Flugobjekten spezialisiert. Seit dem Ukraine-Krieg haben Drohnen eine ganz andere Bedeutung bekommen und sind innerhalb des militärisch-industriellen Komplexes zu einer ganz neuen Gattung in der Kriegsführung emporgestiegen. Nicht mehr die Lufthoheit per Flugzeug ist kriegsentscheidend, sondern die Lufthoheit mit Drohnen hat diesen Platz längst eingenommen. Ob eingesetzt als Versorgung der Bodeneinheiten mit Nahrung und Kampfmitteln oder als Kamikazeeinheiten zur Zerstörung feindlicher Ziele sind Drohnen im Kampfgeschehen nicht mehr wegzudenken.

Von diesem stark wachsenden Markt profitiert auch das kanadische Unternehmen. Mit der NATO-Zertifizierung seiner Drohnen in der Tasche konnte Volatus Aerospace auch bereits erste Aufträge aus dem Umfeld eines NATO-Staates erhalten. Zuletzt wurde der Lieferkontrakt um 1 Mio. CAD erweitert so dass der Gesamtauftragswert auf 1,7 Mio. CAD angestiegen ist. Der erweiterte Drohnenvertrag beinhaltet unter anderem die taktische Geheimdienst-, Überwachungs- und Aufklärungsschulung im Gegenwert von 700.000 CAD.

Doch nicht nur aus dem militärischen Bereich erhält das Unternehmen Aufträge. Im vergangenen Monat erhielten die Kanadier einen langfristigen Auftrag eines großen nordamerikanischen Stromübertragungs- und -verteilungsunternehmen. Hier soll Volatus Aerospace mit seinen ferngesteuerten Flugsystemen (RPAS) die Inspektions-, Kartierungs- und Datendienste für ca. 160.000 km Übertragungs- und Verteilungsleitungen übernehmen. Der Kontrakt ist erst einmal bis August 2028 ausgelegt, kann aber um zwei Jahre verlängert werden. Bis 2028 werden die Kanadier aber ca. 15 Mio. CAD an Umsatz aus diesem Vertragsverhältnis erzielen.

Ende September schloss Volatus zudem eine Absichtserklärung mit NanoXplore, einem Hersteller von Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterien. Beide Unternehmen wollen zusammen die nächste Generation von in Kanada hergestellten Batteriezellen für Drohnen entwickeln und so eine sichere Beschaffungs- und Lieferkette aufbauen. Die neuen Batterien sollen eine längere Lebensdauer, schnellere Ladezeit und eine verbesserte Kältebeständigkeit besitzen, als dies bisher der Fall ist. Da die kanadische Regierung den Aufbau heimischer Industriekapazitäten im Bereich der Luft- und Raumfahrt unterstützt, könnte die Kooperation der beiden Unternehmen im späteren Verlauf möglicherweise Unterstützung mit Mitteln der Regierung finden.

BYD dreht in Europa und Südamerika auf

Die Aktie des chinesischen Tech- & Automobilkonzern BYD (WKN: A0M4W9 | ISIN: CNE100000296 | Ticker-Symbol: BY6) konnte seit dem Hoch im Sommer bei 17,69 EUR das Kursniveau nicht mehr halten. Im Zuge des sich aufschaukelnden Zollstreits zwischen den USA und China fiel der Wert um knapp 30 % zurück und notierte am Freitag sogar kurzzeitig nur noch bei 11,11 EUR. Doch dann setzte das Kaufinteresse wieder ein und die Aktie ging mit 11,57 EUR aus dem Wochenhandel. Auf diesem niedrigen Kursniveau dürfte die Aktie aber bei einer Beilegung des Zollkonfliktes zwischen den USA und China nicht lange verharren, denn dagegen sprechen die stetig steigenden Absatzzahlen des Unternehmens.

Die operativen Erfolge in Europa lassen sich nicht mehr verstecken und besonders in Großbritannien lässt das Absatzwachstum erstaunen. Der Autobauer konnte dort seinen Absatz im September binnen Jahresfrist um 880 % auf 11.271 Fahrzeuge steigern. Der Marktanteil steigt damit bereits auf 3,6 % an. Auch die Expansion in Südamerika geht vorwärts und der Konzern investierte Milliarden USD in den Aufbau einer Fabrik in Brasilien, die gerade eröffnet worden ist. Dort stellt BYD sein erstes Plug-in-Hybridmodell für flexible Kraftstoffe her, denn in Brasilien fahren 85 % der Kraftfahrzeuge mit Benzin und Ethanol.

Auch in Argentinien greift BYD ab 2026 die dortigen Platzhirsche an und hat mit der argentinischen Regierung eine Zollbefreiung für die ersten 50.000 Elektro- und Hybridfahrzeuge erreichen können. BYD schreitet mit seiner Expansionsstrategie überall auf der Welt weiter fort und luchst den etablierten Herstellern Marktanteil um Marktanteil ab und erzielt durch seine tiefe Wertschöpfungskette noch ansehnliche Margen.

Gerresheimer fällt immer tiefer

Immer tiefer fällt dagegen die Aktie von Gerresheimer (WKN: A0LD6E | ISIN: DE000A0LD6E6 | Ticker-Symbol: GXI) ab. Waren Aktionäre vor einem Jahr noch bereit 107,30 EUR je Anteilsschein zu bezahlen, finden sich derzeit gerade nur noch Käufer bei einem Kurs von 28,68 EUR. Damit haben die Käufer vom letzten Jahr einen Kursverlust von über 73 % innerhalb eines Jahres zu verschmerzen und ein Ende der Abwärtsbewegung ist derzeit zumindest im Chart noch nicht erkennbar.

Beim Verpackungsmittel-Spezialisten läuft es geschäftlich auch nicht rund und eine schlechte Nachricht folgt der anderen. Erst im September wurde bekannt, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das Unternehmen und die Umsätze des Jahres 2024 auf Richtigkeit untersucht. In der vergangenen Woche musste die Geschäftsführung dann die Prognose für das Gesamtjahr 2025 kassieren und senkte die geplanten Erwartungen ab. Die Umsätze sollen nun 2 % bis 4 % niedriger ausfallen als bisher erwartet und die Gewinnmarge nicht mehr bei 20 %, sondern eher zwischen 18 % bis 19 % liegen. Grund dafür sei die anhaltende Nachfrageschwäche in den Bereichen der Kosmetik und bei Behältern für flüssige Medikamente.

Fazit

Bei Gerresheimer sollten Investoren an der Seitenlinie verweilen und auf die Stabilisierung des Aktienkurses warten. Deutlich besser sieht es dagegen bei BYD und Volatus Aerospace aus, die ihre Hausaufgaben in den letzten Quartalen gemacht und vom aktuellen Marktumfeld getragen werden.



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