23.01.2026 | 05:45
Gefahr gebannt, Chance erkannt - Almonty Industries, Palantir, Siltronic
Der Streit zwischen den EU-Staaten und den USA um die zu Dänemark gehörende Insel Grönland sowie die angedrohten Zölle der USA an acht Staaten Europas, konnten bei mehreren Treffen in Davos vorerst beigelegt werden. Der NATO-Generalsekretär Rutte bestätigt eine grundsätzliche Einigung, aber auch, dass noch weitere Verhandlungen folgen und diese schriftlich festgehalten werden müssen. Diese Nachricht sorgte nach den Kursrücksetzern zu Beginn der Woche für Entspannung an den amerikanischen und europäischen Indizes. Nun kann der Fokus wieder geändert und der Blick auf folgende Unternehmen gelegt werden:
Lesezeit: ca.
3 Minuten.
Autor:
Alfred Laugeberger
ISIN:
CA0203981034 , US69608A1088 , DE000WAF3001
Almonty Industries vor nächstem Allzeithoch
Von den geopolitischen Verwerfungen und Veränderungen in den letzten Jahren konnte das Wolframunternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD | ISIN: CA0203981034 | Ticker ALI) stark profitieren. Mit dem Aufbau der größten Wolframmine außerhalb Chinas in Südkorea hat das Unternehmen unter CEO Lewis Black viele richtige Entscheidungen getroffen. Anfänglich für seine Idee zum Wiederaufbau der Sangdong-Mine belächelt, zeigte sich spätestens mit den Exportbeschränkungen Chinas für bestimmte Metalle und Seltene Erden, wie vorausschauend richtig die Geschäftsführung lag.
Der Vision vom CEO schlossen sich in den vergangenen Jahren immer mehr Investoren an und der Aktienkurs zeigt klar auf, wie richtig und wichtig die Wiederinbetriebnahme von Sangdong war und ist. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und zeitlichen Verzögerungen im Minenaufbau wird seit Ende 2025 die Wolframmine hochgefahren und es soll noch in 2026 die geplante Kapazität von 640.000 t Wolframerz abgebaut werden. Erreicht Almonty Industries diese Abbaukapazität, würde sie für mind. 40 % des nicht in China produzierten Wolframerzes stehen.
Besonders Unternehmen aus den USA und Europa leiden unter den Exportbeschränkungen Chinas und müssen hohe Aufschläge auf auslieferungsfähiges Wolfram zahlen. Allein in 2025 stieg der Wolframpreis um über 160 % an und auch in den ersten drei Wochen des neuen Jahres ist der Preis weiter angestiegen. Da das internationale Wolframangebot massiv ausgedünnt ist, bringen die kommenden Wolframlieferungen aus Südkorea möglicherweise etwas Entspannung in die ausgedünnten Lieferketten.
Der Mangel an Wolfram und die Abhängigkeit von China führte in den USA und der EU bereits zur Einstufung von Wolfram als kritisches und strategisches Metall. Um nun die Nachfrage aus beiden Wirtschaftsräumen nachhaltig befriedigen zu können, investiert Almonty Industries in diesem Jahr in ein umfangreiches Bohrprogramm bei der Sangdong-Mine. Ebenfalls soll die im US Bundesstaat Montana befindliche stillgelegte Wolframmine Gentung wieder aufgebaut und zur Produktion gebracht werden, so dass in diesem Jahr noch viele gute Nachrichten von dem Wolframproduzenten kommen sollten.
Siltronic setzt Trendanstieg weiter fort
Die Aktie des Münchner Halbleiterzulieferers Siltronic (WKN: WAF300 | ISIN: DE000WAF3001 | Ticker-Symbol: WAF) konnte sich in den letzten sechs Monaten hervorragend entwickeln und schaffte zwischenzeitlich einen Kurssprung von fast 100 %. War die Aktie im September 2025 noch für 31,70 EUR im Tief zu kaufen, so wurden keine zwei Monate später 61,75 EUR je Anteilsschein gezahlt. Seitdem konsolidierte der Wert zwischen 40,00 und 60,00 EUR und kostete zum gestrigen Börsenschluss 54,25 EUR. Nach der Talfahrt bis Mittwoch Nachmittag bei 49,36 EUR war dies ein Kurssprung von knapp 10 % binnen eines Handelstages. Grund dafür dürfte die Entspannung im angedrohten Handelskonflikt der USA um die Insel Grönland gewesen sein.
Ebenfalls positiv wirkten sich die Wachstumsperspektiven der taiwanesischen TSMC für die Halbleiterbranche aus. Der weltgrößte Chiphersteller will seine Investitionen in den nächsten drei Jahren massiv ausweiten, um mit der Nachfrage nach Halbleitern Schritt halten zu können. Das lässt auch die Wachstumsaussichten von Siltronic ansteigen, denn die von dem Unternehmen produzierten Wafer sind das Ausgangsmaterial für die Chipindustrie.
Palantir Technologies mit Kurszielerhöhung
Das Analyse- und Überwachungsunternehmen Palantir Technologies (WKN: A2QA4J | ISIN: US69608A1088 | Ticker-Symbol: PTX) erhielt von Phillip Securities am gestrigen Donnerstag eine Empfehlung zum „Buy“ mit einem Kursziel von 208USD je Anteilsschein. Das abgelaufene Jahr 2025 sei für Palantir sehr gut gelaufen und der Konzernumsatz sei voraussichtlich um 47 % auf 4,2 Mrd. USD gestiegen. Vor allem der Bereich der Aufträge aus dem Regierungssektor dürfte mit einem Anstieg von 51 % die bisherigen Erwartungen von 43 % Auftragsbestandswachstum übertreffen.
Phillip Securities rechnet damit, dass sich der Nettogewinn im abgelaufenen Quartal um das 1,9-fache gesteigert hat und sich das Wachstum bei Umsatz und Gewinn in 2026 noch stärker fortsetzt. Durch die Einführung von KI ist sogar mit einer Beschleunigung bei der Nachfrage von Palantirprodukten zu rechnen und das nicht nur aus dem Verteidigungssektor, sondern auch bei Industrieunternehmen aus dem zivilen Segment. Positiv hebt das Analysehaus die Verlängerung des Dreijahresvertrages mit dem französischen Inlandsgeheimdienst, aber auch den Ausbau der strategischen Zusammenarbeit mit HD Hyundai in Südkorea hervor. Noch positiver schätzt Bank of America Securities (BofA Securities) die Lage bei Palantir ein und bestätigt ein Kursziel von 250,00 USD.
Fazit
Kurz vor einem neuen Allzeithoch befindet sich die Aktie von Almonty Industries und ein Ende der Rallye ist aufgrund der Exportbeschränkungen Chinas und der massiven physischen Nachfrage nach Wolfram nicht in Sicht. Auch bei Siltronic hellt sich die Lage durch das massive Investitionsprogramm von TSMC deutlich auf und dies spricht für eine Fortsetzung der im vergangenen Jahr begonnenen Aufwärtsbewegung. Noch nicht ganz schlüssig scheinen sich die Marktteilnehmer bei der Fortsetzung der Rallye bei der Aktie von Palantir zu sein, die seit Oktober 2025 zwischen 140,00 EU bis 180,00 EUR konsolidiert.