09.01.2026 | 05:45
Hier baut sich Momentum auf! Almonty Industries, Salzgitter, Under Armour
Auch wenn an den internationalen, aber vor allem US-amerikanischen Indizes das Momentum nachlässt und eine mögliche Korrektur zum Jahresanfang 2026 nicht mehr auszuschließen ist, zeigen etliche Aktien ein starkes Momentum oder bauen dieses gerade erst auf. Aktien, die Stärke entwickeln, sind besonders bei Momentum-Investoren gefragt, die gerne auf „fahrende Züge“ aufspringen und damit den angefangenen Trend beschleunigen. Dass dies lukrativ sein kann, zeigen folgende Aktien, welche die Momentumwelle bereits reiten oder gerade anfangen zu reiten:
Lesezeit: ca.
4 Minuten.
Autor:
Stefan Bode
ISIN:
CA0203981034 , US9043111072 , DE0006202005
Almonty Industries reitet Momentumwelle
Ein Unternehmen, welches die Momentumwelle reitet, ist das Wolframunternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD | ISIN: CA0203981034 | Ticker ALI). Die Aktie gehörte bereits in den letzten beiden Jahren zu den Top-Performern, denn Wolfram ist mittlerweile ein als kritisch eingestuftes Industriemetall. Das ist auch nicht verwunderlich, da China ca. 80 % der Wertschöpfungskette kontrolliert. China nutzte und nutzt auch weiterhin diesen Machthebel indem von den USA vom Zaun gebrochenen Zollstreit im vergangenen Jahr. Die Exportbeschränkungen bestehen teils immer noch und aufgrund des Kriegsaktes der USA gegen den wichtigen Handelspartner Chinas Venezuela (mehr als 30 % der Exporte des südamerikanischen Landes gingen bisher nach China) könnte das Reich der Mitte die Daumenschrauben wieder weiter anziehen.
Die Aktie von Almonty Industries wurde bereits durch den Zollkonflikt zwischen den beiden größten Wirtschaftsnationen befeuert, nachdem sie bereits in 2024 um über 70 % zulegen konnte. In 2025 folgte der Ausbruch von 1,34 CAD auf 12,74 CAD (7,50 EUR) bis zum 30.12.2025 und damit ein Anstieg von über 850 % innerhalb eines Jahres. Hintergrund für den Anstieg waren die Markterwartungen auf den Produktionsstart der wohl größten Wolframmine außerhalb Chinas. Diese Mine namens Sangdong befindet sich im Besitz von Almonty Industries und die Produktionsaufnahme wurde kurz vor Weihnachten 2025 verkündet.
Damit wird das Jahr 2026 das erste volle Produktionsjahr und es soll eine enorme Menge von 640.000 Tonnen Wolframerz gewonnen und aufbereitet werden. Die durch den Verkauf des aufgearbeiteten Materials resultierenden Barmittelzuflüsse sollen bereits unmittelbar in die zweite Ausbaustufe der Mine fließen und investiert werden. Dieser weitere Ausbauprozess soll nach zwei Jahren fertiggestellt und die Verarbeitungskapazitäten auf 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr gesteigert werden. Allein die USA könnten wahrscheinlich die komplette Produktion in den kommenden Jahren aufkaufen, denn ab 2027 sollen kritische Mineralien für Verteidigungszwecke nicht mehr aus China, Russland oder Nordkorea stammen.
Doch nicht nur in der Verteidigungsindustrie als Härtungsmaterial für Panzerstähle ist Wolfram nicht mehr wegzudenken. Auch für die Halbleiter- und Raumfahrtindustrie ist Wolfram ein zwingender Rohstoff und für die Digitalisierung und den Ausbau der KI-Infrastruktur ein Muss. Auch wenn der Fokus der Marktteilnehmer eher auf dem Verteidigungssektor liegt, sollten die anderen Anwendungsfelder des kritischen Metalls nicht unterschätzt werden.
Under Armour mit Trendwende und Momentumaufbau
Die Aktie von Under Armour (WKN: A0HL4V | ISIN: US9043111072 | Ticker-Symbol: U9R) ist in den letzten zehn Jahren deutlich unter die Räder gekommen. Obwohl die Aktie von März 2009 bis September 2015 von 1,49 USD auf 52,95 USD um 3.447 % angestiegen ist, fiel der Wert über die letzten zehn Jahre bis November 2025 wieder um 92 % auf 4,13 USD (3,58 EUR) zurück. Doch in den letzten Wochen konnte sich die Aktie wieder nennenswert erholen und stieg um 37 % auf 5,65 USD (4,83 EUR) an.
So baute in den letzten Wochen das Finanzunternehmen Fairfax Financial Holdings seine Positionen an Under Armour um 7,1 % auf zuletzt 16,1 % aller ausstehenden Aktien aus. Das kanadische Unternehmen und dessen Gründer und CEO Prem Watsa ist bekannt für seine konservativen Wertinvestitionen und langfristige Ausrichtungen bei den Investments. Der auch als Warren Buffett Kanadas bekannte Investor erzielte in 35 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 15,7 % p. a., wenngleich es Perioden mit deutlicher Über- und Unterperformance gab.
Salzgitter zieht weiter an
Im Vergleich zu Under Armour ging die Abwärtsbewegung der Aktie des Stahlkonzerns Salzgitter AG (WKN: 620200 | ISIN: DE0006202005 | Ticker-Symbol: SZG) deutlich länger. Sie startete bereits im Juli 2007 und fand erst im Oktober 2024 ihr Ende mit Erreichen der 12,96 EUR je Anteilsschein. Doch seitdem nimmt das Momentum auch hier deutlich an Fahrt auf und die Aktie stieg um über 250 % auf zuletzt 45,88 EUR an.
Die Salzgitter AG gehört zu den größten Patentinhabern von verschiedenen Stahlsorten und auch die neueste Meldung reiht sich in die Innovationsfähigkeit des Unternehmens ein. So etablierte das Unternehmen zusammen mit Umicore einen Prozess, welcher die Rückgewinnung des seltenen Edelmetalls Iridium aus Anoden der elektrolytischen Bandverzinkung ermöglicht.
Gleichzeitig achtet die Salzgitter AG im laufenden Sparprogramm auf die Wirtschaftlichkeit ihrer Anlagen und Investitionen. Dazu gehört auch die Beteiligung an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM), an dem das Unternehmen 30 % der Anteile besitzt. Zusammen mit der französischen Vallourec (20 % der Anteile) wollen sie sich aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit thyssenkrupp zurückziehen, wenn die jährlichen Kapazitäten nicht um 40 % reduziert werden. Nur wenn die Produktion von 4,2 Mio. t Stahl auf 2,5 Mio. t Stahl sowie die Belegschaft von 3.000 auf 1.000 Arbeiter reduziert wird, kann das Unternehmen erhalten werden. Wenn dies umgesetzt wird, würde die Salzgitter AG auch die Anteile an dem Unternehmen übernehmen, sich andernfalls aber vollständig zurückziehen wollen.
Fazit
Das Momentum bei Almonty Industries ist bereits sehr hoch und auch bei der Aktie der Salzgitter AG nimmt dies immer weiter zu. Noch am Anfang des Momentumaufbaus steht die Aktie von Under Armour und der Ausbruch aus dem ersten Abwärtstrend ist noch keine zwei Wochen alt, sodass hier noch Rückschläge einzuplanen sind.