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06.05.2025 | 05:45

Goldfunde, Übernahme und Gewinnverdopplung – Commerzbank, Erste Group, Golden Cariboo Resources, Rio Tinto

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Bildquelle: pixabay.com

Eine „Freundschaft“ wird sich zwischen Donald Trump und FED-Chef Jerome Powell nicht mehr entwickeln; das lassen zumindest die stetigen rhetorischen Attacken des US-Präsidenten gegen den Vorsteher der US-Notenbank vermuten. Dennoch schließt Trump in einem am Sonntag veröffentlichten Interview eine vorzeitige Absetzung vor der im Mai 2026 auslaufenden Amtszeit aus. Dennoch fordert der US-Präsident nach wie vor eine Senkung der Zinsen, damit der Bundeshaushalt wie auch die Wirtschaft und die US-Konsumenten nicht so stark unter der angestiegen Zinslast leiden müssen. Währenddessen will die OPEC+ die Ölfördermenge weiter ausweiten und das drückte den Ölpreis am gestrigen Montag mit 55,33 USD je Barrel fast auf ein neues 4-Jahrestief. Was bei den folgenden Unternehmen jetzt ansteht:

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Alfred Laugeberger
ISIN: DE000CBK1001 , AT0000652011 , CA3808134025 , GB0007188757


 

Golden Cariboo – Bohrprogramm + Goldfunde

Den im Februar 2025 veröffentlichten hochgradigen Goldfunden aus dem letzten Bohrprogramm folgte Ende April die nächste Überraschung für das kanadische Explorationsunternehmen Golden Cariboo Resources (WKN: A402CQ | ISIN: CA3808134025 | Ticker-Symbol: 3TZ). Laut der Veröffentlichung im Februar konnten die Kanadier im Bohrloch Nummer 20 (QGQ24-20) in der sogenannten Halo-Zone auf einer Strecke von 137 m eine Goldmineralisierung von 1,45 g/t aufspüren. Da die Goldvererzung bereits ca. 20 m unterhalb der Oberfläche beginnt, ist ein kosteneffizienterer späterer Abbau möglicherweise auch im Tagebau möglich.

Nun konnte das Unternehmen Ende April die Bohrdaten von Bohrloch Nummer 21 (QGQ24-21) bekannt geben. Auch dieses wurde in der Halo-Zone niedergebracht, konnte aber wegen einer Instabilität des Bohrlochs „nur“ bis zu einer Tiefe von 310 m niedergebracht werden. Ab einer Bohrtiefe von 257 m traf das Bohrteam auf goldhaltigen Grünstein, der sich über 53 m bis zum Bohrlochende fortsetzte und nach unten hin offen ist. Die Sichtbarkeit von Gold war bei ca. 1,8 m oberhalb bis 308,2 m Bohrtiefe noch mit bloßem Auge erkennbar. Die labortechnische Auswertung wird derzeit von ALS Canada vorgenommen.

Die bisherigen Goldfunde in der Halo Zone bestätigen voll und ganz die Vermutung des Managements, dass die ehemalige Quesnelle Gold Quartz Mine in der Nähe der Stadt Hixon noch deutlich mehr Gold enthält, als die letzten Bohrungen zwischen 1980 bis 1988 bei signifikant niedrigeren Goldpreisen dies vermuten ließen. Derzeit sollte auf dem Grundstück von Golden Cariboo bereits das diesjährige Bohrprogramm des Unternehmens gestartet sein. Die Marktteilnehmer sind nach den letzten Goldfunden jedenfalls gespannt, ob die goldhaltige Halo-Zone - wie schon im letzten Jahr - wieder ausgeweitet werden kann.

Commerzbanktochter mit Gewinnverdopplung

Im ersten Quartal 2025 konnte die mBank, polnische Tochter der Commerzbank (WKN: CBK100 | ISIN: DE000CBK1001 | Ticker-Symbol: CBK), ihren Gewinn mehr als verdoppeln. Das Finanzunternehmen konnte das Nettoergebnis um 169 % auf 705,7 Mio. Zloty steigern. Bei einem aktuellen Umrechnungskurs von 4,274 entspricht dies umgerechnet ca. 165 Mio. EUR. Hintergrund für diese positive Entwicklung sind höhere Zinseinnahmen sowie Fortschritte bei der Beilegung von Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Krediten in Schweizer Franken.

Vor Jahren hatten mehrere 10.000 polnische Kreditnehmer bei verschiedenen Banken Darlehen in der Fremdwährung Schweizer Franken aufgenommen. Da der Zloty zum Franken an Wert verlor, verteuerten sich die Kredite und Rückzahlungsmodalitäten für die polnischen Kreditnehmer aus Sicht ihrer eigenen Landeswährung. Sollten sich die Rechtsstreitigkeiten in den kommenden Monaten klären, würden sich auch die Belastungen bzw. Rückstellungen für die mBank Mutter Commerzbank, die ca. 69 % der Anteile hält, entsprechend reduzieren.

** Erste Group – mit Übernahme Expansion nach Polen

Die bisher größte Übernahme im europäischen Bankensektor in diesem Jahr plant offenbar die österreichische Erste Group (WKN: 909943 | ISIN: AT0000652011 | Ticker-Symbol: EBO). Mit einem Kaufpreis von ca. 7 Mrd. EUR wollen die Österreicher die polnische Tochter der Santander Bank übernehmen. Dabei sollen 49 % der Santander Bank Polska sowie 50 % der Fondsgesellschaft Santander Towarzystwo Funduszy Inwestycyjnych S.A. (TFI) übernommen werden.

Gestemmt werden soll die Übernahme vollständig aus Eigenmitteln. Dies könnte durch eine Kürzung der Dividende wie auch der Streichung des geplanten Aktienrückkaufprogrammes i. H. v. 700 Mio. EUR erreicht werden. Mit der Übernahme der drittgrößten Bank Polens expandiert die in Wien ansässige Erste Group auf einen attraktiven Wachstumsmarkt und würde über die Santander Bank Polska die De-Facto-Kontrolle erhalten. Seit über 25 Jahren wächst die Wirtschaft des osteuropäischen Landes und weist in diesem Zeitraum innerhalb der EU die höchsten realen BIP-Wachstumsraten auf. Durch die Übernahme würde der Gewinn der Österreicher um 20 % steigen und die Verzinsung des materiellen Eigenkapitals (ROTE) von derzeit 15 % auf dann 19 % ansteigen.

Rio Tinto mit 13,3 Mrd. USD Investition

Der Rohstoffgigant Rio Tinto (WKN: 852147 | ISIN: GB0007188757 | Ticker-Symbol: RIO1) baut in den geopolitisch unsicheren Zeiten seine geschäftlichen Aktivitäten weiter aus und nutzt die Gelegenheit, seinen zukünftigen Cashflow zu erweitern. In der abgelaufenen Woche kündigte die Unternehmensführung an, in den nächsten drei Jahren 13,3 Mrd. USD allein in der Pilbara Region von Western Australia investieren zu wollen. Bereits in den letzten drei Jahren investierte der Konzern dort bereit 8,5 Mrd. USD und erhöht nun das Wachstumstempo noch einmal.

Eines der wichtigsten Projekte in dieser eisenerzhaltigen Region ist Rhodes Ridge. Mit der weiteren Entwicklung könnte hier Australiens größte Eisenerzmine entstehen, die jedes Jahr mehr als 100 Mio. Tonnen Erz produzieren könnte. Während die „Baustelle“ in Australien mit diesem massiven Investitionsprogramm weiter ausgebaut werden soll, konnte eine andere nun geschlossen werden. Die Aktionäre stimmten gegen einen Vorschlag des Investors Palliser Capital. Dieser wollte in einer Abstimmung die Beendigung der Zweitnotierung an der Londoner Börse erwirken, damit die Hauptnotierung nur noch in Sydney erfolgt und Kosten gespart werden können. Die Mehrheit der Aktionäre wollte dies aber nicht und lehnte den Vorschlag mit 80,65 % der Stimmen ab.

Fazit

Rio Tinto nutzt seinen Cashflow zum Ausbau seiner Eisenerzproduktion in Australien, während die Erste Group die freie Liquidität für die Übernahme der drittgrößten polnischen Bank verwenden will. Noch keinen Cashflow erzielt das Explorationsunternehmen Cariboo Resources, will aber mit dem nächsten Bohrprogramm von den stark gestiegenen Goldpreisen profitieren. Mit höheren Gewinnen in 2025 dürfte die Commerzbank rechnen, sofern die Auseinandersetzung der polnischen mBank Tochterunternehmung mit den Schweizer Franken Krediten gerichtlich abgeschlossen werden sollte.



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