19.02.2026 | 05:45
4,3 Mrd. USD Deal und Allzeithochs - Almonty Industries, BHP, Wheaton Precious Metals
Während die USA immer mehr Kriegsmaterial und Personal in den Nahen Osten verlegt, um sich auf einen Angriff auf den Iran vorzubereiten, steigen viele Börsenindizes und Aktien weiter von Allzeithoch zu Allzeithoch. Besonders die Rohstoffwerte der produzierenden Rohstoffunternehmen profitieren von den Umschichtungen der internationalen Investoren vermehrt raus aus Staatsanleihen, hin zu Rohstoffen und den zugehörigen Produzenten. Entsprechend nachhaltig steigen diese Kurse von Monat zu Monat an und zeugen von einer Fortsetzung des Trends über die nächsten Quartale und Jahre. Daher sollten Investoren am Ball bleiben, denn folgende Unternehmen gehören zu den klaren Gewinnern:
Lesezeit: ca.
4 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
CA0203981034 , AU000000BHP4 , CA9628791027
Almonty Industries: Kursziele müssen weiter erhöht werden
In 2026 wird Almonty Industries (WKN: A1JSSD | ISIN: CA0203981034 | Ticker ALI) zum größten Wolframproduzenten außerhalb Chinas, Russland und Nordkorea aufsteigen und das lässt auch den massiven Anstieg der Aktie in den letzten zwei Jahren klar und deutlich erklären. Der Wolframproduzent mit Minen in Spanien und Portugal hat in den letzten Jahren die Sangdong-Mine in Südkorea wieder auf- und ausgebaut. Seit Sommer 2025 ist der erste Teil des Minenaufbaus abgeschlossen und seit Mitte Dezember 2025 wird die Minenproduktion hochgefahren.
Im Zuge des Zollkrieges zwischen der USA und China setzte China als Druckmittel gegen die USA u. a. auf Exportbeschränkungen von kritischen Mineralien und Rohstoffen. Darunter fiel auch das wichtige Industriemetall Wolfram, dessen Preis in 2025 um über 160 % zulegen konnte. Auch im noch jungen Jahr 2026 setzt sich der Preisanstieg weiter fort und von Jahresanfang mit ca. 1.000 USD/t stieg der Preis bis Mitte Februar 2026 bereits auf durchschnittlich 1.750 USD/t an. Ein Anstieg von noch einmal ca. 75 % in weniger als acht Wochen, was die Knappheit des Metalls unmissverständlich anzeigt.
Almonty Industries will in 2026 ca. 640.000 t Wolframerz abbauen und wird einen großen Teil des in der USA und Europa benötigten Wolframerzes sozusagen als Ersatz für ausgefallene Lieferungen aus China zu aktuellen Marktpreisen zur Verfügung stellen können. Durch den stetigen Anstieg des Wolframpreises dürfte auch der zu erwartende Cashflow signifikant höher ausfallen, als das womit das Unternehmen und auch die Analysten bisher gerechnet haben. Inwieweit sich das in den kommenden Analyse-Updates der Analysten und auch in den nächsten Unternehmensprognosen niederschlagen wird, bleibt abzuwarten.
Die Aktie des Wolframunternehmens stieg in den letzten Monaten jedenfalls von Allzeithoch zu Allzeithoch und markierte den letzten Hochpunkt mit 20,22 CAD bzw. 12,54 EUR. Für Sphene Capital und deren Analyst Peter Thilo Hasler ist Almonty Industries weiterhin ein klarer „Kauf“ und das Kursziel wurde von 13,50 CAD um knapp 49 % auf 20,10 CAD deutlich angehoben. Auch das Analyseunternehmen DA Davidson erhöhte das Kursziel um 50 % von 12 USD (16,40 CAD) auf 18 USD (24,60 CAD) und berücksichtigte dabei die „Spotpreise“ von Wolfram im Januar mit ca. 1.250 USD/t. Sollte sich der Wolframpreis aber auf dem aktuellen Preisniveau halten können oder sogar weiter ansteigen, dann müssten die Analysten zum wiederholten Mal ihre Modelle anpassen und die Kursziele weiter erhöhen.
BHP 4,3 Mrd. USD Deal mit Wheaton Precious Metals
Das australische Rohstoffunternehmen BHP (WKN: 850524 | ISIN: AU000000BHP4 | Ticker-Symbol: BHP1) hat in dieser Woche eine milliardenschwere Verkaufsvereinbarung mit dem führenden Edelmetallinvestmentunternehmen Wheaton Precious Metals (WKN: A2DRBP | ISIN: CA9628791027 | Ticker-Symbol: SII) abgeschlossen. Der Vertragsinhalt für den insgesamt 4,3 Mrd. USD umfassenden Edelmetallkauf bezieht sich auf das produzierte Silber in der Antamina-Mine in Peru. Hier hält BHP einen Anteil von 33,75 % und entsprechend liefert BHP das anteilig in der Mine produzierte Silber an Wheaton Precious Metals (WPM).
Der Vertrag über die kommenden Silberzahlungen (Silverstream) verpflichtet WPM zu einer Vorabzahlung von 4,3 Mrd. USD und tritt zum 01.04.2026 in Kraft. Im Gegenzug liefert BHP die ersten 100 Mio. Unzen Silber zu 20 % des jeweiligen Marktpreises von Silber (Spotpreis) an WPM ab. Alles Silber, was in der Laufzeit der Mine über die 100 Mio. zu liefernden Silberunzen hinaus abgebaut wird, muss BHP zu 66,67 % seines Anteils von 33,75 % (das entspricht 22,5 % der Minenproduktion) ebenfalls an WPM verkaufen. Der von WPM zu zahlende Preis steigt dann aber auf 90 % des zum Zeitpunkt gültigen Marktpreises für Silber.
Für WPM entspricht diese Vereinbarung mit einem Umfang von 4,3 Mrd. USD einem Investitionsvolumen von 6,5 % seiner aktuellen Marktkapitalisierung. Da WPM mit Glencore, welche ebenfalls 33,75 % an der Antamina-Mine in Peru besitzt, einen ähnlichen Vertrag abgeschlossen hat, ist diese Investition der zweitgrößte Vermögenswert in der Unternehmensbilanz. Doch während WPM zwar 6,5 % seiner Marktkapitalisierung in diesen Liefervertrag investiert, erhöht sich bereits in 2026 der Rückfluss an Silber unternehmensseitig um 11,3 % und unterstreicht den Mehrwert für WPM.
Doch nicht nur für BHP, Glencore und WPM ist diese Mine wichtig, auch für das Land Peru ist sie ein wichtiger Devisenbringer und machte bereits in 2024 einen Anteil am BIP von ca. 2,9 % aus. Durch den Ausbau der Mine in 2025 könnte dieser Anteil am BIP sogar noch weiter zulegen, zumal die Preise für Kupfer, Zink und Silber im vergangenen Jahr teils deutlich angestiegen sind.
Fazit
Von Allzeithoch zu Allzeithoch steigen die Aktienkurse der Rohstoffproduzenten und damit auch die Kurse der vorgestellten Unternehmen Almonty Industries, BHP und Wheaton Precious Metals. Während der Wolframpreis in den letzten vier Wochen um weitere 40 % angestiegen ist und zu einer Kurszielanpassung bei der Bewertung von Almonty Industries führen dürfte, sind die Edelmetalle in den letzten vier Wochen in eine Zwischenkorrektur übergegangen. Doch auch hier werden die Analysten bei Unternehmen wie WPM und BHP ihre Kursziele nach oben anpassen müssen, da die letzten Bewertungsmodelle weitestgehend unter den aktuellen Rohstoffpreisen notieren. Entsprechend dürfte sich auch bei diesen Unternehmen der freie Cashflow in den nächsten Quartalen weiter erhöhen.